Rheinland-Pfalz erfolgreich beim Kampf gegen Fachkräftemangel: Unternehmen zeigen bundesweit großes Interesse an Aktionstagen zur „Lebensphasenorientierten Personalpolitik“ (LOP)

Prof.Dr.Jutta Rump, FH Ludwigshafen
Prof.Dr.Jutta Rump, FH Ludwigshafen

Ludwigshafen. Die Auftaktveranstaltung der Aktionstage zum Modellprojekt „Strategie für die Zukunft – Lebensphasenorientierte Personalpolitik“ stieß auf hohe Resonanz. Mehr als 100 Unternehmen aus Rheinland-Pfalz und anderen Bundesländern informierten sich im Besucherzentrum der BASF SE in Ludwigshafen direkt bei den Akteuren über die ersten Umsetzungserfolge des Modellprojektes in der Praxis. Zur Präsentation der Zwischenergebnisse hatten das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland Pfalz, das Institut für Beschäftigung und Employability IBE sowie teilnehmende Modellbetriebe aus der Region eingeladen.

„Das Besondere an diesem rheinland-pfälzischen Projekt ist die enge, zielorientierte und sehr effiziente Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Politik und Wissenschaft bei der Lösung des Problems Fachkräftemangel mit allen seinen Facetten“ so Prof. Jutta Rump, wissenschaftliche Projektleiterin und Geschäftsführerin des IBE in Ludwigshafen.

Elf Modellbetriebe unterschiedlicher Größe und aus verschiedenen Branchen entwickeln speziell auf ihre Anforderungen zugeschnittene Konzepte und konkrete Maßnahmen. Ihre Themen orientieren sich an den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt wie alternde Gesellschaft, Veränderungsgeschwindigkeit, Wertewandel oder Globalisierung. Sie bearbeiten unter anderem die Projektthemen Beruf- und Familie, Wiedereinstieg, lebenslanges Lernen, Stellenneu- und -umbesetzung, Qualifizierung der Führungskräfte, Kompetenz- und Laufbahnentwicklung, Wissenstransfer und strukturierte Nachfolgeplanung sowie ein Controllingsystem für lebensphasenorientierte Maßnahmen. Die Lösungen werden in der Praxis erprobt, ausgewertet und Anfang nächsten Jahres – ganz anwenderorientiert – in Form von herunterladbaren Online-Instrumenten den Unternehmen zur Verfügung gestellt, die eine lebensphasenorientierte Personalpolitik einführen wollen.

Beim Kampf gegen Fachkräftemangel zählt Schnelligkeit

Ein wesentlicher Vorteil des Projektes neben seiner Vielschichtigkeit ist der sofortige Einsatz. „Unternehmen sind heute mehr als je zuvor auf das Wissen und die Kompetenz ihrer Mitarbeiter angewiesen und das Problem des Fachkräftemangels ist schneller präsent, als es vielen Entscheidern in Wirtschaft und Politik lieb ist “, so der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering, der das Modellprojekt initiiert hat. „Neben langfristig wirkenden Handlungsfeldern wie der Entzerrung des Lebensstaus durch eine familienbewusste und alternsgerechte Personalpolitik war es uns sehr wichtig, zusammen mit den Betrieben Maßnahmen zu entwickeln, die kurz- und mittelfristig greifen. An vorderster Stelle sind dies die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern sowie der Erhalt und die Förderung der Beschäftigungs- und Leistungsfähigkeit.

Akzeptanz der Mitarbeiter als Schlüssel zu erfolgreicher Personalpolitik

Das Thema Mitarbeiterbindung sowie gezielte Angebote zur verbesserten Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat sich auch die BASF auf die Fahnen geschrieben. „Wir beraten Mitarbeiter bereits vor einer familienbedingten Berufsunterbrechung, um gemeinsam Perspektiven für eine erfolgreiche Rückkehr in unser Unternehmen zu entwickeln“ erklärt Dr. Harald Schwager, Mitglied des Vorstands der BASF SE und Arbeitsdirektor, den Hintergrund des BASF-Modellprojektes. Die Mitarbeiter in den Modellbetrieben werden mit ihren Bedürfnissen und Ideen in die Projekte eingebunden. „Ohne das Engagement der Mitarbeiter und den Willen zur Veränderung kann man einem strukturellen Problem wie dem Fachkräftemangel nicht begegnen“, so Hedi Schädler, Mitglied des Betriebsrats der Kaufmann GmbH & Co. KG in Schwegenheim. Auch sie zieht eine positive Zwischenbilanz des Projektes wie ihre Kollegen in den anderen Modellbetrieben. „Wir als Personalverantwortliche müssen es schaffen, die Mitarbeiter da abzuholen, wo sie in ihrer Lebensphase sind, und gezielt Schritt für Schritt für die Aufgaben der Zukunft weiter zu entwickeln“, ergänzt Martin Peußer, Personaldirektor bei G+H Isolierung GmbH und lobt die gute Integrationsfähigkeit der LOP-Maßnahmen in seine bisherige Personalarbeit.

Außerordentliches Modellprojekt mit Potenzial

Rump zieht ein positives Fazit der Zwischenergebnisse bei konsequenter Verfolgung der Projektziele: praxisnahe Konzepte und Strategien, nah an den individuellen Lebensphasen ausgerichtete Unternehmens- und Personalpolitik, prototypische Praxisbeispiele sowie effiziente Qualifizierungskonzepte. „Ich bin angenehm überrascht vom großen Engagement der Unternehmen und der Mitarbeiter. Die Maßnahmen der Modellbetriebe sind vielfältig und umfassend, so dass wir deren Lösungen und Vorgehensweisen individuell weiterverwenden können. Für andere Unternehmen, die lebensphasenorientierte Personalpolitik einführen wollen, verfügen wir dann je nach Rahmenbedingungen des Betriebes über ein ganzes Portfolio unterschiedlicher Lösungsansätze. Diese können mit Hilfe unseres Online-Instruments nach Abschluss des Projektes genau auf die jeweiligen Erfordernisse zugeschnitten werden. Alle am Modellprojekt  teilnehmenden Betriebe arbeiten damit an einer wichtigen Instrumentenvielfalt im Kampf gegen den Fachkräftemangel, nicht nur für Rheinland-Pfalz.“

Im Rahmen der Aktionstage präsentieren die Initiatoren und Modellbetriebe aus den jeweiligen Regionen ihre Zwischenergebnisse vor Unternehmen sowie sonstigen Interessenten am 28. September in Koblenz, am 29. in Mainz und am 30. September in Bitburg. Die Abschlussergebnisse werden Anfang 2011 vorgestellt. Die Praxisphase ist Ende März 2011 abgeschlossen.

Lebensphasenorientierte Personalpolitik:

Ins Leben gerufen wurde das Projekt „Strategie für die Zukunft – Lebensphasenorientierte Personalpolitik“ vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz unter Führung von Minister Hendrik Hering. Das Modellprojekt wird vom Institut für Beschäftigung und Employability IBE unter der Leitung von Prof. Dr. Jutta Rump durchgeführt. Gefördert wird es aus Landesmitteln des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums sowie aus EU-Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Prof. Dr. Jutta Rump

Institut für Beschäftigung und Employability

Ernst-Boehe-Str. 4

67094 Ludwigshafen

Tel.:  0621/5203-238

Fax.: 0621/5203-200

Jutta.rump@ibe-ludwigshafen.de

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