Kandidaten-Zielgruppen: Was Personaler von Tierfotografen lernen können

von Gerhard Kenk

 

In schwierigen Zeiten des Fachkräftemangels und dem demografischen Wandel wird das Candidate Targeting immer schwieriger. Unbestritten ist mittlerweile, daß die überwiegenden Aktivitäten der Personalbeschaffung und die Platzierung von Stellenanzeigen in den zahlreichen Jobportalen zum Standard-Procedere der Recruiter gehören – doch in welchem Jobportale findet man die richtigen Kandidaten?

Zielgruppe: Wo ist der richtige Kandidat?

Professionelle Tierfotografen haben es leichter zu ermitteln, wo die Kandidaten ihrer Wünsche anzutreffen sind. Für Profis dieses Metiers wie den Hamburger Michael Poliza dürfte eine solche Frage nur Stirnrunzeln hervorrufen. Wenn er Fotos von Pinguinen machen möchte, sicht er nach diesen Tieren in den Küstengewässern der Antarktis, in Neuseeland oder auf den Falklandinseln. Zebras leben in Zentralafrika – und wenn Poliza zu einem Fotoshooting von Panda-Bären aufbricht, bucht er einen Flug nach China, beispielsweise in die Provinz Sichuan. Für professionelle Tierfotografen gehört das Wissen um die natürliche Habitat ihrer Kandidaten zum kleinen Ein-mal-Eins ihres Handwerks.

Tierfotograf Michael Poliza bei der Arbeit

Viel schwieriger wird es für Recruiter zu ermitteln, in welchen Jobportalen sich denn die gewünschten Kandidaten aufhalten, nach Stellenangeboten suchen oder ihre Lebensläufe in den Bewerberdatenbanken hinterlegen.  Ist ein Vertriebsmitarbeiter mit einem Jahresgehalt von mehr als 60.000 Euro und hoher Mobilität eher in Sozialen Netzwerken wie XING, LinkedIN oder in Jobportalen wie Monster, Stepstone, Jobware oder einer Jobsuchmaschine wie Kimeta oder iCjobs.de zu finden?

Nachts sind alle Katzen grau

Die demoskopische Struktur der Jobbörsen-Nutzer ist für den Recruiter immer noch wie ein Buch mit sieben Siegeln. Jobportale und Business-Netzwerke wie LinkedIn machen daraus einen Spagat, wie Ariel Eckstein auf einer Pressekonferenz in München kürzlich ausführte. „We share the demographic structure of the LinkedIn members with our customers, but not with the public“.  Das Rätselraten darf weitergehen.

Mit einem neuartigen Ansatz für die richtige Kandidaten-orientierte Auswahl der Jobportale bieten nun die Initiatoren der Jobbörsen-Nutzer-Umfrage von CrossPro-Research.com einen Ausweg aus diesem Dilemma. Wenn Stellenanzeigen in den falschen Jobportalen geschaltet werden, nimmt der Personaler einen hohen Streuverlust mit entsprechenden Kosten in Kauf, zudem verlängern sequentielle Experimente mit mehreren Jobportalen die Zeitdauer, bis die richtigen Kandidaten im richtigen Jobportal angesprochen werden. Kurz, es geht um Zeit und Geld.

Ausgangspunkt dieses „Jobportal Profilers“ sind die Jobbörsen-Nutzer-Bewertungen, die Stellensuchende in der seit Oktober 2008 laufenden Dauer-Umfrage zu den einzelnen Jobportalen abgegeben haben. Stellensuchende beurteilen nicht nur, wie ihre Zufriedenheit mit einem bestimmten Jobportal ist oder wie gut sie die Suchqualität empfinden, sie machen auch angaben über Nutzungsgewohnheiten und ihre eigenen beruflichen Eckpunkte. Zu diesen gehören Angaben wie Alter, Geschlecht, Wohnort, Mobilität, Schulbildung, Studiengebiete, Berufserfahrung, Jahresgehalt oder bevorzugte Unternehmensbranchen oder Tätigkeitsgebiete. Im Umkehrschluss können nun diese karrierebezogenen Kriterien auf einzelne Jobportale zugeordnet werden und so ein präzises Nutzerprofil der Kandidaten-Zielgruppen in den Jobportalen ermittelt werden.

 

In drei Schritten zum Ergebnis

1. Karriere-Profil zusammensetzen

Definieren Sie, welche karrierespezifischen Merkmale die gewünschten Kandidaten haben sollen. Setzen Sie das Anforderungsprofil zusammen aus Alter, Geschlecht, Wohnort, Mobilität, Schulbildung, Studiengebiet, Berufserfahrung, Berufsstatus, Tätigkeitsfeld, Wunschbranche oder Gehaltsskala.

 

2. Mit der Toolbox die Datenbank durchsuchen

Mit der einfach zu handhabenden Toolbox durchsuchen sie die umfangreiche empirische Datenbank mit derzeit über 14.500 Jobportal-Bewertungen von Stellensuchenden. Legen Sie die Relevanz der Trefferquote nach ihren individuellen Anforderungen fest: Wie viele Bewertungen sollen mindestens vorhanden sein? Alle aktuell vorhandenen Jobportal-Bewertungen werden durchsucht. Bewertungen, die dem vorgegebenen Karriereprofil entsprechen, werden dabei berücksichtigt.

3. Jobportal-Vorschlagsliste anzeigen

Die Vorschlagsliste zeigt, welche Jobportale von Kandidaten genutzt werden, die ihre individuellen Kriterien erfüllen. Die Anzahl der Bewertungen und die durchschnittliche Zufriedenheit der Stellensuchenden mit dem genutzten Jobportal werden angezeigt. Auf einen Blick erkennen Sie, welche Jobportale für Medienplanung und Schaltung von Stellenanzeigen berücksichtigt werden sollten. Tipp: Wählen Sie zunächst nur wenige Kriterien aus (z.B. Anzahl Bewertungen, Branche). Wiederholen Sie die Schritte 1-3, um sekundenschnell die Suche zu verfeinern.

Die Vorschlagsliste wird als Diagramm mit zwei Kurven-Werten angezeigt. Die blaue Kurve, das „Gebirgspanorama“ zeigt an, mit welchem durchschnittlichen Zufriedenheitsgrad die Kandidaten-Zielgruppe das jeweilige Jobportal bewertet haben. Die rote Kurve repräsentiert die Anzahl der Umfrage-Teilnehmer, die eine Bewertung abgegeben haben. Dabei entspricht die Anzahl präzise denjenigen Kandidaten, die über die ausgewählten karrierebezogenen Eigenschaften entsprechen. Somit kann das Kandidaten-Zielgruppenprofil präzise pro Jobportal ermittelt werden.

Ergebnis-Chart Jobportal-Profiler

Das obige Chart zeigt die Ergebnisse des Jobportal-Profilers: Welchen Jobportale werden von Kandidaten genutzt, die eine Tätigkeit im Personalwesen anstreben? Die Zufriedenheitskurve für Arbeitsagentur, Kimeta.de, Meinestadt.de, Monster.de, Stellenanzeigen.de und StepStone.de zeigen an, wie diese Kandidaten mit den jeweiligen Jobportalen zufrieden sind und demzufolge wie hoch die Wiederbesuchs-Wahrscheinlichkeit ist. Die rote Linie zeigt die Anzahl der Bewertungen an und stellt die Relevanz der Bewertungen aufgrund der abgegebenen Teilnehmerstimmen an.

Die zugrundeliegende Datenbasis ergibt sich aus  sich aus den Bewertungen, die Stellensuchende bei der Jobbörsen-Nutzer-Umfrage abgegeben haben. Die Dauerumfrage läuft seit Oktober 2008 und enthält Stand Oktober 2011 über 14.500 Bewertungen. Neu abgegebene Bewertungen werden sofort in den Ergebnissen berücksichtigt.

Der Jobportal-Profiler bietet Recruitern somit eine einzigartige Analysemöglichkeit, um Stellennanzeigen in solchen Jobbörsen zu schalten, wo die Wunschkandidaten als Nutzer auftreten. Das reduziert Streuverluste, spart Zeit und Geld.

Zum Jobportal-Profiler:  http://www.crosspro-research.com/recruiter.html

Über CrossPro-Research:

Crosspro-Research.com ist ein Gemeinschaftsprojekt von Crosswater Web Services Ltd. und der PROFILO Rating-Agentur GmbH. Crosswater betreibt ein unabhängiges Branchenportal für den Markt des modernen e-Recruitings und bietet datenbankgestützte Informationen über Jobbörsen und Jobsuchmaschinen sowie Branchen-News und Nachrichten-Dienste zum Thema „Internetbasierte Personalbeschaffung“.

Internet: www.crosswater-systems.com

 

Über PROFILO:

PROFILO ist eine auf den Personalmarkt spezialisierte Agentur, die mittels unabhängiger Marktuntersuchungen und Auftragsstudien Unternehmen wichtige Kennzahlen für einen erfolgreichen Unternehmensauftritt nach innen und nach außen liefert. Seit der Unternehmensgründung im Jahr 2002 untersucht PROFILO kontinuierlich den Markt der Online-Jobbörsen, Jobsuchmaschinen und Karrierenetzwerke mit dem Ziel, mehr Transparenz in den Markt der Rekrutierungsportale zu bringen und Unternehmen grundlegende Entscheidungshilfen zur gezielten Auswahl von effizienten Jobportalen zu liefern.

Internet: www.profilo.de

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1 Kommentar zu „Kandidaten-Zielgruppen: Was Personaler von Tierfotografen lernen können“

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