Business Schulen werden kreativ bei der Jobvermittlung

von Barbara Barkhausen – 05.12.2010

Barbara Barkhausen

“Dardens Ruf zu den Waffen” lautete die Betreffzeile einer E-Mail, die die Darden School of Business im März 2010 an ihre Alumni verschickte. Die Schule suchte mit diesem Aufruf händeringend nach Jobangeboten für ihren Abschlussjahrgang, berichtet die BusinessWeek. Die Rezession hatte langsam aber sicher viele der einstmals so wundervollen Jobangebote für MBA Studenten zerstört und die Aussicht für die MBA Klasse 2010 war trübe.

Die drastische Aktion der Business School funktionierte innerhalb weniger Stunden. Die ehemaligen Studenten antworteten umgehend und schickten Jobangebote. Dies war eine von mehreren ungewöhnlichen Initiativen, die Business Schulen in diesem Jahr starteten, um ihre Studenten bei der Jobsuche zu unterstützen, nachdem die Finanzkrise wichtige Arbeitgeber für MBA-Studenten lahm gelegt hatte. Waren es 2007 nur vier Prozent der Absolventen von Vollzeitprogramme an den amerikanischen Top-30-Schulen, die drei Monate nach ihrem Abschluss noch kein Jobangebot hatten, so zeigte das BusinessWeek-Ranking der besten Vollzeit-MBA-Programme im Jahr 2010, dass diese Zahl auf 12 Prozent angestiegen war und im Falle mancher Schulen sogar noch höher – ein Warnschuss für Schulen, die ihren Studenten nach dem Abschluss sechsstellige Gehälter versprachen.

Booth zum Beispiel stellte sich der Herausforderung, indem die Schule ihr sogenanntes „Employer Outreach Team“ (Mitarbeiter, die den Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern pflegen) in den vergangenen zwei Jahren von zwei auf sechs Mitarbeiter ausbauten. Im Sommer traf sich das Team mit mehr als 350 Firmen. Einige Schulen haben den Rekrutierungsprozess inzwischen auch umgedreht. Während viele Arbeitgeber bislang selbst an die Business Schools kamen, um Kandidaten zu rekrutieren – was in der jüngeren Vergangenheit stark abgenommen hatte -, bringen die Schulen heute ihre Studenten zu den Arbeitgebern. Im April reisten Studenten von sieben verschiedenen Business Schools nach San Francisco zu einem „Day in the Bay MBA Interview Forum“. Die Veranstaltung ermöglichte es Unternehmen aus der Region – wie Ebay oder Electronic Arts – MBA-Studenten zu treffen, ohne Geld und Zeit für Reisen zu jeder einzelnen Schule zu benötigen. Andere Schulen arbeiten mit Skype und einige haben auch Videkonferenzräume eingerichtet, um Bewerbergespräche online zu ermöglichen.

Die Jobsuche muss einen Bewerber nicht gleich in die Verzweiflung stürzen. Indiana’s Kelley School of Business schuf deswegen eine Gruppe, die sich selbst den „Jobless Lonely Hearts Club“ nennt. Dort treffen sich Jobsuchende, um bei Pizza und Bier Ideen und Tipps auszutauschen und zu klönen. Einige Studenten fanden nach dem Ideeaustausch auch wirklich Arbeitsstellen.

Fazit: Kreativität scheint zu funktionieren und die Aussicht ist zudem gar nicht so schlecht. Es zeichnen sich bereits jetzt Zeichen am Horizont ab, dass sich der Arbeitsmarkt für MBA Kandidaten 2011 wieder erholt und viele Arbeitgeber wohl bald wieder auf den Campus zurückkehren werden.

Quelle: MBA Channel

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