Willkommen – Pflegekräfte aus dem Ausland

Der von Springer Medizin organisierte ‚Interprofessionelle Gesundheitskongress‘ am 17. und 18. April in Dresden thematisiert interkulturelle Kompetenz | Projekte in Sachsen, Brandenburg und Thüringen | „Viele Professionen – ein Patient“: Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe

Auch wenn Dresden täglich Schlagzeilen macht durch sein islamfeindliches Bündnis Pegida, bemüht sich die Pflege dort und in Sachsen um Helfer aus dem Ausland. Wie zum Beispiel auch die Stadt Chemnitz, die im Rahmen eines Projektes Pflegefachkräfte aus Tunesien nach Deutschland holt. „Die Hauptmotivation ist der Fachkräftemangel“, sagt Friederike Mazrouai-Vogt, Oberin bei der Schwesternschaft vom DRK Sachsen e.V., über das geplante Projekt.

„Doch wir sehen noch weitere Vorteile: Wir können den Arbeitsmarkt in Tunesien entlasten, wo viele junge Leute arbeitslos sind, und etwas für die interkulturelle Verständigung tun.“ Der Einsatz ausländischer Fachkräfte wird auf dem Interprofessionellen Gesundheitskongress in Dresden diskutiert, der am 17. und 18. April unter dem Motto „Viele Professionen – ein Patient!“ im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden stattfindet. Neben dem Berliner ‚Kongress Pflege‘ und dem Hamburger ‚Gesundheitspflege-Kongress‘ organisiert Springer Medizin auch den Kongress in Dresden.

 

„Um die jungen Tunesierinnen und Tunesier besser integrieren zu können, haben wir vor, sie in Chemnitz zur Pflegefachkraft auszubilden“, betont Mazrouai-Vogt, die mit einem Tunesier verheiratet ist und Kontakte zum Roten Halbmond, so heißt das Rote Kreuz in den muslimischen Ländern, seit zehn Jahren pflegt. So wird ein schwieriges Anerkennungsverfahren vermieden – das tunesische Krankenpflegestudium umfasst viel Theorie, aber wenig Praxis –, und die Tunesier können während der Ausbildungsstunden ihre Deutschkenntnisse vertiefen. „Wir wollen zudem viel Wert darauf legen, sowohl die ausländischen als auch die deutschen Mitarbeiter auf die kulturellen Unterschiede vorzubereiten“, sagt die Oberin. Die angehenden Fachkräfte aus Tunesien sollen in den DRK Krankenhäusern Chemnitz-Rabenstein und Lichtenstein eingesetzt werden. Wann das Projekt ist beginnt, ist allerdings noch nicht geklärt.

 

Auf dem Dresdner Kongress werden noch zwei andere Projekte vorgestellt: Das SenVital Senioren- und Pflegezentrum in Kleinmachnow (Brandenburg) arbeitet seit 2013 mit spanischen Pflegefachkräften, die Neanderklinik Harzwald in Ilfeld bei Nordhausen (Thüringen) hat 2014 die ersten Pflegefachkräfte aus der Ukraine willkommen geheißen. Weitere Themen auf dem Interprofessionellen Gesundheitskongress: ‚Onkologie – funktioniert die sektorenübergreifende Versorgung?‘, Zusammenarbeit und Kommunikation im interprofessionellen Team, Einsatz von Assistenzkräften. Workshops zu Themen wie Prävention von Sucht und Burnout im Gesundheitsberuf sowie Aggression und Gewalt in der Pflege ergänzen das Programm. Mehr Informationen zum Kongress finden Sie hier.

 

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Kongressorganisation und Anmeldung: Andrea Tauchert | Springer Medizin | tel +49 30 82787-5510

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