Pendler

Die Völkerwanderung zum Job

Millionen pendeln täglich zur Arbeit – persönliche Stress-Level trotzdem rückläufig 

  • Wohnortnähe bei der Bewertung eines attraktiven Arbeitgebers rückläufig 
  • Große Mehrheit der Arbeitnehmer fühlt sich am aktuellen Arbeitsplatz wohl
  • Körperliche und psychische Stresslevel bei der Arbeit weiter gesunken

An jedem Werktag lässt sich in Deutschland Erstaunliches beobachten: Millionen von Menschen steigen in Autos, Züge, Busse, auf Fahrräder oder Motorroller, um zu ihrem Job in einem anderen Landkreis zu gelangen. Doch wie wirkt sich diese zeitraubende Völkerwanderung auf die Arbeitszufriedenheit oder den persönlichen Stress-Level aus? Die Orizon Arbeitsmarktstudie 2018 zeigt: Trotz des täglichen Pendelns zum Job und gestiegenen Ansprüchen an die Work-Life-Balance fühlt sich die überwältigende Mehrheit der Arbeitnehmer wohl an ihrem Arbeitsplatz.

Europäische Arbeitnehmer bevorzugen Pkw und öffentliche Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit 

Jobswype Umfrage Mai 2018: Europäische Arbeitnehmer bevorzugen eigenen Pkw und öffentliche Verkehrsmittel für den Arbeitsweg

 Arbeitnehmer in Europa bevorzugen zwar möglichst kurze Arbeitswege unter fünf Kilometer, die tatsächlichen Distanzen zum Arbeitsplatz betragen aber oftmals 50 Kilometer bzw. eine halbe Stunde pro Wegstrecke. Studien zeigen, dass sich die Arbeitswege in den vergangenen Jahren stetig verlängert haben. Die Mai-Umfrage der Jobsuchmaschine Jobswype erhob dazu, dass ihre User am liebsten motorisiert – im eigenen Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln – unterwegs sind.  Das Pendeln muss aber nicht zwangsläufig verlorene Zeit sein, sondern kann produktiv genutzt werden.

Ein kurzer Arbeitsweg ist befriedigender als Sex? Einer Umfrage der Touristik-Plattform Time Out  gilt das zumindest für Engländer. Als kurzen Arbeitsweg nahm man dafür eine Anfahrtszeit von 15 bis 30 Minuten an.

Berufspendler

Pendeln für den Traumjob – wie lange ist zu lange?

  • Bernd Kraft, Monster Deutschland
    Bernd Kraft

    Aktuelle Monster-Umfrage zeigt: Mehr als die Hälfte aller Befragten würde maximal 30 Minuten für den Traumjob pendeln

  • Nur neun Prozent von über 1.600 Befragten würden mehr als eine Stunde Fahrtzeit investieren

 

Eschborn – Ob Astronaut, Feuerwehrmann oder Tierarzt – schon in Kindheitstagen kreisen die Gedanken um den einen Job, der alle Träume erfüllt. Doch was tun, wenn eine tolle Arbeitsstelle winkt, diese jedoch im wahrsten Sinne des Wortes kilometerweit entfernt liegt? Monster hat seine Nutzer befragt, wie viel Fahrtzeit (einfacher Weg) für sie noch akzeptabel wäre, um zur Arbeit zu pendeln. Die Ergebnisse von über 1.600 Umfrageteilnehmern zeigen: Die Befragten sind bereit, gewisse Strecken zurückzulegen, jedoch nicht unbegrenzt. Bei fünf von zehn Befragten (56 Prozent) ist nach 30 Minuten Schluss und nur fünf Prozent sind bereit, bis zu 90 Minuten unterwegs zu sein.

Die Ergebnisse aus Deutschland auf einen Blick:

XING-Analyse: Deutschland, Land der Pendler

  • Mehr als jeder Zweite arbeitet nicht im Wohnort
  • Höchster Pendleranteil in Frankfurt (Main), niedrigster in Berlin und neuen Bundesländern
  • Männer pendeln grundsätzlich häufiger und öfter in entfernte Regionen
  • Industrie und Agrarwirtschaft mit vielen Ortswechseln, Medien und Kultur heimattreu

Hamburg – Deutschland ist ein Land der Pendler. Das ergibt eine Analyse der XING AG, Betreiber von Deutschlands führendem beruflichem Netzwerk. Demnach wohnen mehr als die Hälfte (53%) aller XING-Mitglieder nicht in der Stadt, in der sie arbeiten.

Erwartungsgemäß besonders hoch sind die Quoten an Pendlern in kleineren Städten unmittelbar im „Speckgürtel“ größerer Städte. So beträgt die Pendler-Quote in Garching, Isamning, Schwalbach oder Neckarsulm deutlich über 90%. Den mit Abstand niedrigsten Anteil verzeichnen die Arbeitnehmer in Berlin – nur jeder Sechste, der hier arbeitet, hat eine Wohnung außerhalb der Spreemetropole. Städte der neuen Bundesländer wie Dresden, Leipzig oder Magdeburg verzeichnen ebenfalls einen niedrigen Anteil an fahrfreudigen Arbeitskräften. Spitzenreiter unter den größten Städten der Bundesrepublik ist Frankfurt (Main), wo fast 70% aller Arbeitnehmer einen anderen Wohnort vorziehen – dicht gefolgt von Duisburg und Mannheim.