Fachkräftemangel im deutschlandweiten online Jobmarkt Q3 2017 sichtbar

Jakub Zavrel, Gründer und CEO

Der momentane Fachkräftemangel in Deutschland wird auch in den Ergebnissen der aktuellen Arbeitsmarktanalyse durch Jobfeed, der Big Data Jobplattform von Textkernel, widergespiegelt. Der deutliche Anstieg von Jobinseraten, 5,2% im Vergleich zum dritten Quartal in 2016, deutet auf eine erhöhte Nachfrage nach Fachkräften hin – insbesondere der Bedarf nach Mitarbeitern in der Produktion ist angestiegen. Im dritten Quartal 2017 wurden 3,9 Millionen Stellenanzeigen online veröffentlicht. 1,65 Millionen davon waren Dubletten, die Jobfeed erkannt und zusammengefasst hat. Von diesen 2,28 Millionen duplikatfreien Stellenanzeigen stammen über 1 Millionen von direkten Arbeitgebern, wobei die meisten Anzeigen von Großunternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern kommen (20,7%), gefolgt von mittleren Unternehmen mit 50-199 Mitarbeitern (18,1%).

Die Highlights aus dem dritten Quartal 2017:

  • Anstiegt von 5,2% duplikatfreien Stellenanzeigen.
  • Top Schalter der direkten Arbeitgeber: Daimler, Bertrandt, Deutsche Bahn und Bosch.
  • Die meisten Jobs sind in der Produktion zu finden.
  • Nordrhein-Westfalen gewinnt 1,6 % Marktanteil an online veröffentlichten Jobs per Bundesland und überholt damit erstmals Bayern.

 

Diese Analyse wurde mit Jobfeed, der Big Data Jobplattform von Textkernel, die Millionen von online Stellenangebote von Jobbörsen und Karriereseiten sammelt, durchgeführt. Nachdem Stellenanzeigen für Praktika, freiberufliche Tätigkeiten, Nebenjobs oder freiwillige Arbeit und Volontariate entfernt wurden basiert die Analyse auf 2,28 Millionen duplikatfreien Jobs.

 

Über Textkernel
Textkernel ist der internationale Marktführer im Bereich von künstlicher Intelligenz, Machine Learning und semantischen Technologien in den Bereichen HR und Recruitment. Textkernel unterstützt mehr als 1.000 Unternehmen, Personaldienstleister, Jobbörsen und Softwareanbieter weltweit, wenn es darum geht Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt zusammenzuführen.

Mit Extract!, dem fortschrittlichen CV-Parser, verändert Textkernel den gesamten Bewerbungsprozess, indem Sie einen mobilen One-Klick Prozess erhalten und automatisch relevante Informationen aus Lebensläufen und Social Media-Profilen analysiert werden. Mit Jobfeed aggregiert Textkernel Informationen aus Millionen von Stellenanzeigen im Internet. Kombiniert mit Search! und Match!, die Produkte im Bereich der semantischen Suche und Matching, bietet Textkernel Ihnen intelligente Werkzeuge an um Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zusammenzuführen. Textkernels Produkte können in jedes ATS, CRM von HR Software-System integriert werden.

Web: https://www.textkernel.com/de

 

 

 

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3 Kommentare zu „Fachkräftemangel im deutschlandweiten online Jobmarkt Q3 2017 sichtbar“

  1. Uwe Borchert

    Hallo,

    also da haben wir doch mal einen Blick auf die Mitarbeiterzahlen?

    Daimler AG 282 Tsd. (weltweit)
    Bertrandt 13 Tsd
    Deutsche Bahn 187 Tsd (nur in D)

    Damit schreibt Bertrandt mindestens 10 mal so viele Stellen pro Mitarbeiter aus wie die beiden anderen führenden Unternehmen unter den ersten drei. Das sieht doch sehr nach sgg. Allgemeinanzeigen aus. Damit werden Daten von potentiellen Kandidaten gephisht und in die Datenbanken eingetragen … falls mal eine Anfrage käme. Aber Stellen sind da so gesehen nicht dahinter. Das machen andere Zeitarbeitsfirmen auch und damit sagt die Zahl der ausgeschriebenen Stellen nicht mehr sehr viel über den realen Personalbedarf aus.

    Und dann gibt es noch die HR-Image-Anzeigen als Werbeanzeigen für Arbeitgeber. Man stellt sich in einem guten Licht dar, hat aber dann doch keine Stellen zu vergeben. Man sollte also von mindestens 80% Dummyanzeigen in den Jobbörsen ausgehen, mglw. sogar 90%.

    Die Formulierung dublikatfreie Stellenanzeigen ist korrekt, aber in der Grafik hat sich die fehlerhafte Formulierung dublikatfreie Jobs eingeschlichen. Das ist falsch, siehe meine bisher gebrachten Einwände. Rein statistisch gesehen werden jedes Jahr nur um die 4 Mio. Stellen neu besetzt und viele dabei auch nicht ausgeschrieben. Damit sind pro Quartal weniger als 1 Mio. offene Stellen zu besetzen und mehr als 2/3 aller Anzeigen nach dieser Rechnung schon mal Dummys.

    MfG

  2. Hallo Herr Borchert,

    vielen Dank für Ihre Zahlen – allerdings ist das Thema „Imageanzeigen“ schon seit vielen Jahren in der Diskussion.

    Woher beziehen Sie Ihre Zahlen (80% Duummyanzeigen, 4 Millionen Stellen neu besetzt)?

    Viele Grüße
    Gerhard Kenk

  3. Uwe Borchert

    Hallo,

    Das statistische Bundesamt Destatis brachte zu den Neueinstellungen Zahlen:

    arbeitsmarkt auf einen Blick
    Deutschland und Europa

    https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetige/BroeschuereArbeitsmarktBlick.html

    2.3 Neu eingestellte Arbeitskräfte (Seite 30)

    Zitat: 2014 wurden 13% der Erwerbstätigen von 20 bis 64 Jahren in Deutschland in den letzten zwölf Monaten neu eingestellt. Für die absoluten Zahlen braucht man dann die Anzahl der abhängig Beschäftigten.

    https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetigkeit/TabellenArbeitskraefteerhebung/AtypischeBeschaeftigung.html

    Das sind dann 25,6 Mio. plus die 7,7 Mio, atypisch Beschäftigten ergibt 33,3 Mio.

    https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetigkeit/TabellenArbeitskraefteerhebung/AtypKernerwerbErwerbsformErwerbstaetigeZR.html

    Da hat man direkt die 33 Mio. Hier sieht man jedoch das minijobbenden Rentner (etwas über 1 Mio.), Schüler und Studenten (etwas über 3 Mio.), also zusammen über 4 Mio. mit in der Rechnung sind.

    Somit sind die 13% Quote rund 4,3 Mio. Stellenbesetzungen jährlich und damit ganz grob im Durchschnitt etwas über 1 Mio. im Quartal. Somit hätten wir hier schon eine vermutliche Dummyquote (inkl. der Doubletten) von rund 75%. Nun müsste man aber von den 4,3 Mio. Stellenausschreibungen jedes Jahr die nicht öffentlich ausgeschriebenen abziehen und die Quote würde größer werden. Ich habe da 20 bis 30% Nichtausschreibung in Erinnerung. Bei 30% Nichtausschreibungen käme man auf die 80%.

    Bzgl. der Dummyanzeigen kann man sich Stichproben ziehen und dann einfach mal eine Rechnung über die großen Ausschreiber machen. Diese sind Zeitarbeitsfirmen die nach den Informationen einiger mir bekannter Sachbearbeiter pro Woche auf 1000 Mitarbeiter bei guter Haltung etwa 2 und bei Hire ’n‘ Fire etwa 10 Anzeigen brauchen. Da fallen schon mal 60 bis 70% raus. Bzgl. der HR-Image-Anzeigen wird es schwieriger. Mir persönlich bekannte Mitarbeiter einer im Nachbarort liegnden BA/JC haben mehrfach kleine Stichproben durch die Datenbestände gejagt und meinten: Mindestens 80% Dummyquote. Aber das SIS ist mit den Jobbörsen nicht vergleichbar.

    Ich betrachte aber die 80% eher als Untergrenze und würde bei Kalkulationen ggf. auch mal 90% ansetzen. Damit ist der Markt ziemlich gestört …

    Big Data? Manchmal sollte man auch noch Quervergleiche mit anderen Quellen vornehmen. Sind meine Ergebnisse plausibel? Wenn nein: Warum? Liegt der Fehler vielleicht gar nicht mal im Big Data sondern in einer falschen Interpretation der Begriffe? Hier: Stellenanzeigen werden implizit mit Jobs gleichgesetzt.

    MfG

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