Migranten

Großes Potential der beruflichen Bildung für die Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten

Schlussfolgerungen aus OECD-Studie

Das duale System der beruflichen Bildung in Deutschland leistet einen entscheidenden Beitrag zur Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt und trägt dazu bei, den Fachkräftebedarf zu decken. Insbesondere im Handwerk sind die Potentiale groß. Deutschland hat zudem beeindruckendes geleistet, um Hindernisse für den Zugang von Migranten zur Berufsbildung und zum Arbeitsmarkt abzubauen, und dabei große Kreativität an den Tag gelegt.

Ludger Schuknecht

Migranten machen sich häufiger selbstständig als Einheimische

Dr. Udo Brixy
Dr. Udo Brixy

Nürnberg. In den letzten dreieinhalb Jahren haben rund sieben Prozent der Migranten in Deutschland ihr eigenes Unternehmen gegründet oder waren gerade dabei, es zu tun. Unter den Personen ohne Migrationshintergrund waren es weniger als fünf Prozent. Dies ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover. Häufig spielt das höhere Arbeitslosigkeitsrisiko von Ausländern eine Rolle: Ihre Arbeitslosenquote ist doppelt so hoch wie die deutscher Staatsbürger.

Gelernt ist gelernt? Migranten haben die gleichen Kompetenzen wie Deutsche, wenn zuhause deutsch gesprochen wurde

PD Dr. Guido Heineck, IAB

Nürnberg. Personen mit Migrationshintergrund, die als Kinder zu Hause deutsch gesprochen haben, weisen ähnliche Fähigkeiten beim Lesen und Rechnen auf wie vergleichbare Deutsche. Migranten, die in der Kindheit nicht vorwiegend Deutsch gesprochen haben, schneiden in beiden Kompetenzbereichen dagegen deutlich schlechter ab als die Befragten aus deutschsprachigen Haushalten. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Grundlage der Studie sind Interviews und Tests mit 4.000 in Deutschland lebenden Personen zwischen 18 und 52 Jahren.