VDSG

Große Umfrage zeichnet düsteres Bild der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland

Scheinselbstständigkeit – Folgen der Rechtsunsicherheit

GULP und der Verband der Gründer und Selbständigen Deutschland (VGSD) befragten Ende 2018 1.940 Selbstständige, hauptsächlich aus den Bereichen IT und Engineering, nach den Auswirkungen der Rechtsunsicherheit bei der Beauftragung von externen Experten. Liegen der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP „keine bekannten Daten“ vor, dass die unklare Rechtslage zu einem Verlust der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands oder dem Abwandern von Know-how führen könnte, zeichnet die Umfrage ein ganz anderes Bild. 59 Prozent der Befragten gaben an, Aufträge oder ganze Projekte verloren zu haben. Über 90 Prozent sahen den Grund für die vorzeitige Beendigung von Aufträgen und Projekten in Deutschland in der bestehenden Rechtsunsicherheit. Fast die Hälfte aller Befragten erwägt aus diesen Gründen die Auswanderung aus Deutschland.

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Brain Drain: Rechtsunsicherheit treibt IT-Fachkräfte und innovative Projekte ins Ausland

Umfrage von GULP und VGSD: 48 Prozent der selbstständigen IT-Experten erwägen, aufgrund schlechter Rahmenbedingungen Deutschland den Rücken zu kehren

48 Prozent der freiberuflichen IT-Spezialisten in Deutschland denken aufgrund von Rechtsunsicherheit über eine Auswanderung nach. Eine Gesetzesänderung vom April 2017 und deren restriktive Auslegung durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) stellt ihren Status als Selbstständige infrage. Bei einer Einordnung als Scheinselbstständige drohen ihren Auftraggebern jedoch hohe Strafen.

Dr. Andreas Lutz, VDSG

Kampagnen Webseite des VGSD zur Scheinselbstständigkeit online

Nur drei Monate nach Gründung der Arbeitsgruppe Scheinselbstständigkeit hat der VGSD Einiges auf die Beine gestellt, um den Gründern und Selbstständigen bei diesem Thema eine Stimme zu geben.

 

Mit dem geplanten Gesetz zur Verhinderung des Missbrauchs von Werkverträgen, das angeblich noch in diesem Jahr verabschiedet werden soll, gerät das Thema Scheinselbständigkeit verstärkt in den Fokus von Selbstständigen und deren Auftraggeber. Schon heute schwebt die Scheinselbstständigkeit als Damoklesschwert über den Selbstständigen und gefährdet die Existenz vieler. Das Thema sorgt auch für Unsicherheit bei den Auftraggebern. Der VGSD, der Verband der Gründer und Selbstständigen e. V., hat bereits am 15.05.2015 sein Positionspapier veröffentlicht, das die Forderungen an eine neue Gesetzgebung formuliert.

Selbstständige fordern Einbindung in Dialog über „Arbeit 4.0“

Dr. Andreas Lutz
Dr. Andreas Lutz

Einen breiten, eineinhalbjährigen Dialog über die Zukunft der Arbeit wollte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit der heutigen Auftaktveranstaltung „Arbeit 4.0“ eröffnen. Es ging um neue Formen der Arbeit, um die steigende Zahl von (Solo-)Selbstständigen und das Verschwimmen von Grenzen zur abhängigen Bechäftigung.

Weil auf die Podien Politiker und Wissenschaftler, Arbeitgeber und Gewerkschaften, aber kein einziger Selbstständiger eingeladen war, forderten Kleinstunternehmer und Freiberufler auf der Kampagnenwebsite des Ministeriums und via Twitter, dass auch sie in den Dialog einbezogen und ihre berechtigten Anliegen gehört werden.