Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Ungleichheit: Medienberichte verunsichern Bürger

Matthias Diermeier / Henry Goecke / Judith Niehues / Tobias Thomas

Matthias Diermeier
Matthias Diermeier

Die Medien berichten seit einigen Jahren immer häufiger über Ungleichheit, obwohl sich die Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland kaum verändert hat.

Das belegt eine gemeinsame Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und von EcoAustria. Die Studie zeigt zudem, dass die Berichterstattung die Menschen verunsichert – zumindest kurzfristig.

Keine Gefahr für die Stammbelegschaften

Die Zeitarbeits-Branche hat ihre Schwächeperiode hinter sich gelassen und wächst derzeit wieder. Von Juni 2014 bis Juni 2015 kamen knapp 50.000 Beschäftigte hinzu. Aber auch die Stammbelegschaften wachsen, ein Verdrängungswettbewerb findet also nicht statt. 

Ergebnisorientiert Führen als Alternative zur Präsenzkultur

Der Arbeitsplatz der Zukunft ist vielfältig: Ob von zuhause, im Zug oder am Rheinufer – Smartphones, Tablets und Laptops machen es möglich. Unternehmen setzen daher zunehmend auf Zielvereinbarungen und einen ergebnisorientierten Führungsstil statt Anwesenheitskontrollen im Betrieb.

Ein Jahr Mindestlohn: Langzeitfolgen bleiben ungewiss

Dr. Hagen Lesch
Dr. Hagen Lesch

Durch den Mindestlohn sind die Löhne von an- und ungelernten Arbeitnehmern deutlich angestiegen. Zugleich haben sich vor allem in Ostdeutschland einige Dienstleistungen spürbar verteuert, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt. Dank der guten Wirtschaftslage hat das bislang kaum Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt – das kann sich aber jederzeit ändern.

Steigende Arbeitskosten:Höhere Kaufkraft zu einem hohen Preis

Steigende Arbeitskosten
Steigende Arbeitskosten belasten deutsche Firmen – hier eine BMW-Motorenproduktion – im internationalen Wettbewerb. Foto: EdStock/iStock

Die Arbeitskosten in Deutschland sind im ersten Quartal 2016 im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum um über 3 Prozent gestiegen. Arbeitnehmer können sich also über mehr Kaufkraft freuen, weil die Inflationsrate momentan sehr niedrig ist. Doch Unternehmen sind zu Recht beunruhigt: Die steigenden Arbeitskosten bedeuten für sie Wettbewerbsnachteile – und letztlich könnte das auch die Arbeitnehmer empfindlich treffen.

Kinder- und Jugendhilfe: Drastische regionale Unterschiede

Dr. Marie Möller
Dr. Marie Möller

Die Ausgaben der Kinder- und Jugendhilfe sind von 2003 bis 2013 um über 70 Prozent gestiegen. Unklar ist, ob dadurch junge Menschen besser betreut und geschützt werden. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt zudem, dass es große, teils schwer erklärbare Kosten-Unterschiede gibt.

Drastische Maßnahmen gegen Arbeitskräftemangel nötig

  • Dr. Hans-Peter Klös

    Kommission „Zukunft der Arbeitswelt“ überreicht Analyse zur Arbeitswelt im Jahr 2030 an Bundesministerin Ursula von der Leyen

  • Wenn Reformen ausbleiben, sinkt das Arbeitskräftepotenzial durch den demografischen Wandel um zwölf Prozent
  • Experten fordern, die Erwerbsquote und die durchschnittliche Jahresarbeitszeit der Arbeitnehmer zu erhöhen

Berlin – Nur eine Reform der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik kann einen künftigen Mangel an Arbeitskräften in Deutschland verhindern. Das zeigen Fachleute in einer heute vorgestellten Studie zur Zukunft der Arbeitswelt im Jahr 2030, die von der Robert Bosch Stiftung gefördert wurde. Andernfalls sinkt die Zahl der potenziellen Arbeitskräfte demografiebedingt um zwölf Prozent – mit negativen Folgen für den Wirtschaftsstandort und den Wohlstand in Deutschland.