Arbeitsmarkt Altenpflege: GKV-Modellprojekte sollen Versorgung verbessern

Dr. Eckhart Schnabel

Dr. Eckhart Schnabel

Deutscher Pflegetag 2014 vom 23. bis 25. Januar in Berlin | GKV-Spitzenverband setzt auf evidenzbasierte Pflege | Video-Chats für pflegende Angehörige, Wohnen in Gastfamilien


Berlin. Sie heißen PliP, Demas oder LEFA – wissenschaftlich begleitete Modellprojekte des GKV-Spitzenverbandes zur besseren Versorgung von Pflegebedürftigen und ihrer Familien. Beratung von Angehörigen – welchen Effekt kann das haben? Neue Wohnformen wie WGs oder Gastfamilien – funktioniert das und wenn ja, unter welchen Bedingungen?

„Wir brauchen den Nachweis der Wirksamkeit, damit solche neuen Interventionen und Modelle weitere Verbreitung finden und Pflegebedürftige und ihre Angehörigen einen wirklichen Nutzen davon haben“, betont Dr. Eckart Schnabel, Leiter der Forschungsstelle Pflegeversicherung beim GKV-Spitzenverband. Drei von zurzeit elf aktuellen Modellprojekten stellt der GKV-Spitzenverband auf dem Deutschen Pflegetag im Januar vor. Der GKV-Spitzenverband ist neben Springer Medizin einer der Kooperationspartner des dreitägigen Pflegekongresses, der erstmals vom Deutschen Pflegerat e.V. (DPR), dem Dachverband der Pflegeorganisationen, veranstaltet wird.

Gesetzliche Grundlage der Modelle ist der Paragraph 8 Abs. 3 SGB XI, nach dem der GKV-Spitzenverband zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung jährlich bis zu fünf Millionen Euro zur Verfügung stellt. Einige dieser Projekte werden durch randomisiert-kontrollierte Studien begleitet – wissenschaftlicher Standard für die evidenzbasierte Medizin und Pflege. Bei Demas („Demenz anders sehen“) können sich pflegende Angehörige demenzkranker Personen wöchentlich im Video-Chat, angeleitet durch eine Psychologin oder einen Psychologen, austauschen und erhalten Hinweise für eine „demenzfreundliche“ Kommunikation. Aus Frankreich stammt das Konzept von LEFA („Leben und Wohnen mit Familienanschluss“), bei dem die Pflegebedürftigen in speziell geschulten Gastfamilien leben. „Beide Projekte sollen den ländlichen Raum aufwerten“, so Schnabel. Um eine Weiterentwicklung der Pflegeberatung geht es bei dem Modellprojekt PliP („Pflegeberatung ist Problemlösen“). Ein strukturierter Lösungsansatz kommt dabei nicht nur den ratsuchenden Angehörigen, sondern auch den Pflegeberatern selber zugute. Alle drei Projekte sind dieses Jahr angelaufen.

Der Deutsche Pflegetag hat zum Ziel, den interdisziplinären Dialog und fachlichen Austausch zwischen Entscheidern in Politik, Wirtschaft und Bildung, Managern in der Pflegebranche, beruflich Pflegenden aller Versorgungsbereiche, Hebammen und pflegenden Angehörigen voranzutreiben. Weitere Kooperationspartner sind der AOK-Bundesverband sowie der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Das Vorprogramm zum Kongress finden Sie anbei. Mehr Informationen zum Kongress finden Sie hier.

Kongressorganisation und Anmeldung:  Andrea Tauchert | Springer Medizin | tel +49 30 82787-5510

Pressekontakt Springer Medizin:  Uschi Kidane| Communications Manager | tel +49 6221 487-8166

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