Upgrade: Die digitale Transformation verlangt nach neuen Skills der Beschäftigten

Dr. Ute Leber, IAB

Dr. Ute Leber, IAB

Das IAB hat untersucht, wie Beschäftige auf die neuen Anforderungen, die sich aus der digitalen Transformation ergeben, reagieren. Ein Upgrade ihrer Fähigkeiten, Kompetenzen und Arbeitsweisen ist dringend notwendig.

Um für die zukünftigen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt gerüstet zu sein, liegt es auf den ersten Blick nahe, bei der Bildung und Weiterbildung digitale Inhalte zu stärken. Hierfür reicht es nicht aus, Computer bedienen zu können; vielmehr kommt es darauf an zu verstehen, wie Computer funktionieren. Mit der Digitalisierung der Arbeitswelt geht aber auch eine Flexibilisierung der Arbeitsorganisation (zum Beispiel Arbeit in virtuellen Teams, steigende Projektverantwortung) einher. Deshalb steigen nicht nur die Anforderungen an das Wissen über Computer und den Umgang mit Computern, sondern auch die sozialen Anforderungen. Es wird zukünftig wichtiger, über soziale Kompetenzen wie Kooperationsbereitschaft, Kommunikationsstärke, Selbstmanagement oder Empathie zu verfügen. In diesem Zusammenhang besteht IAB-Stellungnahme 7/2017 6 großer Forschungsbedarf nicht nur hinsichtlich der Frage, wie diese Kompetenzen in Schule, Ausbildung und Studium am besten vermittelt werden können; sondern auch, wie diese Kompetenzen bei jenen, die bereits im Erwerbsleben stehen – vor allem auch ältere Beschäftigte – gefördert werden können.

Deutschland kann hierbei seine spezifischen Stärken im internationalen Wettbewerb ausspielen. Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis sowohl in der dualen Berufsausbildung, als auch zunehmend in der Hochschulausbildung, ist eine gute Ausgangsbasis dafür, den Weg von der Entwicklung neuer Technologien zu deren tatsächlichem Einsatz im Betrieb zu verkürzen und damit die Innovationsfähigkeit der Betriebe zu stärken. Eine solide Erstausbildung oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium bleiben weiterhin die Basis für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen
der Arbeitswelt. Weil das Wissen aber immer schneller veraltet, reicht die Erstausbildung immer seltener aus, um den Anforderungen eines gesamten Erwerbslebens gewachsen zu sein. Deswegen wird Weiter- und Höherqualifizierung in der digitalen Zukunft immer wichtiger.

Weil Arbeitskräfte künftig flexibler sein müssen, wird zunehmend wichtiger, dass sie nicht nur formal belegen können, welchen Ausbildungsberuf sie einst erlernt haben, sondern auch, welche Kompetenzen sie während ihres Erwerbslebens erworben haben.

Die formale Feststellung und Anerkennung würde zudem zwei Vorteile mit sich bringen: Die Vergleichbarkeit der Kompetenzen und damit das Wissen über die – bei Vorliegen entsprechender Zertifikate – zu erwartende Produktivität der Arbeitskräfte würde ebenso steigen wie das Wissen über die eigenen Kompetenzen. Auch Geringqualifizierten oder Personengruppen, die bisher nicht oder nicht kontinuierlich auf dem (deutschen) Arbeitsmarkt erwerbstätig waren, könnten es diese Zertifikate erleichtern, auf dem Arbeitsmarkt entsprechend ihrer Kompetenzen Fuß zu fassen.

Lesen Sie hier den gesamten Bericht des IAB: http://doku.iab.de/stellungnahme/2017/sn0717.pdf

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