Studie „Karriere-Websites 2019“: Karriere-Websites haben noch viel Luft nach oben

Zum 11. Mal seit 2000 wurden an der Hochschule RheinMain 146 Karriere-Websites bedeutender Arbeitgeber in Deutschland analysiert und be-wertet. Dabei zeigt sich ein sehr gemischtes Gesamtbild. Einerseits haben nach der vorliegenden Studie viele Unternehmen ihre Karriereseiten in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Andererseits zeigen sich – gerade bei einem größeren Teil der Arbeitgeber aus Mittelstand, Digitalwirtschaft und öffentlicher Verwaltung – noch deutliche Defizite, so das Forscherteam.

Wolfgang Jäger Hochschule Rhein-Main Mobile Recruiting
Prof. Dr. Wolfgang Jäger

„Studien und Befragungen bestätigen immer wieder, dass die Karriere-Website für potenzielle Bewerber nach wie vor zu den wichtigsten Kanälen zählt, um sich über einen Arbeitgeber zu informieren beziehungsweise um sich letztlich zu bewerben. Die unternehmenseigene Karriere-Website ist und bleibt der Dreh- und Angelpunkt im Personalmarketing und Recruiting“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Jäger. Sie stelle sowohl unternehmens-, als auch bewerberseitig den wichtigsten Kanal für die Informationsbereitstellung und -beschaffung sowie die Stellenausschreibung und -suche dar. Und dies kanalübergreifend, also stationär und mobil.

Vor diesem Hintergrund wurden an der Hochschule RheinMain jetzt zum 11. Mal seit dem Start der Studienreihe die Karriere-Websites von 146 bedeutenden Arbeitgebern in Deutschland untersucht. Die Stichprobe setzt sich wie in den Vorjahren wieder aus den größten und den beliebtesten Arbeitgebern zusammen. Ergänzt wurden diesmal – aufgrund deren hoher beziehungsweise zunehmender Relevanz – bedeutende mittelständische Arbeitgeber, wichtige Arbeitgeber im öffentlichen Sektor und große Arbeitgeber der Digitalwirtschaft. „Die Bewertung beruht auf einem beim Studienstart im Jahr 2000 am Studiengang Media Management entwickelten Kriterienkatalog. Dieser wurde seitdem – basierend auf neuesten Erkenntnissen, Unternehmens- und Bewerberfeedback sowie den Erfahrungen und der Expertise der Herausgeber und der Studienpartner milch & zucker sowie Territory Embrace – kontinuierlich angepasst und immer weiter optimiert“, erläutert Sebastian Meurer.

Der aus Expertenperspektive aufgestellte, standardisierte und in vier Cluster aufgeteilte Kriterienkatalog repräsentiert eine imaginäre, „optimale“ Karriere-Website (100 Prozent Erfüllungsgrad). Die Bewertung aus Bewerberperspektive erfolgte wie in den Vorjahren wieder unabhängig und eigenständig durch ein Team von Studierenden des Studiengangs Media Management an der Hochschule RheinMain.

Heterogenes Gesamtbild
Die Ergebnisse zeichnen insgesamt ein durchwachsenes beziehungsweise gemischtes Bild. „Es zeigt sich eine sehr hohe Varianz in der Qualität der unter-suchten Karriere-Websites. Der erreichte Erfüllungsgrad variiert zwischen sehr guten 84 Prozent beim Gesamtsieger ThyssenKrupp und ungenügenden 19 Prozent. Aus den drei Sektoren Mittelstand, Digitalwirtschaft und öffentliche Arbeitgeber gelingt lediglich der KFW Bankengruppe mit Rangplatz 23 der Sprung in die Top 30“, sagt Prof. Dr. Thorsten Petry.

 

Einerseits, so die Wissenschaftler, hätten viele Unternehmen bei den Karriere-Websites in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht. So lägen in 2019 im Vergleich zur letzten Studie erfreulicherweise deutlich mehr Unternehmen in der Kategorie „guter Durchschnitt“ (mit einem Erfüllungsgrad zwischen 60 und 75 Prozent). Andererseits gäbe es auch im Jahr 2019 nach wie vor noch Unter-nehmen, deren Karriere-Website als rückständig zu bezeichnen seien oder die komplett abgehängt seien.

In den Gruppen der rückständigen und abgehängten Karriere-Websites befinden sich, neben einem Dutzend großer und beliebter Arbeitgeber, der Großteil der untersuchten Arbeitgeber aus Mittelstand und Digitalwirtschaft. Und auch fast zwei Drittel der untersuchten Karriere-Websites von Unternehmen aus dem öffentlichen Sektor zählen zu diesen beiden Kategorien. „Die Karriere-Websites dieser Arbeitgeber sind noch nicht ausreichend für den Wettbewerb um knappe und vielseitig nachgefragte Talente gerüstet“, stellt Prof. Dr. Wolfgang Jäger fest.
Der vollständige Studienband im PDF-Format kann auf der Seite www.hs-rm.de/karriere-websites zu einem Preis von 98,00 Euro bestellt werden.

Die Autoren:
• Prof. Dr. Wolfgang Jäger, Hochschule RheinMain, wolf-gang.jaeger@hs-rm.de
• Sebastian Meurer, Hochschule RheinMain, sebastian.meurer@hs-rm.de
• Prof. Dr. Thorsten Petry, Hochschule RheinMain, thorsten.petry@hs-rm.de

Die Hochschule RheinMain
Über 70 Studienangebote an zwei Studienorten mit einem internationalen Netzwerk – das ist die Hochschule RheinMain. Mehr als 14.000 Studierende studieren in den Fachbereichen Architektur und Bauingenieurwesen, Design Informatik Medien, Sozialwesen und Wiesbaden Business School in Wiesbaden sowie im Fachbereich Ingenieurwissenschaften in Rüsselsheim am Main. Neben der praxisorientierten Lehre ist die Hochschule RheinMain anerkannt für ihre anwendungsbezogene Forschung.

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