Digitalisierung

Im digitalen Wandel – Sind HR-Abteilungen noch zeitgemäß?

Die Digitalisierung schreitet in den Unternehmen voran – doch leider nicht in vielen HR-Abteilungen. Dabei könnte die dringend notwendige Transformation das Human Resources entlasten, damit es nicht nur zu Hire und Fire verdammt sind, sondern sich wichtigeren Aufgaben widmen kann, wie zum Beispiel, die Personalentwicklung voranzutreiben. Ansonsten werden HR-Abteilungen möglicherweise obsolet.

Thomas Sattelberger

„Die digitale Kompetenz der Personaler tendiert gegen null“, spitzt der FDP-Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger, die Lage zu. Er muss es ja wissen, war er doch lange Zeit in der Entwicklung von Führungskräften tätig und 2003 bis 2012 sogar Personalvorstand bei Continental und der Deutschen Telekom. Den überwiegenden Teil der deutschen HR-Abteilungen bezeichnet er als „lebendige Leiche“. Statt Treiber der Digitalisierung zu sein, hinkten sie vielfach hilflos hinterher und fehle es ihnen an „Spritzigkeit, an Inspiration, an Innovation“, so Sattelberger. Ein hartes Urteil und sicherlich nicht überall, aber in vielen Fälle so treffend.

Blockchain vor dem Durchbruch?

  • Achim Berg, BITKOM

    Jedes vierte deutsche Startup plant Einsatz der Technologie

  • Mehrheit sieht große Bedeutung der Blockchain für deutsche Wirtschaft

Ob Kryptowährungen, sichere Lieferketten oder Smart Contracts: Im Hintergrund wird immer die Blockchain-Technologie eingesetzt. Künftig könnte es deutlich mehr Anwendungen geben. Denn aktuell nutzen nur 6 Prozent der Startups hierzulande die Blockchain-Technologie. Aber jedes Vierte (27 Prozent) plant und diskutiert derzeit den Einsatz. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 300 deutschen Startups.

Keine Angst vor Kollege Roboter

Arbeitnehmer schauen überwiegend optimistisch auf digitalisierte Arbeitswelt

  • Dr. Dieter Traub

    Mehrheit sieht für sich persönlich überwiegend Vorteile durch Digitalisierung

  • Etwas mehr als jeder Zehnte hat Angst vor Jobverlust
  • Weiterbildung von Arbeitnehmern erforderlich, aber nicht flächendeckend angeboten

Die öffentliche Debatte über die Digitalisierung der Arbeitswelt kennt viele Stimmungslagen. Wenn es um die absehbare Automatisierung bestimmter Tätigkeiten geht, rangieren die Meinungen irgendwo zwischen Untergangsszenarien und Fortschrittsglauben. „Wir sind bald alle überflüssig“, sagen die einen – „Es sind schon immer Berufe verschwunden und neue entstanden“, sagen die anderen.

Hays-Fachkräfte-Index 3/2018 – Arbeitsmarkt für Fachkräfte weiterhin positiv

Arbeitsmarkt für Fachkräfte läuft und läuft, vor allem Finance- und Marketingexperten gefragt

Dirk Hahn, CEO Hays AG
Dirk Hahn

Nach einem etwas schwächeren 2. Quartal ist der Arbeitsmarkt für Fachkräfte im 3. Quartal 2018 wieder leicht angestiegen. Der Hays-Index erhöhte sich um zwei Punkte auf den neuen Wert 151. Gewinner des Arbeitsmarktes im letzten Quartal waren Vertriebs- und Marketingexperten: Hier stieg der Index um fünf Punkte auf 146. Auch für Finance-Fachkräfte lief das letzte Quartal gut. Der Index stieg hier um sechs Punkte auf 155. Die Zahl der Stellenanzeigen für IT-Spezialisten stieg moderat um zwei Punkte auf 162; für Ingenieure sank sie dagegen um fünf Punkte auf 135.

Digitalisierung: Das Saarland und Thüringen haben den höchsten Anpassungsbedarf

Gabriele Somaggio studierte von 2000-2005 Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim und der Université des Sciences Sociales in Toulouse (Frankreich). Von 2005-2009 promovierte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialwissenschaften - Abteilung Wirtschaftswissenschaft - an der Universität Koblenz-Landau. Seit August 2009 ist sie Lehrbeauftragte an der Universität Koblenz-Landau und wissenschaftliche Mitarbeiterin im IAB Rheinland-Pfalz-Saarland.
Dr. Gabriele Wydra-Somaggio

Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt stellt die Bundesländer vor unterschiedliche Herausforderungen, geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in einem Beruf arbeiten, in dem mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten bereits heute von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden könnten, unterscheidet sich deutlich und liegt zwischen 15 Prozent in Berlin und 30 Prozent im Saarland.

Automatisierung: Fachkräfte fürchten nicht um ihren Job

Stepstone, Crosswater Job Guide,
Sebastian Dettmers

Die Digitalisierung beschleunigt Arbeitsabläufe und verändert Arbeitsplätze radikal. Studien prognostizieren den Abbau von Millionen Stellen, weil Menschen durch Maschinen ersetzt werden. Fachkräfte in Deutschland sehen der Zukunft trotzdem gelassen entgegen. Eine Studie der Online-Jobplattform StepStone, für die 17.000 Fach- und Führungskräfte befragt wurden, zeigt: Die große Mehrheit sorgt sich nicht um ihre berufliche Zukunft. 68 Prozent der Befragten sind der Meinung, technologische Veränderungen wirkten sich positiv aus. Nur 15 Prozent sehen ihren Arbeitsplatz von der Digitalisierung bedroht.

Bitkom-Präsident Achim Berg zum geplanten Fachkräftezuwanderungsgesetz 

Achim Berg, BITKOM

Zum geplanten Fachkräftezuwanderungsgesetz erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Bitkom setzt sich seit Jahren für die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften ein. Wir begrüßen sehr, dass dies von der Bundesregierung mit dem Fachkräftezuwanderungsgesetz nun grundsätzlich angegangen wird. Wir brauchen die klügsten Köpfe aus aller Welt, um die Digitalisierung in Deutschland zu gestalten, unsere Wirtschaft zu unterstützen und den Arbeitsmarkt zu stärken. Derzeit sind ca. 55.000 Stellen für IT-Spezialisten unbesetzt. Dadurch gehen den Unternehmen in Deutschland ca. 10 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr verloren.

Menschlichkeit kann man nicht digitalisieren

Medien und Meinungsmacher haben einmal mehr entdeckt, welche Wirkung die modernen Buzzwords wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Agilität oder Disruption haben. Diese Begriffe heischen um Aufmerksamkeit und tragen eigentlich fast nichts zur inhaltlichen Substanz bei, weil sie einfach nur als Kürzel verwendet werden. Der Leser wird schon ahnen, wie wichtig der Artikel dann ist. Hauptsache, die Begriffe wirken als „Clickbait“, als Köder für den multimedial affinen Lesekonsumenten. Viel Buzz, viel Clicks, die Texter in den Redaktionsstuben dieser Republik glauben daran. Ist das wirklich so?

Die Abkehr von den überdimensionierten Pinselstrich-Worthülsen

Unternehmen setzen verstärkt auf Digitalisierungs-Teams

  • Achim Berg, BITKOM

    Allerdings verzichten weiterhin zwei Drittel auf eine organisatorische Einheit

  • Nur in jedem zehnten Unternehmen gibt es einen Leiter Digitalisierung oder CDO
  • Vor allem kleinere Betriebe sind zurückhaltend

Unternehmen schaffen verstärkt eigene Abteilungen oder Teams, die sich ausschließlich mit der Digitalisierung beschäftigen. Allerdings sagen in Deutschland immer noch rund zwei Drittel (69 Prozent) der Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern, dass sie keine solche organisatorische Einheit geschaffen haben. Im vergangenen Jahr lag der Anteil mit drei Viertel (77 Prozent) noch höher. So gibt jedes vierte Unternehmen (26 Prozent, 2017: 20 Prozent) an, eine Digitalisierungseinheit innerhalb der IT-Abteilung geschaffen zu haben. Lediglich weitere 4 Prozent (2017: 2 Prozent) haben eine eigenständige Einheit außerhalb der IT-Abteilung aufgebaut.

Frauen wünschen sich mehr Branchen-Transparenz: 69,8 Prozent fühlen sich nicht ausreichend über Auswirkung der Digitalisierung informiert

„Wie Branchen-sicher bist Du?“ lautete die women&work-Umfrage, die von Ende August bis zum 10. September 2018 online durchgeführt wurde. 99 Frauen nahmen an der Umfrage teil. Mehr als die Hälfte der Befragten (60,5 Prozent) hatte nach dem Schulabschluss noch keine konkrete Vorstellung, in welcher Branche sie arbeiten wollte. Ebenfalls die deutliche Mehrheit (69,8 Prozent) fühlt sich bis heute nicht ausreichend darüber informiert, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf einzelne Branchen haben kann.

Melanie Vogel