Anonyme Bewerbung

Bewerben? Bloß nicht anonym!

Bewerberberater Gerhard Winkler bringt es auf den Punkt: 10 Gründe gegen die anonyme Bewerbung

1. Bewerben heißt, seinen guten Namen einzusetzen. Anonyme Bewerber sind No-Name-Bewerber.

2. Wozu im Dunklen stehen, wenn man sich als Bewerber direkt unter das Licht zu stellen hat?

3. Gleichstellungsbeauftragte wollen Konformität. Jobanbieter suchen Diversität.

Du bist Deutschland

4. Die Anonymität erschwert es jedem Bewerber, seine Besonderheit zu zeigen. Der Bessere ist immer signifikant anders als seine Mitbewerber.

Inkognito zum Vorstellungsgespräch

hr-metrics Testverfahren ersetzt die klassische Bewerbung

Jens-Peter Paulsen

Hamburg – Die bundesweite Studie zur anonymen Bewerbung nach amerikanischem oder kanadischem Vorbild hat große Schlagzeilen gemacht. Weder Bild, noch Name, Geschlecht, Familienstand oder Alter waren auf den Bewerbungen zu sehen, berichtet der Spiegel. Mütter sowie  Ausländer hatten laut Studie durch die Wegnahme der persönlichen Informationen bessere Chancen auf eine Einladung zum persönlichen Gespräch.

Absage an die anonyme Bewerbung


  • Studie „Bewerbungspraxis 2011“*: Nur rund 13 Prozent der Bewerber sprechen sich für anonymisierte Unterlagen aus
  • Bewerber: Nur geringe Zustimmung für anonyme Bewerbung bei Migranten, Frauen und älteren Bewerbern

Elke Guhl

Eschborn. Vor einem halben Jahr startete der Testlauf für anonyme Bewerbungen in Deutschland auf Initiative der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Verschiedene Arbeitgeber nutzen das Pilotprojekt, um die Bewerbung ohne Angabe von Name, Alter, Herkunft, Geschlecht oder Familienstand zu testen und eine Diskriminierung in der Kandidatenauswahl zu vermeiden. Fragt man jedoch die Bewerber zur anonymen Kandidatenauswahl, bewerten sie die Initiative aktuell eher verhalten. So ergab die Studie „Bewerbungspraxis 2011“* des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) in Zusammenarbeit mit Monster, dass lediglich rund 13 Prozent der Bewerber die Meinung vertreten, dass Unternehmen in Zukunft nur noch anonymisierte Bewerbungen akzeptieren sollten. Lediglich 11,7 Prozent der Befragten sehen ihre eigenen Chancen im Auswahlverfahren infolge anonymisierter Bewerbungen verbessert.

Was im Aufschwung so alles „boomt“

Ein Gastbeitrag von Udo Wirth.

Udo Wirth
Udo Wirth

München. Die Situation am High-Tech-Arbeitsmarkt nach der Krise: Gemäß Medienbe­richten, Regierungsmeldungen und Aussagen sogenannter Experten ist die Krise vorbei. Wir leben wieder und weiter in unserem gewohnten Wohlstand, das heißt Wachstumszahlen aller Orten, Konsumlaune, Rück­gang der Arbeitslosigkeit und „Mangel an Fachkräften“ usw. wie gehabt.

Wirkt sich dieses Szenario auf das Geschehen am Arbeitsmarkt aus?

Monster-Umfrage zeigt: 40 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer glauben an mehr Chancengleichheit durch anonymisierte Unterlagen

Der anonyme Bewerber
Der anonyme Bewerber

Eschborn. Hat Anna bei ihrer Bewerbung mehr Chancen als Ayse? Eine Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und der Universität Konstanz bestätigt diese Befürchtung. Sie belegt, dass Bewerber mit einem türkisch klingenden Namen bei gleicher Qualifikation deutlich seltener zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden, als Bewerber mit einem deutschen Namen. Doch auch Merkmale wie Alter, Geschlecht und Konfession können das Bewerbungsverfahren entscheidend beeinflussen. Aus diesem Grund startet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes die Initiative „Anonyme Bewerbung“.