Undercover HR-Boss: Lust auf Spionage?

Agnes Koller

Eine Blackbox mit Gucklöchern, zehn fiktive Lebensläufe und zahlreiche spionagewillige Recruiter führten am Expo-Stand von BEST RECRUITERS bei der TALENTpro in München zu allerhand überraschenden Erkenntnissen und AhaErlebnissen: Recruiter, die die eigenen Bewerbungsformulare noch nie genauer betrachtet hatten, redundante Pflichtfelder im Fragebogen oder elendslange Bewerbungsprozesse. Viele Personalverantwortliche spürten zum ersten Mal am eigenen Leib, welchen Herausforderungen sich interessierte Bewerber im Unternehmen stellen müssen. Die Einsicht war groß: Es gibt noch einige Stolpersteine, die es aus dem Weg zu räumen gilt.

 

Auf dem Expofestival TALENTpro in München hatten Arbeitgeber die Gelegenheit, ihre eigene Recruiting-Qualität zu testen. In Kooperation mit der TALENTpro ermöglichte BEST RECRUITERS erstmals, die Candidate Experience selbst zu erleben und den Bewerbungsprozess des eigenen Unternehmens kostenfrei auf die Probe zu stellen.

 

TALENTpro Foto Klaus D. Wolf

 

Wollen Sie Kinder?

Auch No-Go-Fragen im Bewerbungsprozess wurden in der Blackbox aufgedeckt. Die Forderung eines polizeilichen Führungszeugnisses oder die verpflichtende Bekanntgabe der Schufa-Auskunft wurden nur mehr von der Frage nach dem persönlichen Familienwunsch übertroffen. Abgesehen davon, dass diese Frage inadäquat ist, möchte man meinen, dass die Familienplanung Männer und Frauen gleichermaßen betrifft – im Bewerbungsprozess jedoch wurden in einem Fall nur Frauen explizit danach gefragt, ob sie sich Kinder wünschen. Bei männlichen Bewerbern wurde dieses Feld ausgeblendet.

Kleine Unternehmen ganz groß

Der UNDERCOVER HR-BOSS auf der Messe zeigte, dass gerade kleinere Betriebe und Start-ups im Recruiting-Bereich äußerst gut aufgestellt sind. Wer sich darum kümmert, dass Karriere-Website und Stellenanzeigen für mobile Endgeräte optimiert sind, hat den Vorteil, mehr Bewerber anzusprechen. Auch kreative Ansätze, wie die Bewerbung mittels Video-Lebenslauf oder über eine eigene Bewerbungs-App, werden von jungen Unternehmen im Recruiting-Prozess eingesetzt.

Alles neu macht die DSGVO

Für alle Betriebe gleichermaßen interessant ist die Tatsache, dass sich im Zuge der am 25. Mai in Kraft tretenden EU-Datenschutz-Grundverordnung auch der Recruiting-Prozess anpassen muss. Die Daten von Bewerbern dürfen nicht mehr ohne schriftliches Einverständnis gespeichert werden. Zahlreiche Unternehmen müssen somit auch ihre AGBs umschreiben, um Interessenten auf diese
Erneuerungen aufmerksam zu machen.

Bahn frei für die Top-Kandidaten

Stolpersteine im Bewerbungsprozess führen dazu, dass potenzielle Kandidaten den Weg zum Unternehmen nicht einschlagen und sich stattdessen für einen anderen Arbeitgeber entscheiden. Die wichtigste Aufgabe der Recruiter ist es also, die Candidate Journey so einfach und ansprechend wie möglich zu gestalten, um die Besten der Besten für sich zu gewinnen.

Die Besucher der TALENTpro hatten die einmalige Möglichkeit, ihre RecruitingQualität persönlich zu testen. BEST RECRUITERS verschickt im Rahmen der Studie jährlich jeweils vier Bewerbungen an die insgesamt 1.200 umsatz- und mitarbeiterstärksten Arbeitgeber im D-A-CH-Raum. Unternehmen, die sich ebenfalls testen lassen wollen, finden Informationen dazu auf www.bestrecruiters.de/teilnahme.

 

 

 

Über die Studie

BEST RECRUITERS untersucht regelmäßig die Recruiting-Qualität der jeweils 400 Top-Arbeitgeber in Deutschland (seit 2011), Österreich (seit 2010) und der Schweiz (seit 2013). Zielsetzung der für die einzelnen Länder jährlich durchgeführten, wissenschaftlich fundierten und repräsentativen Studien ist es, sowohl die Bewerber-Ansprache als auch den Bewerber-Umgang im deutschsprachigen Raum konzeptionell und operativ weiter zu professionalisieren. Zur Beurteilung werden Personalgewinnungsaktivitäten in den Bereichen Online-Recruiting-Präsenz, Online-Stellenanzeigen, Umgang mit Bewerbern sowie Feedback-Verhalten untersucht. Das Ergebnis: Best practices, Benchmarking und damit Impulse für HR-Verantwortliche. An Unternehmen mit einem hohen Professionalisierungsgrad vergibt BEST RECRUITERS Gold-, Silber- und Bronze-Zertifikate und Qualitätssiegel.

BEST RECRUITERS ist eine Initiative von Markus Gruber, Herausgeber zahlreicher Publikationen im Bereich Human Resources des CAREER Verlags, Wien/Österreich (www.careerverlag.at). Wissenschaftlicher Beirat: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Elšik, Wirtschaftsuniversität Wien und Kuno Ledergerber, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Weitere Informationen unter www.bestrecruiters.eu

Untersuchungsbereiche der Studie BEST RECRUITERS 2017/18

Anhand von 136 Kriterien wurden auf wissenschaftlich fundierter Basis die Recruiting-Aktivitäten in folgenden Erhebungskategorien gemessen und ausgewertet: Karriere-Website, Mobile Recruiting, Social Web, OnlineStellenausschreibungen, Bewerbungsresonanz, Usability im Bewerbungsprozess, Initiativen im Bereich Talent Relationship Management (erstmalig) sowie die Reaktion auf die Kontaktaufnahme von Bewerbern per E-Mail und Social Media (erstmalig).

 

Eine Aufstellung sämtlicher Branchensieger der BEST-RECRUITERS-Studie 2017/18 können Sie unter www.bestrecruiters.de/aktuelles/downloads/ herunterladen. Weitere Studienergebnisse, Grafiken und Rankings stellen wir gerne zur
Verfügung.

BEST RECRUITERS
Agnes Koller, Studienleiterin
Gußhausstraße 14/2
A-1040 Wien
Tel. +43 1 5856969 26
agnes.koller@bestrecruiters.eu

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