karriere.at Umfrage: Home-Office – Der Streit um das Arbeiten von zuhause

Jürgen Smid, karriere.at
Jürgen Smid

Arbeitnehmer befürworten flexibles Arbeiten, Arbeitgeber stehen dem kritisch gegenüber

Linz –  Die Themen Home-Office sowie flexibles Arbeiten dominieren aktuell die Gespräche am Arbeitsmarkt. Gerade junge Arbeitnehmer wollen immer häufiger zeit- und ortsunabhängig arbeiten. Doch wie stehen die Arbeitergeber dazu? karriere.at, Österreichs größte Jöbbörse, hat nachgefragt und Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber per Online-Voting befragt. Das Ergebnis:  Den überzeugten Arbeitnehmern stehen zum Teil sehr skeptische Arbeitgeber gegenüber.

„Home Office: Wie stehen Sie dazu?“, so lautete die Frage auf Arbeitnehmerseite. Die Ergebnisse spiegeln den aktuellen Trend eindeutig wider. Die große Mehrheit (63 Prozent) der 644 Befragten sieht das flexible Arbeiten von zuhause als „super Sache“, das Mehr an Flexibilität mache produktiver. Weitere 22 Prozent sehen es als eher positiv, vorausgesetzt die Kollegen haben dadurch keine Nachteile. Kritischer sehen dies allerdings acht Prozent: „Home-Office-Kräfte erfahren Wichtiges meist später“. Für sieben Prozent macht diese Arbeitsform die Zusammenarbeit nur komplizierter.

Viele Arbeitgeber lassen Home-Office nicht oder nur eingeschränkt zu
Die Arbeitgeberseite steht dem Thema nicht uneingeschränkt positiv gegenüber. Weniger als ein Viertel der Befragten meint, dass Unternehmen davon profitieren. Knapp die Hälfte der Arbeitgebervertreter knüpft ihre Zustimmung an eine Bedingung, erachtet das Arbeiten von zuhause als gut, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. Weitere 21 Prozent stimmen Home-Office nur dann zu, wenn diese Kräfte zu Meetings erscheinen. Fünf Prozent der Arbeitgeber lehnt Home-Office im Unternehmen ab. Diese Zurückhaltung auf Arbeitgeberseite bildet die Realität gut ab – viele Arbeitnehmer würden gerne flexibler arbeiten, der Arbeitgeber lässt es jedoch nicht oder nur stark eingeschränkt zu.

Streit ist vorprogrammiert
Die Umfrageergebnisse lassen zwei Rückschlüsse zu: Einerseits ließen sich die wenigen Arbeitnehmer, die Home-Office kritisch gegenüber stehen, durch bessere Organisation und Kommunikation dafür begeistern. Andererseits stehen Arbeitgeber dem Thema mit vielen Vorbehalten gegenüber. Sie können sich scheinbar aus ihrer aktuellen Situation heraus wenig bis kaum vorstellen, dass ein Arbeiten ohne ständiger Anwesenheit im Unternehmen produktiv ist. Hier stellt sich die Frage des Vertrauens und Führungsstils. Ist dieser modern und vor allem zielorientiert, stellt Home-Office in der Regel kein Problem dar.

Arbeitgeber müssen auf die Wünsche der Bewerber eingehen
„Ob Home-Office Sinn macht, muss natürlich von Einzelfall zu Einzelfall unterschieden werden. Arbeitgeber tun sich oft schwer damit, individuelle Lösungen zu finden, ohne Missgunst unter Kollegen zu erzeugen“, kommentiert karriere.at-Geschäftsführer Jürgen Smid die Ergebnisse. Es ist auch eine Frage des Vertrauens, das die Führungskräfte ihren Mitarbeitern entgegen bringen müssen. Das Thema Home-Office darf jedoch nicht unterschätzt werden. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels müssen Arbeitgeber noch mehr auf die Wünsche der Mitarbeiter eingehen. Zahlreiche Studien zeigen, dass die Möglichkeit zum flexiblen Arbeiten für viele Bewerber ein entscheidendes Kriterium für oder gegen eine Stelle ist. Zudem steigt die Produktivität der Mitarbeiter durch moderne Arbeitsformen entgegen aller Befürchtungen sogar messbar an“, betont Smid.

So funktioniert Home-Office
Moderne Arbeitsformen – das ist zum einen zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten, zum anderen auch die Ausstattung mit neuster Technologie für die Kommunikation im Unternehmen. Denn wer etwa privat täglich mit Online-Chats per Skype oder Whatsapp zu tun hat, erwartet ähnliche, professionelle Kommunikationsmöglichkeiten auch im Job. Und diese sind unter anderem ausschlaggebend dafür, ob Home-Office funktioniert.

Die Umfrageergebnisse im Detail:

Home-Office: Wie stehen Sie dazu? (644 Arbeitnehmer)

  • Super Sache: Mehr Flexibilität macht produktiver (63 Prozent).
  • Eher positiv, wenn „fixe“ Kollegen keine Nachteile haben (22 Prozent).
  • Home-Office-Kräfte erfahren Wichtiges meist spät (8 Prozent).
  • Negativ. Macht Arbeit nur komplizierter (7 Prozent).

Home-Office: Problem oder Segen? (189 Teilnehmer)

  • Segen! Unternehmen profitieren davon (22 Prozent).
  • Gut, wenn Voraussetzungen dafür gegeben sind (52 Prozent).
  • Geht nur, wenn diese Kräfte zu Meetings erscheinen (21 Prozent).
  • Bring nur Probleme. Kein Thema (5 Prozent).

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