Digitalisierung

Digitalisierung der Schulen geht schleppend voran

  • 5 Milliarden Euro des Digitalpakts Schule bislang erst zum Bruchteil abgerufen
  • Vier Bundesländer haben noch gar keine Förderanträge bewilligt

Ein Jahr nach Verabschiedung des Digitalpakts Schule hakt es noch immer bei der Umsetzung. Bislang haben erst zwölf Bundesländer Förderanträge bewilligt. In Hessen, dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein steht das noch aus. Das ergab eine Bitkom-Umfrage bei den Kultus- und Bildungsministerien der Länder. „Der Digitalpakt Schule kann und muss ein Meilenstein für die Digitale Bildung werden, aber wir kommen mit der Umsetzung viel zu zögerlich voran“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Achim Berg

Mit dem Digitalpakt Schule stellt der Bund 5 Milliarden Euro zur Digitalisierung der Schulen bereit. Die Höhe der bewilligten Fördermittel unterscheidet sich je nach Bundesland beträchtlich. Mit Abstand die größte Summe entfällt auf Hamburg, wo Förderanträge der Schulen mit einem Volumen von insgesamt 116,1 Millionen Euro bewilligt wurden.

Vor allem die Industrie bleibt bei digitalen Plattformen skeptisch

  • Industrieunternehmen sehen bei Plattformen häufiger Risiken als Chancen
  • Bitkom veröffentlicht Studienbericht zur digitalen Plattform-Ökonomie

Die deutsche Industrie tut sich schwer mit der digitalen Plattform-Ökonomie. So geben 41 Prozent der Industrieunternehmen an, dass sie digitale Plattformen eher als Risiko für das eigene Geschäft ansehen, nur 37 Prozent halten sie für eine Chance. Damit ist die Industrie deutlich skeptischer als der Dienstleistungssektor oder der Handel. Unter den Dienstleistern geben nur 27 Prozent an, digitale Plattformen stellten ein Risiko dar, 43 Prozent sehen sie als Chance. Im Handel betrachten sogar 60 Prozent Plattformen positiv, nur 22 Prozent halten sie für ein Risiko. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 502 Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Achim Berg

Unternehmen versagen bei Weiterbildung

Viele Firmen sind nicht bereit für Digitalisierung – Umgang mit KI und Soft Skills entscheidend

 

Digitalisierung: Firmen bilden Personal kaum weiter (Foto: pixabay.com, geralt)
Digitalisierung: Firmen bilden Personal kaum weiter (Foto: pixabay.com, geralt)

Drei von vier Unternehmen weltweit investieren zu wenig in die Weiterqualifizierung ihrer Angestellten und sind deswegen nicht bereit für die Auswirkungen der Digitalisierung. Obwohl fast alle Firmen die Wichtigkeit von Anpassung der Mitarbeiter an moderne Technologie sehen, tun sie nicht genug dafür, wie eine Umfrage des Personaldienstleisters Randstad http://randstad.com zeigt.

„Kompetenzen neu definiert“

„Die Digitalisierung hat verändert, wie wir arbeiten. Sie hat die Kompetenzen, die ein Angestellter für einen Beruf braucht, neu definiert. Arbeitgeber haben erkannt, dass die Soft Skills, die nur ein Mensch besitzen kann, entscheidend sind, doch bieten sie oft nicht das nötige Training an, um diese zu steigern“, kritisiert Rebecca Henderson, CEO von Randstad Global Businesses.

Bitkom: Deutschland muss vom Getriebenen zum digitalen Antreiber werden

Zur digitalen Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Deutschland ist die viertgrößte Volkswirtschaft, Exportweltmeister und industrieller Motor Europas. Diese Führungsrolle ist in einer künftig durchgängig digitalisierten Welt bedroht. In einer repräsentativen Bitkom-Umfrage gibt eine deutliche Mehrheit (58 Prozent) der Geschäftsführer und Vorstände quer durch alle Branchen an, dass ihr Unternehmen bei der Digitalisierung ein Nachzügler sei. 3 Prozent meinen sogar, den Anschluss verpasst zu haben. 37 Prozent kommen mit der Digitalisierung nach eigenen Angaben nicht zurecht, 12 Prozent fühlen sich durch die Digitalisierung sogar in ihrer Existenz bedroht. Ein digitaler Motor sind wir nicht, bei der Digitalisierung geben andere das Tempo vor. Länder wie Dänemark, Singapur, die USA oder China könnten unterschiedlicher kaum sein, aber sie haben uns eines voraus: Sie gehen die Digitalisierung entschieden, mit Begeisterung, Engagement und in Höchstgeschwindigkeit an. Daran dürfen wir uns ein Vorbild nehmen. In den USA etwa sind die IT-Investitionen pro Einwohner heute bereits doppelt so hoch wie in Deutschland, und sie wachsen auch noch doppelt so stark. Die Schere öffnet sich weiter und sie öffnet sich schnell.

Achim Berg

Deutsche Wirtschaft läuft der Digitalisierung weiter hinterher

  • Mehrheit der Unternehmen sieht sich selbst noch als Nachzügler
  • Nur jedes dritte Unternehmen verfügt über eine zentrale Digitalstrategie

In den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft werden die eigenen Erfolge bei der Digitalisierung skeptisch beurteilt. Eine deutliche Mehrheit (58 Prozent) der Geschäftsführer und Vorstände gibt an, dass ihr Unternehmen bei der Digitalisierung noch ein Nachzügler sei. 3 Prozent meinen sogar, den Anschluss verpasst zu haben. Nur rund jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) hält sich für einen Digitalisierungs-Vorreiter.

Achim Berg

Klimawandel: Jeder Zweite sieht Digitalisierung als Problemlöser

  • 56 Prozent der Bundesbürger schreiben digitalen Technologien Potenzial für Klimaschutz zu
  • Große Hoffnungen in intelligente Stromnetze, digitale Heizungstechnik und smarte Mobilität

Große Dürren, heftige Unwetter und steigender Meeresspiegel: Der Klimawandel ist das drängendste Menschheitsproblem – und die Digitalisierung kann helfen, Treibhausemissionen maßgeblich zu verringern. Darin ist sich die Mehrheit der Deutschen einig, wie eine aktuelle Befragung unter mehr als 1.000 Bundesbürgern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt. Demnach ist mehr als jeder Zweite (56 Prozent) überzeugt, dass die Digitalisierung beim Kampf gegen den Klimawandel helfen kann.

Achim Berg

Deutschland muss mehr ausländische Lehrkräfte gewinnen

Axel Plünnecke

Rund 25 Prozent der Lehrkräfte an deutschen Schulen müssen in den kommenden Jahren ersetzt werden. Doch der Nachwuchs fehlt.
Bundesweit gibt es mittlerweile einen so großen Engpass an Lehrkräften, dass viele Bundesländer bereits Seiteneinsteiger beschäftigen müssen. Und das Problem wird in den kommenden Jahren immer größer: So zeigt der aktuelle Bericht des Statistischen Bundesamt zum Schuljahr 2018/2019, dass rund 25 Prozent der Lehrkräfte in Deutschland mindestens 55 Jahre alt sind und damit in den kommenden zehn Jahren ersetzt werden müssen. In einigen ostdeutschen Bundesländern liegt dieser Anteil sogar bei über 40 Prozent.

BILDUNG: Gezielte Investitionen nötig

Axel Plünnecke
Prof. Dr. Axel Plünnecke

Von Axel Plünnecke

Im internationalen Vergleich muss Deutschland bei der Bildung zulegen, zeigt der neue OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick“. Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, sind gezielte Investitionen in Bildung und Forschung nötig. Die Ausgaben dafür sollten von rund neun auf zehn Prozent des BIP erhöht werden.

Der Anteil der jungen Erwachsenen mit einem Hochschulabschluss ist in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen, der Fortschritt stagniert aber in jüngster Vergangenheit, zeigt ein neuer OECD-Bericht. Insgesamt gelingt es Deutschland zu wenig, den Zusammenhang von Bildungsergebnissen und sozialer Herkunft zu lockern. Unterm Strich reichen die bisherigen Investitionen der Bildungspolitik nicht aus, um die Teilhabechancen junger Menschen ausreichend zu sichern. Dabei gibt es schon heute einen steigenden Bedarf an Fachkräften – insbesondere in den MINT-Berufen. Nach IW-Berechnungen fehlen aktuell rund 59.000 IT-Experten.

Deutschland sieht optimistisch in die digitale Zukunft

Die aktuelle Spotlight-Umfrage von SThree zeigt: Digitalisierung wird in Deutschland nicht als Bedrohung für den eigenen Job betrachtet. Der Megatrend verändert unsere Arbeitswelt, doch sind wir ‚Betroffene‘ oder vielmehr ‚Gestalter des Wandels‘? 

Ergänzend zu ihrer regelmäßig veröffentlichten So arbeitet Deutschland-Studie, hat die international tätige Personalberatung SThree erstmals über ihre Website und Social-Media-Kanäle prägnante Stimmungsbilder zu aktuellen Themen der Arbeitswelt abgefragt. Ist ein digitales Mindset in den Köpfen der Arbeitnehmer in Deutschland angekommen? Die aktuellen Ergebnisse deuten darauf hin, denn den Folgen dieses Wandels wird offen und positiv entgegengesehen.

Timo Lehne

Professorin der ESMT Berlin erhält 1,5 Millionen Euro Förderung für Forschung zu digitalen Märkten

Özlem Bedre-Defolie, Associate Professor of Economics an der ESMT Berlin, wurde mit dem renommierten Starting Grant des European Research Council (ERC) ausgezeichnet. Bedre-Defolies Projekt „Digital Platforms: Pricing, Variety, and Quality Provision“ (DIPVAR) wird zwischen 2020 und 2024 mit insgesamt rund 1,49 Millionen Euro gefördert. Dazu gehört die Schaffung mehrerer neuer Stellen für Postdoktorandinnen und PhD-Kandidaten.

Özlem Bedre-Defolie