Arbeitsmarkt

Frühindikator für den Arbeitsmarkt: Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen wird umgestellt

Nürnberg. Ein wichtiger (Früh-)Indikator für den Arbeitsmarkt ist die Arbeitskräftenachfrage. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) stellt deshalb im Rahmen der Arbeitsmarktberichterstattung die den Arbeitsagenturen und Grundsicherungsstellen gemeldeten Arbeitsstellen dar. In die gemeldeten Stellen gingen bisher sowohl geförderte als auch ungeförderte Stellen ein. Im Mittelpunkt der Berichterstattung standen gleichwohl die ungeförderten Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die als Indikator der Marktentwicklung verwendet wurden.

Zahl der offenen Stellen ist um zehn Prozent gestiegen

Anja Kettner, IAB, Nürnberg, Karriere-Chancen am Arbeitsmarkt, Crosswater Job Guide
Anja Kettner

Nürnberg. Im zweiten Quartal 2010 ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahresquartal um rund 10 Prozent angestiegen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Insgesamt gab es 977.000 offene Stellen, davon 805.000 am ersten Arbeitsmarkt.

Der Anstieg betraf allerdings ausschließlich Westdeutschland, wo die Auftragszuwächse in der Industrie zu erhöhtem Einstellungsbedarf führten. In Westdeutschland gab es im zweiten Quartal 2010 rund 683.000 offene Stellen am ersten Arbeitsmarkt, das entspricht einem Zuwachs um 105.000 gegenüber dem Vorjahr. In Ostdeutschland waren es rund 122.000 offene Stellen am ersten Arbeitsmarkt.

Frauen als Gewinnerinnen der Wirtschaftskrise?

Dr. Carola Burkert, IAB
Dr. Carola Burkert, IAB

Die Wirtschaftskrise hat den hessischen Arbeitsmarkt nicht so stark getroffen wie ursprünglich befürchtet. Der Beschäftigungsabbau verlief deutlich moderater, der Anstieg der Arbeitslosigkeit war schwächer als es zu erwarten war. Vor allem sind es die Frauen, die die Krise besonders gut überstanden haben. Trotzdem stellt sich die Gesamtsituation der Frauen nicht in allen Aspekten zufriedenstellend dar: Die Frauenerwerbstätigkeit ist zwar erneut angestiegen. Der Anstieg ist aber vor allem auf Zuwächse im Teilzeitbereich zurückzuführen. Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigung wird mit rund zwei Dritteln überwiegend von Frauen wahrgenommen, wobei diese Beschäftigungsform auch bei Männern in den letzten Jahren zugenommen hat. Führungspositionen befinden sich in Männerhand. Lediglich jede vierte Spitzenposition wird durch eine Frau besetzt.

Konjunktur und Arbeitsmarkt – Ergebnisse des ifo Konjunkturtests im Juli 2010: ifo Geschäftsklimaindex im Steigflug

Prof. Dr. Hans-Werner Sinn

München. Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Juli deutlich gestiegen. Diese Zunahme ist der größte Sprung nach oben seit der Wiedervereinigung Deutschlands. Die Unternehmen berichten von einer erheblich besseren Geschäftslage als im vergangenen Monat. Die Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr schätzen die Befragungsteilnehmer zudem optimistischer ein als im Juni. Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Partylaune.

Für jeden zweiten Beschäftigten gilt ein Branchentarifvertrag

Dr. Susanne Kohaut, IAB. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten Industrial relations, Betriebsgründungen und Fragebogenentwicklung. Sie nimmt Aufgaben der Forschungsorganisation und -koordination wahr, sie ist stellvertretende Leiterin des Forschungsbereichs.
Dr. Susanne Kohaut

Im Jahr 2009 arbeiteten rund 52 Prozent der Beschäftigten in Betrieben, für die ein Branchentarifvertrag galt. Das zeigen die Daten des IAB-Betriebspanels, einer jährlichen Befragung von mehr als 15.000 Betrieben und Verwaltungen durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Geteilter Arbeitsmarkt: StepStone-Umfrage beleuchtet die Job-Chancen für Bewerber im Jahresvergleich 2010 und 2009

Frank Hensgens, Stepstone

Düsseldorf, April 2010. Sind die Job-Chancen für Bewerber 2010 besser als im vergangenen Jahr? Eine Umfrage der Online-Jobbörse www.stepstone.de unter 3.483 deutschen Kandidaten zeichnet ein vielfältiges Bild. Demnach sind 29 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass die Zeit für einen Jobwechsel heute günstiger ist als noch vor einem Jahr. Weitere 32 Prozent halten die Situation auf dem Arbeitsmarkt für unverändert, während 39 Prozent finden, dass es für sie persönlich schwieriger geworden ist, einen neuen Job zu finden. An der internationalen StepStone-Umfrage nahmen 10.595 Fach- und Führungskräfte aus acht europäischen Ländern teil, davon 3.483 aus Deutschland.

Prekäre Lage in der Altenpflege spitzt sich zu – Laut Kliniken.de nimmt Fachkräftemangel dramatische Züge an

Dr. Bettina Horster

Dortmund – Wie das neutrale medizinische Informationsportal Kliniken.de berichtet, blicken ältere und pflegebedürftige Menschen in der Bundesrepublik Deutschland einer immer ungewisseren Zukunft entgegen. „Angesichts des eklatanten Mangels an geschultem Fachpersonal in den Pflegeeinrichtungen ziehen immer dunklere Wolken auf“, bestätigt VIVAI-Vorstand Dr. Bettina Horster, deren Unternehmen bereits seit 1997 Kliniken.de betreibt. „Schon jetzt ist die Versorgung äußerst notdürftig. Bis in zehn Jahren dürfte der Fachkräftemangel dramatische Formen annehmen.“

Rezession überlagert Frühjahrsbelebung: Die Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsstellenmarktes im Juni 2009

Frank-J. Weise, Bundesagentur für Arbeit
Frank-J. Weise, Bundesagentur für Arbeit

„Die Rezession der deutschen Wirtschaft hat die Frühjahrsbelebung überlagert. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fiel im Juni daher geringer aus als in den letzten Jahren. Die starke Nutzung der Kurzarbeit dämpft jedoch die Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt.“ – so fasste der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise, die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Juni 2009 zusammen.

Arbeitslosenzahl im Juni: -48.000 auf 3.410.000

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: +250.000

Arbeitslosenquote im Juni: -0,1 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent

IT-Branche kehrt zu ihren Wurzeln zurück

In diesem Jahr werden die deutsche Wirtschaft Themen wie Business Service Management und Automatisierung beschäftigen

Frankfurt am Main, den 26. Februar 2009 – Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise zeichnet sich in der IT-Branche ein Paradigmenwechsel ab. „Es mag banal klingen, aber die Zeiten der Marktschreier scheinen vorbei zu sein. Hersteller und Anbieter von IT-Dienstleistungen konzentrieren sich wieder darauf, ihren Kunden maßgeschneiderte Lösungen zu liefern, mit denen sie schneller und effizienter arbeiten können. Das ist seit jeher das, was die IT leisten soll, insofern kann getrost von einer Rückkehr zu ihren Wurzeln gesprochen werden“, bemerkt Hans-Christian Boos. Der Arago-Vorstand war Teilnehmer und Sprecher bei der IBM-Konferenz Pulse 2009 in Las Vegas, die in Branchenkreisen als einer der wichtigsten Trendsetter für aktuelle Entwicklungen in der IT angesehen wird. Er bewertet die Rückbesinnung auf „alte Werte“ und die damit verbundene Abkehr vom reinen Marketing positiv. Es stehe zu erwarten, dass dieser Trend sich auch nach Deutschland ausbreitet. Erste Anzeichen der Konsolidierung würden sich sicher bereits auf der CeBIT bemerkbar machen.

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Februar 2009

Frank-J. Weise, Bundesgentur für Arbeit
Frank-J. Weise, Bundesgentur für Arbeit

„Die schwierige Wirtschaftslage wirkt sich auch im Februar auf den Arbeitsmarkt aus. Die drei wichtigsten Indikatoren des Arbeitsmarktes entwickelten sich negativ: Die Arbeitslosigkeit stieg, die Erwerbstätigkeit nahm ab und die Arbeitskräftenachfrage ging weiter zurück. Allerdings hat Kurzarbeit dem stabilisierend entgegengewirkt.“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.

Arbeitslosenzahl im Februar: +63.000 auf 3.552.000

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -66.000

Arbeitslosenquote im Februar: +0,2 Prozentpunkte auf 8,5 Prozent