DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2019: Softwareentwicklung ist mehr als Java

  • Entwickler arbeiten im Team, agil und interdisziplinär
  • Höchster Bedarf in IT, Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Elektroindustrie
  • Softwareentwicklung zunehmend Tätigkeitsfeld auch für Ingenieure

Softwareentwickler sind die am zweithäufigsten gesuchten Fachkräfte, so der DEKRA Arbeitsmarkt-Report. Was Recruiter beunruhigt, dürfte Kandidaten mit einer einschlägigen Ausbildung freuen: Bewerber können zwischen vielen Jobangeboten wählen und Arbeitgeber legen sich mächtig ins Zeug, um in die engere Wahl der Entwickler zu kommen. Auch das Arbeitsumfeld und die Zusatzleistungen lassen kaum Wünsche offen, wie die Analyse von 350 Stellenanzeigen zeigt. Doch die Anforderungen sind hoch und Kandidaten benötigen neben fundierten Programmierkenntnissen Erfahrung in verschiedenen anderen Bereichen des Entwicklungsprozesses. Idealerweise bringen sie hierfür einen Hochschulabschluss sowie Berufserfahrung mit.

Entwickler auf Jobsuche haben derzeit vor allem in drei Branchen besonders große Auswahlmöglichkeiten: Erwartungsgemäß gibt es in der IT-Industrie die meisten offenen Stellen. Gut jeder dritte Kandidat wird hier tätig werden (34,9 %). Jobangebote im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in der Elektroindustrie haben ebenfalls einen starken Anteil an der Stichprobe (23,6 % bzw. 22,8 %).

 

Drei von fünf Anzeigentexten spezifizieren die Rolle, die zukünftige Mitarbeiter haben werden. Wer Webanwendungen oder Datenbanken beherrscht, hat gute Karten. Die Gesuche richten sich am häufigsten an Web-Entwickler (20,6 %) sowie Datenbank-Entwickler (18,6 %). Außerdem sprechen Arbeitgeber in den Anzeigen häufiger die Rolle von Mobile- und Embedded-Entwicklern an.

Entwickler haben viele Hüte auf

 Der Beruf des Softwareentwicklers wird gemeinhin ausschließlich mit Programmierung in Verbindung gebracht. Ein großer Teil der gesuchten Kandidaten soll tatsächlich programmieren, doch die Jobbeschreibungen enthalten jeweils durchschnittlich 4,6 Aufgabenbereiche. Dies zeigt: Ihre Arbeit geht erheblich über die Programmierung hinaus.

 

Viele der Softwarespezialisten befassen sich auch mit dem Testen, um frühzeitig Fehler ausmerzen zu können und zu prüfen, ob die Entwicklung in die richtige Richtung geht. Deutlich mehr als jeder dritte der IT-Spezialisten führt vorab die Anforderungsanalyse durch oder entwirft die Softwarearchitektur. Auch unterstützende und administrative Tätigkeiten gehören zum Entwicklerberuf: Sie übernehmen im neuen Job ebenso Koordinationsaufgaben (18,3 %) oder sollen ihr Wissen im Rahmen von Mentoring oder Workshops an Kollegen oder Kunden weitergeben (17,4 %).

Java und C++ dominieren

 Programmier- und Markup-Sprachen sind das Handwerkszeug von Softwareentwicklern. Die Basis bilden hier eindeutig Java und C++ (40,0 bzw. 37,7 %). Jeder vierte Bewerber sollte außerdem fit in der Datenbanksprache SQL sein. JavaScript ist die gängigste Skriptsprache für webbasierte Anwendungen und findet sich deshalb des Öfteren in den Anforderungsprofilen (17,1 %). Gut jeder zehnte Arbeitgeber fordert Kenntnisse in Python, eine der sich am schnellsten verbreitenden Programmiersprachen, die beispielsweise im Bereich Machine Learning und Big Data zum Einsatz kommt.

 

Was die Ausbildung betrifft, sind Bewerber mit einem Informatikstudium auf der sicheren Seite, denn es wird am häufigsten als gewünschte Ausbildung genannt (83,4 %). Doch auch Softwareentwickler mit einer beruflichen IT- bzw. Informatikausbildung sind in drei von zehn Fällen eingeladen, sich zu bewerben. Interessant ist: Die Anforderungsprofile enthalten häufig auch einen Ingenieurabschluss als möglichen beruflichen Hintergrund – vor allem Elektroingenieuren bietet sich in der Softwareentwicklung ein zusätzliches Aufgabengebiet (28,9 %).

 

Neben der Ausbildung fällt einschlägige Berufserfahrung stark ins Gewicht: Viele der zukünftigen IT-Mitarbeiter benötigen praktische Erfahrung in ihrem Fachgebiet (41,7 %) und bei gut einem Drittel der Stellen kommen nur Bewerber zum Zug, die schon viele Jahre in der IT arbeiten (34,6 %).

Arbeitsmethoden beeinflussen Soft Skills

Oft beschreiben Arbeitgeber, wie ihre Entwicklerteams arbeiten. Fast zwei Drittel betonen die Bedeutung von Teamarbeit (63,4 %) oder dass die Entwickler häufig in einem agilen und interdisziplinären Umfeld arbeiten (41,4 % bzw. 23,1 %). Außerdem gehört Kundenkontakt zur Tagesordnung von gut jedem dritten der gesuchten Mitarbeiter. Diese Faktoren haben einen direkten Einfluss darauf, wie Entwickler „ticken“ müssen: Wie wichtig es ist, dass sie teamfähig sind, zeigt schon die Differenz dieser Eigenschaft zu allen anderen genannten. Kreativität und Gestaltungswille haben es an die achte Stelle der Soft Skills geschafft, denn wie in kaum einem anderen Bereich müssen Entwickler offen für neue und auch ungewöhnliche Lösungswege sein. Gleichzeitig legen Unternehmen Wert auf verantwortungs- und qualitätsbewusste Mitarbeiter, denn das Ergebnis ihrer Arbeit ist oft zentraler Bestandteil von Produkten, bei denen es auf Sicherheit und Zuverlässigkeit ankommt.

 

Womit Arbeitgeber locken

 In den Stellenanzeigen finden sich sehr viele Hinweise auf Benefits, mit denen Wechselwillige im neuen Job rechnen können. Attraktive Konditionen rund um die Arbeitszeitgestaltung, Weiterbildung und sonstige Zusatzleistungen stehen dabei im Vordergrund. Jedes zweite Unternehmen ermöglicht beispielsweise eine flexible Arbeitszeitgestaltung und auch andere Leistungen zielen darauf, Arbeit und Privatleben in jeder Lebensphase unter einen Hut zu bringen. Manche Arbeitgeber spendieren zusätzliche Urlaubstage und in 16 Unternehmen können Mitarbeiter sogar im Rahmen von Sabbaticals eine längere Auszeit nehmen.

Inhalte des DEKRA Arbeitsmarkt-Reports 2019:

Im Kernerhebungszeitraum vom 18. bis 24. Februar wurden 13.745 Stellenanzeigen in elf deutschen Tageszeitungen, zwei Online-Jobbörsen und zwei sozialen Netzwerken ausgewertet. Der Report beinhaltet

  • einen Überblick über die Entwicklung der Berufe und Tätigkeitsfelder
  • eine vertiefende Analyse der Tätigkeit von Berufskraftfahrern
  • eine vertiefende Analyse der Tätigkeit von Softwareentwicklern
  • einen Exkurs zum Thema „Personalentwicklung im Handel“
  • Expertenkommentare

 

Der DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2019 kann kostenfrei per E-Mail unter service.akademie@dekra.com angefordert werden und steht als Blätterkatalog unter https://www.dekra-akademie.de/amr19-pdf zur Verfügung.

 

 

Über DEKRA Akademie

Die DEKRA Akademie GmbH, eine Tochter der DEKRA SE, versteht sich als individueller Berater und ganzheitlicher Prozessbegleiter für Qualifizierung. Langjähriges Know-how und Erfahrung aus der Bildungsberatung werden genutzt, um gemeinsam mit Partnern neue Qualifizierungskonzepte zu entwickeln. Mit ihrer praxis-, kunden- und qualitätsorientierten Ausrichtung ist die DEKRA Akademie einer der größten privaten Bildungsanbieter Deutschlands und bereitet jährlich mehr als 150.000 Teilnehmer auf veränderte oder neue berufliche Anforderungen vor.

 

 

Über DEKRA

Seit mehr als 90 Jahren arbeitet DEKRA für die Sicherheit: Aus dem 1925 in Berlin gegründeten Deutschen Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein e.V. ist eine der weltweit führenden Expertenorganisationen geworden. Die DEKRA SE ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des DEKRA e.V. und steuert das operative Geschäft des Konzerns. Im Jahr 2018 hat DEKRA einen Umsatz von mehr als 3,3 Milliarden Euro erzielt. Mehr als 46.000 Mitarbeiter sind in rund 60 Ländern auf allen fünf Kontinenten im Einsatz. Mit qualifizierten und unabhängigen Expertendienstleistungen arbeiten sie für die Sicherheit im Verkehr, bei der Arbeit und zu Hause. Das Portfolio reicht von Fahrzeugprüfungen und Gutachten über Schadenregulierung, Industrie- und Bauprüfung, Sicherheitsberatung sowie die Prüfung und Zertifizierung von Produkten und Systemen bis zu Schulungsangeboten und Zeitarbeit. Die Vision bis zum 100. Geburtstag im Jahr 2025 lautet: DEKRA wird der globale Partner für eine sichere Welt.

 

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