PISA-Studie

Bitkom zu Pisa-Studie über Berufswünsche Jugendlicher

Präsident Berg: „Jugendliche sind weiter als die Schulen“

Zur Sonderauswertung der Pisa-Studie zu Berufswünschen von Jugendlichen erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Ganz offensichtlich sind viele Jugendliche heute schon sehr viel weiter als die Schulen. Kein Berufswunsch wird häufiger genannt als der des IT-Spezialisten, zumindest unter den Jungen. Darauf müssen sich die Schulen besser vorbereiten. Die Schulen haben den Auftrag, das sehr viel stärker als bisher zu fördern und zudem auch Mädchen für IT-Berufe begeistern. Wenn wir das konsequent angehen, könnte der enorme Fachkräftebedarf in der digitalen Wirtschaft künftig zu größeren Teilen aus dem eigenen Nachwuchs gedeckt werden. Derzeit sind in Deutschland 124.000 Stellen für IT-Spezialisten unbesetzt. Um dem entgegenzuwirken, sollten alle Schulen zu Smart Schools mit digitaler Infrastruktur, digitalen Curricula und digitalkompetenten Lehrerinnen und Lehrern umgebaut werden. Insbesondere sollte flächendeckend ein Pflichtfach Informatik eingeführt werden. Derzeit ist dies nur in vier von 16 Bundesländern der Fall.“

Achim Berg

 

Mehr Einsen im Abi, weniger Qualität

Immer mehr Schüler erreichen eine sehr gute Abiturnote, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Das liegt allerdings nicht daran, dass es immer mehr sehr gute Schüler gibt, sondern an einfacheren Abiturprüfungen. Das Abitur wird damit entwertet.

An deutschen Schulen gibt es immer mehr Einser-Abiturienten. 2017 erreichten bundesweit fast 28.000 Abiturienten eine Abinote von mindestens 1,4 – im Jahr 2006 waren es gerade einmal 15.000 Abiturienten. Über die Bestnote von 1,0 freuten sich zuletzt doppelt so viele Schüler wie 2006. Im Verhältnis zur Bevölkerung stellten Brandenburg und Thüringen die meisten Einser-Abiturzeugnisse aus, Niedersachsen die wenigsten.

Institut der deutsche Wirtschaft, IW Köln, Einser-Abiturienten, Bestnote, Leistungsanforderungen, Crosswater Job Guide, CASE, PISA-Studie,
Wido Geis-Thöne

Neue PISA-Studie: Großer Handlungsbedarf in MINT-Fächern

Nach einem jahrelangen Aufwärtstrend haben sich die Kompetenzen deutscher Schüler zuletzt nicht weiter verbessert. In Mathematik und den Naturwissenschaften haben sie sich im Vergleich zu anderen OECD-Staaten sogar leicht verschlechtert. Das ist insbesondere angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs in den MINT-Berufen eine schlechte Nachricht.

Die vielfältigen Recruiting-Kanäle sind die Säulen der Personalbeschaffung
MINT-Berufe: Die Säulen des Fachkräftemarkts

PISA-Fortschritt in Deutschland: Auch die Schwachen werden besser

Prof. Dr. Barbara Ischinger, OECD
Dr. Barbara Ischinger

Paris/Berlin – Schülerinnen und Schüler in Deutschland liegen mit ihren Leistungen im internationalen Schulleistungstest PISA das erste Mal in allen Bereichen deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Das Programme for International Student Assessment (PISA) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung überprüfte 2012 zum fünften Mal die Fähigkeiten 15-Jähriger in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Mathematik.

Mit durchschnittlich 514 Punkten erzielten die Schüler hierzulande in Mathematik 20 Punkte mehr als der OECD-Durchschnitt, sie haben also einen Vorsprung von etwa einem halben Schuljahr. Im Vergleich zu 2003, dem letzten Mal als Mathematik im Zentrum des Tests stand, hat sich das Ergebnis um elf Punkte verbessert. Vor allem leistungsschwache und sozial benachteiligte Schüler schnitten 2012 um Einiges besser ab, als noch 2003.