Arbeitsmarktintegration

Regionale Verteilung der Zuwanderung

Wido Geis-Thöne
DR. WIDO GEIS-THÖNE Senior Economist für Familienpolitik

Die Zuwanderung von Menschen aus dem Ausland kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Altersstruktur in den besonders vom demografischen Wandel negativ betroffenen Regionen zu stabilisieren. Allerdings haben diese in den letzten Jahren kaum Zuwanderer gewonnen. Gelingt die Integration in den Arbeitsmarkt, kann Zuwanderung zudem die wirtschaftliche Entwicklung einer Region stärken. Dabei ziehen die besonders arbeitsmarktnahen Erwerbszuwanderer aus Drittstaaten heute zu großen Teilen in die wirtschaftlichen Zentren im Süden. Hingegen lassen sich in den wirtschaftsschwächeren Städten in Nord- und Westdeutschland relativ viele Geflüchtete  nieder. Insgesamt verstärkt Zuwanderung die bestehenden regionalen Divergenzen derzeit tendenziell sogar noch.

Dauerhafte Zuwanderung nach Deutschland stark angestiegen – Bessere Arbeitsmarktintegration Hochqualifizierter wäre positiv für den Staatshaushalt

Paris/Berlin – Die dauerhafte Zuwanderung nach Deutschland ist zwischen 2010 und 2011 so stark angestiegen wie in kaum einem anderen OECD-Land. Knapp 300.000 Menschen kamen im letzten Jahr, für das harmonisierte Zahlen vorliegen – etwa 68.000 mehr als im Vorjahr. Wie die aktuelle Ausgabe des “Internationalen Migrationsausblicks” der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zeigt, steht Deutschland damit an fünfter Stelle unter den Zielländern der OECD. Die USA, Spanien, Großbritannien und Italien ziehen, trotz teils erheblicher Rückgänge seit Ausbruch der Krise, noch immer mehr Menschen an (Tabelle 1.1).