Guy Standing

Wird das Volk für dumm verkauft? Billigjournalismus ist das neue Prekariat

Wenn Journalisten sich ihren Beruf nicht mehr leisten können, wird die Meinungsbildung zur Ramschware

Mit dem Trend zu den digitalen Medien verstärkt sich auch die Entwicklung zum Billigjournalismus. Qualifizierte Journalisten haben oft einen geisteswissenschaftlichen Hintergrund, sei es als Germanist, Politikwissenschaftler oder Kommunikationsexperte. Doch der einst glamouröse Job als Journalist muss zusehends mit den Herausforderungen des Prekariats kämpfen. Wenn ein Journalist nicht mehr adäquat von seinem Beruf leben kann, muss die Medienbranche nach Alternativen Ausschau halten. Billigjournalismus und Roboterjournalismus haben Hochkonjunktur. Auf der Strecke bleibt die Meinungsbildung. Wer keine Ramschware konsumieren will, muss zusehends selbst recherchieren. So zeichnet sich in der Medienlandschaft auch eine Zweiteilung ab. Auf der einen Seite stehen Verlage, Zeitschriften und Tageszeitungen in ihren jeweiligen Print- oder Online-Ausgaben, am Horizont tauchen zusehends Blogs und Medien auf, die gegen den Strom der pauschalierenden Meinungsbildung ankämpfen.

Home Office, Co-Working oder Work Smart: Nur ein Hype?

Barbara Josef
Barbara Josef

Der Leipziger HR-Innovation-Day stellt sich der Diskussion

Egal welche Begrifflichkeiten verwendet werden, Home Office, Co-Working, Work Smart und ähnliche Umschreibungen für die Arbeit von zu Hause aus gelten als Top-Topics in den Redaktionsstuben der Medien-Republik. Doch eigentlich ist das nicht ganz neu. Früher hieß es Teleworking. Alter Wein in neuen Schleuchen? In der euphorischen Berichterstattung der Medien und als Diskussionsthema auf einschlägigen HR-Konferenzen wird die Schattenseite der Home-Office-Arbeit häufig ausgeblendet, weil das nicht so richtig in das Hype-Konzept passt.

Zeitbombe Prekariat: Die Lunte glimmt

Gerhard Kenk
Gerhard Kenk

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide

Professor Guy Standing analysiert die Zunahme des Prekariats und erläutert einen wichtigen Trend der modernen Arbeitswelt – Risiken und Nebenwirkungen inklusive.

Mit seinem 2011 erstmals publizierten Buch „The Precariat – The new dangerous class“ legt Guy Standing, Professor of Development Studies, University of London, UK, eine schonungslose Analyse eines wichtigen Trends der modernen Arbeitswelt vor. Dabei spannt er einen globalen Rahmen und schildert Ursachen und Wirkungen der Ausdehnung des Prekariats auf immer grössere Schichten der arbeitenden Bevölkerung. Beispiele aus USA, Großbritannien, Japan, Korea, Frankreich, Italien, Deutschland und anderen Ländern zeigen die verstörende Dimension dieser Veränderungen auf. Weiterhin beschreibt Standing, welche Auswirkungen sich daraus auf das Individuum und die Gesellschaft ergeben und welche gefährlichen politischen Konsequenzen dies nach sich ziehen könnte  – wenn nicht gegengesteuert wird.