Sprachtrainer in Firmen sind Business Partner, keine reinen Wissens-Vermittler

Ein Vergleich mit der Rolle des HR Business Partners verdeutlicht, welche Kompetenzen sie aktuell benötigen

Ben Zimmermann, SKYLIGHT

Köln. Wissen zu vermitteln ist nicht mehr primäre Aufgabe von Firmen-Sprachtrainern, da sich das Sprachenlernen grundlegend verändert hat. Zugang zum Sprachwissen können sich Lerner auf anderen Wegen verschaffen, daher boomt das Selbstlernen. Virtuelle Lösungen, Teletutoren, Online-Lernressourcen und eine Fülle an Fachliteratur unterstützen dabei. Die neue Rolle der Sprachtrainer verlangt von ihnen, Teilnehmern den besten Lernweg aufzeigen, durch das Labyrinth an Lernmaterialien zu moderieren und 24/7 kompetenter Ansprechpartner zu sein.

Was macht einen HR-Business-Partner aus? Forschung und Praxis beziehen sich noch heute auf Dave Ulrich, der als Erster vier klassische Rollen festlegte und 2005 drei Forderungen formulierte, denen sich der HR Business Partner zu stellen hat. 1. Er soll sich nah am Geschäft und an der Organisation bewegen, Stichwort ‚embedded HR’, 2. Er soll ein Übersetzer sein, der Businesspläne und -ziele in HR-Strategien, -Konzepte und -Instrumente übersetzt. So ist der direkte Bezug der HRRHRhr zum Unternehmenserfolg gesichert und damit auch der Wertbeitrag der HR dazu. 3. Über kosteneffiziente Verwaltungsprozesse hinaus soll der Business Partner einen Wertbeitrag liefern, der eindeutig nachweisbar ist.

Firmen-Sprachtrainer als Business Partner

Überträgt man diese Forderungen auf die Rolle des Sprachtrainers, erhält man folgendes Bild. 1. Er muss nah am Geschäft seiner Teilnehmer sein, am besten verfügt er über Erfahrungen in ihrer Branche. Er muss ihre Rollen in der Kommunikation im Alltagsgeschäft kennen ebenso wie ihre fremdsprachlichen Handlungen. 2. Er ist als Dolmetscher tätig, denn er übersetzt die Geschäftsziele seiner Teilnehmer in Kommunikationsziele, die sie erreichen müssen. Danach entwickelt er eine effiziente Lernstrategie und legt geeignete Methoden fest. 3. Er ist ebenfalls gefordert, Teilnehmern oder beauftragendem Unternehmen einen Nachweis über den Lernerfolg zu liefern. Die Rolle des Sprachtrainers lässt sich heutzutage zweifelsohne mit der eines Business Partners vergleichen. Daraus folgt, dass er über andere Fähigkeiten verfügen muss als vor 15 Jahren, um erfolgreich zu arbeiten. Aber über welche?

Herausforderungen an moderne Firmen-Sprachtrainer

Anforderungen an die Kompetenzen lassen sich z.B. aus der Dolmetscherfunktion ableiten. Die Übersetzung der Business- in Kommunikationsziele ist ein zentraler Punkt. Eine genaue Bedarfsanalyse, die die Tätigkeiten des Teilnehmers in Kann-Beschreibungen nach dem Common European Framework of References for Languages (CEFR) überführt, ist Schlüssel zum Erfolg. Der Sprachtrainer muss dazu fähig sein, die Handlungen, über die er in Jobbeschreibungen und im persönlichen Gespräch mit dem Teilnehmer erfährt, in einen Kursplan zu überführen. Dabei muss er sie auf ein Kompetenzlevel des CEFR einordnen. Nur so kann er dem Teilnehmer vermitteln, wie lange er benötigt, um von seinem jetzigen auf das Ziel-Level zu gelangen.

 

 

Außerdem müssen Firmen-Sprachtrainer ihren Teilnehmern oder dem beauftragenden HR Manager den Lernerfolg belegen. Dazu müssen sie seine Sprache sprechen, präsentieren können und wissen, was ihm am Reporting wichtig ist. Transparenz in der Trainingsverwaltung, Kosteneffizienz und Belege für den Lernerfolg seiner Mitarbeiter.

Business Partner mit Führungsqualität

Die drei Forderungen verdeutlichen, wie strategisch die Arbeit von Firmen-Sprachtrainern heute ist. Das impliziert, dass er einen genauen Plan verfolgen muss, wie er seinen Teilnehmer ans Lernziel führt. Und das in kürzester Zeit – denn Zeit ist das knappste Gut. Dazu müssen die Präsenzphasen besonders wirkungsvoll sein. In ihnen muss der Teilnehmer die Lernphasen der Problemstellung und -Lösung einer Kommunikationshandlung in der Fremdsprache absolvieren. Der Sprachtrainer moderiert diesen Vorgang und wendet unterschiedliche Strategien dabei an. Ihn unterstützen unterschiedliche Methoden. Diese ähneln in Sprachtrainings für Mitarbeiter des mittleren und höheren Managements bereits den Methoden, die in Coachings und für Führungskräfteentwicklung angewendet werden.

Professionalisierung für Sprach- und Kommunikationstrainer

SKYLIGHT hat mit NLP Business Diploma und Communicating Internationally in English zwei Kursangebote entwickelt, mit denen Trainer sich in 2012 professionalisieren und ihrer Rolle als Business Partner gerecht werden können. Der Kurs NLP Business Diploma bildet Trainer für das globale Business weiter, die neue Kompetenzen über Sprachgrenzen hinweg zum Einsatz bringen wollen. Die Partner von The Beyond Partnership, Paul King und Marie Faire, die seit mehr als 20 Jahren Trainern, Coaches und Führungskräften Neurolinguistisches Programmieren vermitteln, leiten die Module. Für Trainer die internationale Kommunikationskompetenzen erweitern möchten, führt Bob Dignen vier eintägige Kursmodule in Köln durch. Sie schließen sich an seine aktuelle Publikation mit Ian McMaster, Chefredakteur Business Spotlight, an; Communicating Internationally in English. Aktiv zuzuhören, Beziehungen systematisch aufzubauen, Personen zu beeinflussen und Konflikte zu managen sind Fähigkeiten, die er vermittelt.

SKYLIGHT GmbH

SKYLIGHT ist ein Beratungsunternehmen für internationale Geschäftskommunikation. Wir sind spezialisiert auf das gesamte Spektrum vom strategischen Kompetenzmanagement bis zu qualitativen Trainings und deren Evaluation.


Kontakt:

Dr. Ben Zimmermann
SKYLIGHT GmbH
Thürmchenswall 23
50668 Köln
E-Mail: ben.zimmermann@skylight.de
Tel.: 0221/ 16 79 0746 & 0178 / 854 1054
Programm: www.skylight-development.com

 

 

1 Kommentar zu „Sprachtrainer in Firmen sind Business Partner, keine reinen Wissens-Vermittler“

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