schwache Schüler

Schwache Schüler schaden Sozialprodukt

Andreas Schleicher, OECD
Andreas Schleicher, OECD

Der OECD kann man nicht unbedingt vorwerfen, dass sie mit ihren vergleichenden Analysen besondere Rücksicht auf die kurzfristige und kurzssichtige Politik nimmt. Political Correctnes ist eher als Weichspüler im Hype der Medienwelt geeignet – OECD-Analysen kommen oft zu anderen Ergebnissen. Weichzeichner haben in der Fotografie-Technik ihren Platz, Schönfärberei hat in der Bildungs- und Gesellschaftspolitik nichts zu suchen.

 

In den Medien hat derzeit das Mantra der „Flüchtlingsintegration in den Arbeitsmarkt“ Hochkonjunktur, entspricht es doch der Political Correctness des Fata-Morgana-Ansatzes „Wir schaffen das“. Das staatliche Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus Nürnberg oder die OECD lassen kaum eine Gelegenheit aus, auf den Zusammenhang zwischen qualifizierter Schulbildung oder Studiem und den Erfolg am Arbeitsmarkt in der Form von höheren Einkommen und niedrigerer Arbeitslosigkeit hinzuweisen. In krassem Gegensatz dazu stehen die öffentlichen Anmerkungen von Frank-Jürgen Weise, Multi-Tasker bei der Bundesagentur für Arbeit und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der die Mähr von der erfolgreichen Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft unermüdlich verbreitet. Vermutlich wird er von seiner Chefin zu solchen Aussagen gezwungen „überzeugt“.

 

Nun legt die OECD eine vergleichende Studie vor und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Schwache Schüler schaden dem Sozialprodukt, also der Wirtschaft und der Gesellschaft. Deshalb ist eine zielgerichtete Hilfe für diese Bildungsgruppe von ausserordentlicher Bedeutung.

Die Pressemeldung der OECD vom 10.2.2016, nur auf Englisch verfügbar, stellt die Realität ungeschminkt dar.