Herausragende Impulse für Bildung in Europa ausgezeichnet

Dorothy Leonard
Dorothy Leonard

Leonardo-Award auf dem Petersberg überreicht

„Der Umgang mit den großen Herausforderungen unserer Zeit und die Gestaltung einer nachhaltigen Welt erfordert kontinuierliche Lernprozesse“, erklärte der Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Jürgen Nimptsch, in seiner Begrüßungsrede zum Leonardo – European Corporate Learning Award am 16. September vor rund 130 geladenen Gästen im Steigenberger Grandhotel Petersberg. Als einer der Schirmherren des Preises gratulierte er den drei Preisträgern Prof. Dorothy Leonard, Dr. Nick van Dam und Gary Copitch für ihren Mut, alte Denkweisen hinter sich zu lassen. „Ich fühle mich persönlich inspiriert durch Ihre Denkansätze und ich teile Ihre Hoffnung, dass neue Wege des Lernens die Gesellschaft beeinflussen werden.“

Bereits zum vierten Mal verlieh die internationale Leonardo-Jury den Award an Pioniere des Lernens; zum zweiten Mal in den drei Kategorien  „Thought Leadership“, „Company Transformation“ und „Crossing Borders“. Der Leonardo-Award zeichnet Persönlichkeiten aus, die ihren Eifer und ihr Herzblut dem wichtigen Thema Lernen widmen – sei es in einem Unternehmen, in einer Organisation oder in der Gesellschaft – und in diesem Bereich Projekte mit Vorbildcharakter angestoßen haben.

Das Lernen von einer breiteren Perspektive betrachten

„Das Grundprinzip der Auszeichnung ist es, nicht allein das Lernen in einer Unternehmensumgebung zu berücksichtigen, sondern mit einem breiteren Blick das Lernen und seine gesellschaftlichen Auswirkungen zu betrachten”, erklärte Michael Spencer, der international erfolgreiche musikorientierte Kommunikationsfachmann und einer der Moderatoren des Abends. „Bei den Bildungs-Herausforderungen für Europa in turbulenten Zeiten geht es um mehr als formales Lernen. Wichtig ist, was Unternehmen und Gesellschaft voneinander und miteinander lernen können, um wirtschaftlichen Erfolg und am Menschen orientiertes Gelingen über die Landesgrenzen hinweg zusammenzuführen“, unterstrich Günther M. Szogs, Sekretär des Leonardo-Awards die Bedeutung der Auszeichnung.

Lernen müsse im Sinne des Vier-Säulen-Modells der UNESCO über die Bildungsbedürfnisse des 21. Jahrhunderts verstanden werden – nämlich Lernen, zusammenzuleben; Lernen, Wissen zu erwerben; Lernen zu handeln; Lernen für das Leben. Umsetzungsmöglichkeiten drei dieser Säulen wurden im Rahmen der Preisverleihung anhand der Preisträger deutlich gemacht, um dann letztlich im Lernen für das Leben zu gipfeln.

Lernen, Wissen zu erwerben: Preisträgerin Prof. Dorothy Leonard in der Kategorie „Thought Leadership“

Die Leonardo-Kategorie „Thought Leadership“ richtet den Blick auf Persönlichkeiten, die mit ihrem Beitrag viele Nachahmer in Unternehmen und in der Gesellschaft inspiriert haben. Dabei geht es vor allem auch darum,  bestehende Annahmen in Frage zu stellen und auch vor grundlegend neuen Schlussfolgerungen nicht zurückzuschrecken. In dieser Kategorie prämierte das Advisory Board des Leonardo-Awards Prof. Dorothy Leonard, emeritierte Inhaberin der William J. Abernathy Professur für Betriebsökonomie an der Harvard Business School und Autorin unter anderem von ‚Deep smarts: how to cultivate and transfer enduring business wisdom‘. „Wie vom Schicksal vorbestimmt“, betonte Moderatorin Corinna Pregla mit Blick auf die Namensähnlichkeit.

Als wirklich außergewöhnlich beschrieb Laudator Prof. Dr. Stefan Güldenberg von der Universität Liechtenstein, der vor fast 15 Jahren bei Prof. Leonard in Harvard studierte und ihre Seminare als wegweisende Erfahrungen seiner Karriere ausmacht, den Lehrstil von Prof. Leonard. Statt abstrakte Definitionen oder trockene Modelle bereitzustellen, konfrontierte Prof. Leonard in ihren Seminaren, die sie damals bereits Laboratorien nannte, ihre Studenten mit möglichen Herausforderungen und praktischen Lösungen, und förderte den Austausch mit Forschern aus anderen Fachbereichen ebenso wie mit Fachleuten aus der Praxis. „Genau das ist, was wir den ‚Leonardo-Geist‘ nennen, oder vielleicht genauer den ‚Leonard-Geist‘: Lernen durch Erfahrungen. Dies ist viel stärker als Lernen durch Zuhören und Lesen.“

Lernen, zusammenzuleben: Preisträger Gary Copitch in der Kategorie „Crossing Borders

Der Leonardo in der Kategorie „Crossing Borders“ honoriert Persönlichkeiten, die vor alternativen Ansätzen und innovativen Ideen nicht zurückschrecken und durch ihren Einfluss auf Personen, Unternehmen und die Gesellschaft grundlegende Veränderungen hervorrufen. Auf dem Petersberg mit diesem Preis ausgezeichnet wurde Gary Copitch und seine Non-Profit-Organisation People’s Voice Media, die mit ihrer Arbeit das Thema Bürgerbildung auf ein ganz neues Level gehoben hätten, so die Begründung des Leonardo-Beirats.

Menschen in vernachlässigten Gemeinden eine Stimme zu verleihen und ihnen Gehör zu verschaffen ist die Mission von Gary Copitch und seiner Organisation. „Die Menschen möchten ihre Geschichten erzählen, und zwar auf ihre Art und Weise“, so der Preisträger, der mit seinem Community Reporter Programm Konversationen erzeugen möchte und das Ziel hat „Reuters der Gesellschaften“ zu werden. „Verantwortliche im Bereich Betriebliches Lernen können viel von diesem etwas anderen Ansatz abschauen, nämlich wie sie ihre Mitarbeitenden einbinden und diese dazu bringen, sich aktiv zu beteiligen“, stellte Laudator und Leonardo-Ambassador Prof. Dr. Günther Koch heraus.

Lernen, um zu handeln: Preisträger Dr. Nick van Dam in der Kategorie „Company Transformation“

Die Umsetzung ganzheitlicher innovativer Ansätze für Corporate Learning, vor allem mit Blick auf das Zusammenwirken verschiedener Aspekte der Personalentwicklung, und die Inspiration anderer Betriebe dadurch stehen im Fokus der Leonardo-Kategorie „Company Transformation“.  Genau auf diesen Wechselwirkungen basiert auch die Arbeit des diesjährigen Preisträgers Dr. Nick van Dam, Global Chief Learning Officer und Director Human Capital bei Deloitte, Niederlande.

„Wir verwenden im Bereich Bildung viele Schlagwörter“, erklärte Leonardo-Ambassador Søren B. Henrikson in seiner Laudatio. „Aber du schaffst es, all diese Schlüsselbegriffe in die Praxis umzusetzen!“, wandte er sich an den Preisträger. „Wir müssen Lernsituationen erzeugen. Und das ist genau das, was du machst.“

„Ich glaube, dass das Lernen und das Aneignen von neuen Fähigkeiten heutzutage wichtiger ist denn je!“ bestätigte van Dam in seiner Dankesrede, in der er auch seinen eigenen Weg des kontinuierlichen Lernens aufzeigte. „Wenn ich über meine eigene Geschichte nachdenke, kann ich sagen: Es gibt einiges, das wir selbst tun können“, folgerte der Preisträger und gab den Gästen des Leonardo-Awards mit auf den Weg: „Tun Sie, was Sie gerne machen, finden Sie frühzeitig heraus, wo Ihre Stärken liegen, fokussieren Sie auf diese Stärken und auf Ihre Talente; machen Sie sich auch Ihre Schwächen bewusst. Dies alles wird Ihnen helfen, erfolgreich zu sein.“

Weitere Informationen zum Leonardo-Award, seinen bisherigen Preisträgern sowie den Mitgliedern des Beirates sind unter www.leonardo-award.eu verfügbar.

Über den Leonardo – European Corporate Learning Award

Mit dem „Leonardo – European Corporate Learning Award“ werden Personen geehrt, die herausragende Projekte für die Bildung in Europa initiiert und realisiert haben und damit als Orientierungsmarke für andere Akteure Bedeutung haben. Nach Prof. Jacques Delors, dem langjährigen Präsidenten der Europäischen Kommission und Vorsitzenden der internationalen UNESCO-Bildungskommission, war Wikipedia-Gründer Jimmy Wales der zweite Preisträger des Leonardo-Award. Im Jahr 2012 wurde der Preis zum ersten Mal in drei Kategorien vergeben: Die Preisträger in der Kategorie „Thought Leadership“ erhielt Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. In der Kategorie „Company Transformationen“ wurden die beiden Eigentümer des Automatisierungskonzerns Festo, Dr. Wilfried Stoll und Dr. h.c. Kurt Stoll geehrt. Prof. Sugata Mitra war Preisträger in der Kategorie „Crossing Borders“.

Pressekontakt:

Alexandra Pfirrmann
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