High-Tech-Land wird mit den Folgen der Digitalisierung konfrontiert

Singapur wird mit dem höchsten Anteil an Jobverlusten konfrontiert. Dieser Verlust ist die Folge der technologischen Disruption, die sich quer über die Länder in Südostasien hinwegzieht. Singapur hat dagegen energische Gegenmaßnahmen ergriffen. Dies ergibt sich aus einem Bericht von Justina Lee in Nikkei Asian Review Dezember 17-23, 2018.

Change in working population (15-64) between 2015 and 2030 in Asia-Pacific. Quelle: Brinknews

Die Regierung des Stadt-Staats hat vor Kurzem ein neues Rahmenprogramm für den Großhandelssektor lanciert und bietet Training in Bereichen wie Beispielsweise Data Analytics und Digital Marketing an. Der Großhandelssektor beschäftigt 9% der Arbeitnehmer und ist der Arbeitsmarktsektor, der den höchsten Beschäftigungsrisiken ausgesetzt ist. In der Folge bereiten sich große Handelsunternehmen auf diese Disruption vor.

Weitere Initiativen umfassen Weiterbildungsmaßnahmen, um Beschäftigte in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft wettbewerbsfähig zu machen.

Workforce Singapore, eine der Behörden im Stadt-Staat Singapur startete ein Programm im Juni 2018 um Beschäftigte in Financial Forensic in Kooperation mit verschiedenen Industrieverbänden weiterzubilden.

Es sind sogar Initiativen im Gange, um Beschäftigten in der Schiffahrt mit den Fähigkeiten auszubilden, um sich auf die zunehmende Automation in diesem Arbeitssektor anzupassen.

Auch der Retailsektor ist von der Digitalisierung betroffen: Shopping Mall in Singapore

Einer kürzlichen Studie von Cisco und Oxford Economics zufolge, wir Singapur mit eine großen Mismatch zwischen bestehenden Skills und neu geschaffenen Jobs konfrontiert. Darüber hinaus ergaben die Analysen, dass die Geschwindigkeit der digitalen Transformation signifikant von derjenigen in den Nachbarländern unterscheidet. Als Folge davon wird die Arbeitsmarktsituation von Beschäftigten im Industriesektor sich verändern.

Renzo Taal

Die Studie zeigt ebenfalls auf, dass 20% der Vollzeitbeschäftigen in Singapur ihre derzeitigen Jobs bis zum Jahr 2028 verlieren. Neben dem Großhandelssektor dürfte auch der Einzelhandel am stärksten betroffen sein, gefolgt von Produktion und Transport. Renzo Taal, ist Senior Vice President in der APAC Region für Salesforce, einer Software-Firma mit Cloud-basierten Produkten und Dienstleistungen, äußerte sich zu der gegenwärtigen Situation des digitalen Wandels:

„Jobs werden derzeitig neu definiert, weil die zugrunde liegenden Technologien sich fortlaufend weiter entwickeln.“

Es sei eine erfolgskritische Einstellung, dass ein Verständnis für Wachstum und permanentem Lernen notwendig sind ,weil sich das Land  weiter entwickelt in Richtung Industrie 4.0.

Über 90% der Bevölkerung von Singapur sind gegenüber neuen Skills aufgeschlossen, ermittelte eine Umfrage von Salesforce und Mileu Insights unter mehr als 7.000 Professionals.

Eine weitere Veränderung ergibt sich aus dem demografischen Wandel: „Die Arbeitskräfte in Singapur altern zusehends, deshalb  besteht die Notwendigkeit, dass ihre Fähigkeiten  immer relevant und wettbewerbsfähig bleiben“ äußerte sich Julia Ng, Group Director of Enterprise Development bei Workforce Singapur.