Internationale Rekrutierung entdeckt Indien und China

Ein Gastbeitrag von Frank Schabel

Frank Schabel

In den letzten drei Jahren hat sich in der internationalen Rekrutierung einiges getan. 2008 standen für deutsche Unternehmen vor allem osteuropäische Länder im Fokus, wenn sie international nach neuen Mitarbeitern gesucht haben. Nun zeigt sich, dass die Globalisierung spürbar vorangeschritten ist: Mit Indien (21 Prozent) und China (13 Prozent) haben sie neue Zielländer bei der Rekrutierung entdeckt. Ganz vorne auf der Liste steht nun das deutschsprachige Ausland, wenn Unternehmen neue Mitarbeiter suchen.

Bei aller europäischen Integration ist zudem interessant, dass auch die westeuropäischen Länder kaum mehr eine Rolle spielen. Großbritannien und Frankreich spielen gerade mal bei drei Prozent der Unternehmen eine Rolle. Drei Jahre zuvor waren es noch 29 Prozent bzw. 18 Prozent. Und auch in Nordamerika wird nicht mehr für Deutschland rekrutiert. Im Vergleich zu 2008, als dies 25 Prozent taten, sind es jetzt nur zehn Prozent.

Dies zeigt der HR-Report 2011 des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) im Auftrag von Hays. Befragt wurden über 400 Führungskräfte aus Unternehmen und Organisationen unterschiedlicher Größen und Branchen aus dem deutschsprachigen Raum. Vor drei Jahren hatte das IBE bereits in einer Studie die gleichen Fragen erhoben.

Diese Veränderungen im Zeitvergleich zeigen in jedem Fall klar auf, dass Unternehmen mit der zunehmenden Globalisierung ihrer Märkte auch neue Mitarbeiter aus einer größeren Anzahl von Ländern rekrutieren.

Bei aller Globalisierung: Natürlich bindet die internationale Rekrutierung in hohem Maße Ressourcen. Nicht nur, was Zeit und Kosten betrifft, die ungleich höher liegen als bei der nationalen Rekrutierung. Zwei Drittel der befragten Unternehmen erachten es für notwendig, umfassende Integrationsmaßnahmen für internationale Mitarbeiter durchzuführen. Im Vergleich zu 2008 werden nichtsdestotrotz die Herausforderungen, die sich durch die kulturellen Unterschiede ergeben, nicht mehr so intensiv wahr. Unternehmen gehen mit der internationalen Rekrutierung mittlerweile souveräner und professioneller um. Allerdings achten sie deutlich mehr auf die Kosten.

Download HR-Report unter: www.hays.de/studien

 

Frank Schabel, Head of Marketing, Hays AG

Frank Schabel ist seit 2006 Head of Marketing der Hays AG. Zuvor war er Mitglied der Geschäftsleitung / Vice President Marketing Communications der danet GmbH und bis 2005 Leiter Unternehmenskommunikation der CSC Ploenzke AG. Von 1995 bis 1999 war er im Bereich Corporate Communications und Corporate Industry Marketing der SAP AG tätig. Er studierte Politik, Geschichte und Germanistik in Freiburg im Breisgau.

 

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