New York Times

Mind the Pay Gap: Die Gehaltsschere wird durch neues Gesetz geschlossen – aber nicht in Deutschland

Stacy Cowley, NYT
Stacy Cowley, NYT

Eine der letzten Tabuzonen im HR ist das Thema Gehalt. Besonders der Unterschied für Gender-spezifische Gehälter. 22% – das ist die magische Zahl, die sich in den Köpfen der Politiker, Arbeitsmarktexperten und Talk-Show-Teilnehmer eingeprägt haben – ob sie stimmt oder nicht, spielt eigentlich in Zeiten des Hype keine Rolle. Während sich Österreich und die Schweiz der Zerschlagung dieses gordischen Knoten durch Gesetzesmassnahmen annähern, bleibt der Gender Pay Gap in Deutschland ein Schlafmittel der Gerechtigkeitsdiskussion. Nun hat der US-Bundesstaat Massachusetts ein neues Gesetz in Kraft gesetzt. Künftig ist es illegal, dass Recruiter im Jobinterview nach dem letzten Gehalt des Bewerbers fragen. Viele mehr soll der zukünftige Arbeitgeber ein Gehaltsangebot unterbreiten, das dem Marktwert des Bewerbers entsprecht. Tea Party in Boston – Ansteckungsgefahr für Deutschlands Arbeitmarkt: Null.

Stacy Cowley berichtet in der New York Times berichtet über diese gesetzgeberische Innovation.

Amazon: Die Mitarbeiter als High-Performance-Meerschweinchen?

von Helge Weinberg

Amazon-Gründer Jeff Bezos ist nicht für eine mitfühlende Art bekannt. Seit einem Bericht in der New York Times (NYT) vom 15. August (http://www.nytimes.com/2015/08/16/technology/inside-amazon-wrestling-big-ideas-in-a-bruising-workplace.html) allerdings ist Empathie und Verständnis angesagt. Das dürfte einem Menschen schwer fallen, der laut dem NYT-Bericht Harmonie am Arbeitsplatz für überbewertet hält. „Der Artikel beschreibt nicht das Amazon, das ich kenne“, schrieb Bezos in einer E-Mail an die Mitarbeiter. Warum tun sich Menschen einen Job bei Amazon an? Hier der Versuch einer Erklärung.

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Jeff Bezos

Sind die Mitarbeiter bei Amazon Humankapital-Meerschweinchen, deren Leistungsfähigkeit bis zum Anschlag ausgereizt wird? Laut der NYT ist es so.

Die Digitalisierung gefährdet vor allem die Jobs der Wissensarbeiter

Dr. Holger Schmidt
Dr. Holger Schmidt

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide.

Ob Angela Merkel oder Sigmar Gabriel die regelmäßige Lektüre des von Dr. Holger Schmidt herausgegebenen Blogs Netzökonom auf ihrer To-Do Liste haben ist fraglich. Zwar hat die Politik die Digitalisierung auf ihre Agenda gesetzt, was damit dann im Einzelnen zu tun ist, bleibt eigentlich sekundär. Für Angela Merkel ist das Internet nach eigenem Bekennen sowieso etwas wie #Neuland. Dr. Holger Schmidt positioniert sich eher auf der entgegengesetzten Skala.

Startup schafft Symbiose von Stellenmarkt und Social Network

Sean Blagsvedt, CEO-Gründer Babajob.com
Sean Blagsvedt, CEO-Gründer Babajob.com

Auf dem Höhepunkt des Web 2.0 Hype gab es eigentlich zum Thema e-Recruiting nur eine Frage: Wann lösen Social Networks die Online-Jobbörsen ab? Schliesslich vermeldeten die sozialen Netzwerke wie Facebook, StudiVZ, LinkedIn oder XING immer neue, steigende Mitgliederzahlen, die Break-Even-Schwelle sollte vor allem über Bezahl-Services wie z.B. die kostenpflichtige Publikation von Stellenanzeigen erreicht werden. Auf solchen Überlegungen zur Monetarisierung der Besucherreichweite basierten dann Börsengänge (XING) oder Übernahmen (Facebook ), und auch die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck fand sich nicht zu stolz, um Millionenbeträge in Visionen wie StudiVZ zu investieren. Doch die Realität brachte auch eine gewisse Ernüchterung.
So hat das soziale Business-Net XING zwar viele Nutzer gewonnen und unter den Headhuntern Deutschlands ist XING als Fundgruppe von Geschäftskontakten zu einem der wichtigsten Werkzeuge der Recherche für Direktansprachen geworden. Doch eine erfolgreiche Integration des Social Network Konzepts mit einem leistungsfähigen Online-Stellenmarkt lässt noch auf sich warten.