Arbeitslosenzahlen

Allgemein skeptisch, persönlich optimistisch ins neue Jahr

Aktuelle Arbeitsmarktstudie: Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer geht von steigenden Arbeitslosenzahlen für 2020 aus, eigene Karrierepläne bleiben aber intakt

Die Mehrheit der Deutschen glaubt zwar, dass die Arbeitslosenzahlen im kommenden Jahr 2020 ansteigen werden. Ihre persönlichen beruflichen Ambitionen bleiben davon aber nahezu unberührt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Arbeitsmarktstudie der KÖNIGSTEINER Gruppe für die 1.110 Menschen befragt wurden, die in den nächsten 12 Monaten eigenen Angaben zufolge planen, den Job zu wechseln. Demnach glauben 55% der Befragten, dass die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland 2020 ansteigen wird und nur 12%, dass sie im kommenden Jahr weiter sinkt. Von den Skeptikern halten trotzdem zwei Drittel an ihrer persönliche Karriereambition, den Job zu wechseln, fest.

Nils Wagener

Nachhaltiges Recruitment ist gefragt

Sascha Theisen, StepStone
Sascha Theisen, StepStone

Von Sascha Theisen, StepStone

Im Herbst des vergangenen Jahres sah Arbeitsminister Olaf Scholz schlaflose Nächte auf sich zukommen. So sprach er – damals noch vor der Eskalation der weltweiten Finanzkrise – von dem Horrorszenario, in einiger Zeit sowohl ansteigende Arbeitslosenzahlen als auch den nach wie vor drängenden Fachkräftemangel beklagen zu müssen. Die Realität scheint Herrn Scholz nun einzuholen.

Im Dezember 2009 stiegen die Arbeitslosenzahlen in Deutschland erstmals wieder. Mehr noch: Die Nürnberger Arbeitsmarktexperten gehen von einer weiter steigenden Quote aus. Gleichzeitig werden zahlreiche Branchenverbände nicht müde, den Mangel an Fach- und Führungskräften im Land anzumahnen. Letztes Beispiel: Gemäß einer Studie des VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) glauben mehr als 50 Prozent der Mitgliederunternehmen ihren Bedarf an Elektroingenieuren in 2009 bei Weitem nicht decken zu können. Verstärkt wird diese Einschätzung durch die Tatsache, dass zahlreiche Ingenieure das Rentenalter erreichen und im Gegenzug zu wenige Absolventen von den Universitäten nachkommen.