Der Gesundheitsmanager – Anspruchsvolle Arbeit im Dienst der Gesundheit

Stefan Buchner (MPH)
Stefan Buchner (MPH)

Von Stefan Buchner (MPH)
Geschäftsführer der UBGM – Unternehmensberatung für Betriebliches Gesundheitsmanagement (http://www.gesundheitsmanagement24.de/)

 

Demografischer Wandel bedeutet mehr als gemeinhin nur weniger Geburten und ein Älterwerden der Gesellschaft in Deutschland. Unternehmen werden zunehmend vor die Herausforderung gestellt, sich um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu kümmern, da sie auf leistungsstarke und gesunde Kollegen nicht verzichten können.

Ein Unternehmen hat vielfältige Möglichkeiten, die Gesunderhaltung der Angestellten zu unterstützen und zu fördern. Immer häufiger werden dazu eigene Stellen wie die des „betrieblichen Gesundheitsmanagers“ geschaffen. Dessen Aufgabengebiet umfasst in erster Linie die Gesundheitsförderung der Kollegen in einem Unternehmen. Neben Psychologen, die sich z.B. auf Arbeitspsychologie spezialisiert haben, Sport- und Gesundheitswissenschaftlers, trifft man in den Personalabteilungen auch zunehmend Quereinsteiger an, die sich mit Zusatzausbildungen in betrieblicher Gesundheitsförderung qualifiziert haben.

 

Das Aufgabengebiet eines Gesundheitsmanagers

Das Aufgabengebiet eines Gesundheitsmanagers umfasst vor allem ein planvolles und strukturiertes Vorgehen. Ein klares Ziel vor Augen, hat der Gesundheitsmanager die anspruchsvolle Aufgabe, Gesundheit fassbar und erfüllbar zu machen. Ein wichtiger, wenn auch nicht leichter Punkt, ist, die Kollegen für die eigene und berufliche Gesundheitsförderung zu begeistern.

 

Betriebliches Gesundheitsmanagement unterteilt sich daher in die nachfolgenden Phasen:

 

1. Formulieren einer Zielsetzung

2. Der Status Quo – den Ist-Zustand auswerten und analysieren

3. Konkrete Ziele ableiten

4. Gesundheitsförderliche Maßnahmen auswählen

5. Auswertung und Evaluation der Gesundheitsmaßnahmen

6. Nachsteuern

 

Um planvoll vorzugehen, müssen Gesundheitsmanager vorab verschiedene Fragen stellen, z.B.:

 

  • Warum will das Unternehmen die Gesundheit der Mitarbeiter fördern?
  • Was ist der aktuelle Stand der Gesundheit im Unternehmen?
  • Wo liegen Ressourcen und wo liegen Belastungen für die Gesundheit der Mitarbeiter?
  • Welche Ziele sollen im Besonderen erreicht werden?
  • Welche Maßnahmen sind geeignet, um die konkreten Ziele zu erreichen?
  • Wie kann der Erfolg der BGM-Maßnahmen sichtbar gemacht werden?
  • Wie können die Angestellten zur Gesunderhaltung motiviert werden?

 

Ein Gesundheitsmanager hat ein vielseitiges und abwechslungsreiches Aufgabengebiet. Der Praxisleitfaden der UBGM gibt einen detaillierteren Überblick, welche Schritte wichtig sind, um ein betriebliches Gesundheitsmanagement-System aufzubauen.

Die hohen Anforderungen an einen Gesundheitsmanager

Die Anforderungen an einen Gesundheitsmanager sind hoch. Er muss in der Lage sein, einen Plan zu erstellen, wie man in einem Unternehmen die Gesundheit fördern und die Leistungsfähigkeit auch in Zeiten des demografischen Wandels gesund aufrecht erhalten kann.

 

Folgende Anforderungen werden im Detail an einen Gesundheitsmanager gestellt:

 

  • Erheben und Auswerten von Gesundheitskennzahlen im Betrieb
  • Erkennen von betrieblichen Ressourcen und Belastungen
  • Erarbeiten von Lösungsansätzen zur Förderung der Gesundheit
  • Selbstständiges Organisieren und Koordinieren von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung (Projektmanagement)
  • Dauerhafte Kommunikation der gesundheitsförderlichen Angebote im Unternehmen
  • Erlangen hoher Teilnahmequoten an den gesundheitsfördernden Angeboten
  • Ausbauen des Interesses und der Motivation der Kollegen bzw. langfristig halten
  • Eigenständige Entwicklung von kreativen und neuen Ideen
  • Messbarmachen der Erfolge

 

Der BGM-Prozess sollte vom Gesundheitsmanager also nicht nur initiiert und aufgebaut werden, sondern auch „am Leben erhalten“ werden. Neben der fachlichen Qualifikation eines Gesundheitsmanagers sind auch zwischenmenschliche Kompetenzen von großer Bedeutung für den Erfolg der BGM-Maßnahmen.

Die Soft Skills eines Gesundheitsmanagers

Ein Gesundheitsmanager  ist erster Ansprechpartner, wenn es um die Gesundheit im Unternehmen geht. Im Zuge dessen sollte er ein hohes Maß an Kommunikationsfreude besitzen und an einem dauerhaften und regen Austausch mit seinem Kollegen interessiert sein. Gutes Gesundheitsmarketing lässt sich nur betreiben, wenn der Gesundheitsmanager weiß, was die Mitarbeiter wollen. Mit persönlichen Gesprächen und Mitarbeiterbefragungen lassen sich ebenfalls am besten Motivation und Kommunikation aufrechterhalten. Engagierte Gesundheitsmanager sind maßgeblich am Erfolg der Gesundheitsmaßnahmen beteiligt.

 

Auch ein hohes  Maß an Teamfähigkeit ist relevant, besonders bei der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen oder den Führungskräften. Gerade Führungspersonal sollte an den BGM-Maßnahmen beteiligt werden. Besonders Vorgesetzte können in diesem Bereich eine Vorbild- und Multiplikatorfunktion für die gesamte Belegschaft übernehmen und maßgebend zum Gelingen beitragen.

 

Aber auch der Gesundheitsmanager selbst übernimmt eine Beispielfunktion. Nicht nur in Bezug auf Kollegen, sondern auch um sich mental für den Beruf fit zu machen, sollte ein BGM-Verantwortlicher sportlich aktiv sein. Der Beruf des Gesundheitsmanagers bringt es mit sich, dass nicht immer alle Angebote wie erwünscht angenommen werden. Frustrationstoleranz und Ausdauer sind unabdingbar für einen erfolgreichen Gesundheitsmanager.

 

Die Gesundheit eines jeden Mitarbeiters liegt in dessen Hand. Ein kreativer Gesundheitsmanager kann aber dazu beitragen, dass die Selbstverantwortung eines Jeden erfolgreich durch das BGM eines Unternehmens unterstützt wird.

 

Stefan Buchner, MPH

Geschäftsführer, Master of Public Health (MPH), Dipl. Erwachsenenpädagoge, Studium der Arbeits- & Organisationspsychologie


Herr Buchner ist Gründer und Geschäftsführer der UBGM. Als studierter Gesundheitswissenschaftler, Dipl. Erwachsenenpädagoge und mit seinem Studium der Arbeits- und Organisationspsychologie berät er als Gesundheitsberater namenhafte Unternehmen zur Organisations- und Personalentwicklung, wie z.B. den Vattenfall-Konzern oder die Sparkassengruppe, mit dem Ziel, gesunde Leistungsfähigkeit langfristig zu erhalten und zu steigern, sowie krankheitsbedingte Kosten zu senken.

Als Coach und Referent arbeitete Stefan Buchner für zahlreiche Institutionen, u.a. für die Deutsche Telecom AG, DeTeImmmobilien & Service GmbH, Automobilhersteller, wie die BMW AG oder VW AG, Bankenhäuser, wie die UniCredit und die Union Investment Bank.

Als erfolgreicher Personal Trainer betreute er in Berlin viele Jahre lang Personen aus Wirtschaft, Politik und Kunst.

Herr Buchner ist leidenschaftlicher Langstreckenläufer und Triathlet.

 

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