Schlecker

Schlecker-Frauen: Allrounder brauchen richtige Unterstützung bei der Jobsuche

  • Jens-Peter Paulsen

    Studie: Unternehmen fordern eine bessere Qualifizierung von Arbeitslosen

  • Experten der m.o.v.e. hr sehen Job-Chancen von Schlecker-Frauen nur durch professionelle Weiterbildung gesichert

Hamburg – Laut einer Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der Adecco Gruppe verlangen Unternehmen bessere Qualifikation und Weiterbildung von Arbeitslosen, um diese übergangslos in den Firmenalltag integrieren zu können. „Gerade bei den arbeitslosen Schlecker-Frauen sind Umschulungen und Weiterbildungen wichtige Maßnahmen, um eine Neuanstellung überhaupt zu ermöglichen“, erklärt Jens-Peter Paulsen, Geschäftsführer der m.o.v.e. hr GmbH (www.move-hr.de). Zeitarbeit sei da keine Lösung, eine langfristige Festanstellung für die ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterinnen müsse das Ziel sein.

Schlecker-Pleite bringt Zeitarbeitsbranche in Verruf

Sven Konzack
Sven Konzack

Berlin – Schlecker steht endgültig vor dem Aus. Die seit Wochen andauernden Debatten und Bemühungen um eine Rettung der Drogeriemarktkette waren nicht von Erfolg gekrönt. Während Schlecker wie die Unternehmen, die ein ähnliches Schicksal erlitten, womöglich schon binnen kurzer Zeit in Vergessenheit geraten wird, hat die Zeitarbeitsbranche den Schaden. „Was den Menschen im Gedächtnis bleiben wird, ist, wie die Schlecker-Eigner zur Maximierung ihrer Gewinne mit den Mitarbeitern umgesprungen sind. Wie sie diese aus Festanstellungsverträgen in flexiblere Arbeitsverhältnisse gedrängt haben“, sieht Zeitarbeitsexperte Sven Konzack große Image-Schäden für die gesamte Branche, die derzeit ohnehin schon unter dem Fachkräftemangel zu leiden hat.

Zum Fall Schlecker: Offener Brief des BVTB an Bundeskanzlerin Angela Merkel

In Reaktion auf eine öffentliche Stellungnahme des Regierungssprechers, in der Bundeskanzlerin Angela Merkel zu der gescheiterten Transfergesellschaft im Fall Schlecker zitiert wird, hat der Bundesverband der Träger im Beschäftigtentransfer e.V. (BVTB) einen offenen Brief an das Bundeskanzleramt verfasst.

Gerd Galonska

Dortmund – Nach dem Scheitern einer Transferlösung für die rund 10.000 Mitarbeiter, die im Zuge der Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker ihren Arbeitsplatz verloren hatten, äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel über ihren Pressesprecher. Insbesondere die Aussagen, Merkel halte Transfergesellschaften für ein überholtes Instrument und eine Transfergesellschaft sei ein Mittel aus einer anderen beschäftigungspolitischen Zeit, veranlassten den BVTB dazu, in einem offenen Brief eine klare Position zu diesem Thema zu beziehen.

Schlecker: Insolvenz ist geil – For You, vor Ort, for Nix

Employer Branding:  Niveau der Unternehmensführung nähert sich dem Kunden-Niveau.

Das Niveau der Werbeslogans entspricht dem niedrigen bis mittleren Bildungsniveau seiner Kunden.

Schlecker-Slogan

[ghk] Wie die WuV am 25.10.2011 berichtet, rechtfertigte der Leiter der Unternehmenskommunikation von Schlecker den Claim: Er richte sich an die „durchschnittlichen Schlecker-Kunden, die niederen bis mittleren Bildungsniveaus zuzuordnen sind“. Schlecker habe „renommierteste Marketing- und Marktforschungsagenturen beauftragt, unter diesen Gesichtspunkten eine optimale Parole für uns zu finden.“ Durch sein „provokant kalauerndes Denglisch“ bleibe der am Ende ausgewählte Claim besonders gut im Gedächtnis und liefere dazu kontroversen Gesprächsstoff. Der Slogan stammt übrigens von der Agentur Grey.

Sozialplan Schlecker: 6-Punktekatalog vorgelegt

Ehingen/Bonn – Angesichts des radikalen Sparprogramms der insolventen Drogeriekette Schlecker haben die Arbeitsmarktexperten der BWA Akademie einen 6-Punktekatalog für den Mitarbeiter-Sozialplan vorgelegt. Vorgesehen sind konkrete Angaben, welche Standorte weg fallen und welche Mitarbeiter direkt vom Stellenabbau betroffen sind. Darüber hinaus muss der Sozialplan laut BWA Akademie auch Fragen zu Fördermitteln, beruflichen Alternativen, dem Qualifizierungsbedarf und Fortbildungsmaßnahmen klären. Darüber hinaus sollte die Vereinbarung auch spezielle Maßnahmen für die betroffenen weiblichen Mitarbeiter beinhalten.

Neuer Job ist kein Honigschlecken – Änderungen und Wechsel in der Personalszene

Boldt wird Direktor Personal Konzern bei SCHLECKER

Alexander Boldt (Foto: humanresourcesmanager)

Alexander Boldt ist seit Mitte November neuer Direktor Personal Konzern bei Schlecker. Er folgt in dieser Position Personalchef Wolfgang Stohr nach. Stohr tritt nach 38 Jahren bei dem Unternehmen mit Sitz in Ehingen in Baden-Württemberg den Ruhestand an. In seiner neuen Funktion berichtet Alexander Boldt an den Vorstand und Chief Financial Officer von Schlecker, Sami Sagur. Bevor er zu Schlecker wechselte, war Alexander Boldt als Leiter Personalmanagement für die Marktkauf Holding GmbH tätig und begleitete in dieser Funktion unter anderem die Integration des Handelsunternehmens in den Edeka-Konzern. Zudem war der 43-Jährige Personalleiter der Spar Handelsgesellschaft mbH und mehrere Jahre lang als Geschäftsführer der Edeka Nonfood-Logistik GmbH tätig. Der Drogerie-Discounter Schlecker beschäftigt konzernweit rund 47.000 Mitarbeiter.

Erstmals Personalgeschäftsführer bei SCHLECKER

Sami Sagur

Sami Sagur (37), der seit Juli 2010 als Chief Financial Officer für Schlecker tätig ist, hat im Januar nun auch die Verantwortung für den Bereich Personal bei der Drogeriekette übernommen.

Sami Sagur wurde in Azech (Idil) geboren und war nach seinem Studium im Hugo Boss Konzern in unterschiedlichen Managementpositionen im In- und Ausland tätig. Nach einer kurzen Phase als Leiter Internationales Controlling bei der Merckle GmbH wechselte er zu der Porsche AG. Bei Porsche war er für das Vorstands- und Aufsichtsratsberichtswesen sowie die Konzernkonsolidierung und -planung verantwortlich und zuletzt als Direktor Controlling und Finanzen für die Porsche Consulting tätig.