Arbeitsmarkt

Babyboomer verlassen den Arbeitsmarkt – wie geht es weiter?

Zaghafte Zuversicht – IW-Verbandsumfrage für 2020

Michael Grömling

Die Lage in der deutschen Industrie ist so schlecht wie lange nicht. In Teilen der Industrie haben sich die Perspektiven für das Jahr 2020 jedoch nicht weiter verdüstert, sondern sogar etwas aufgehellt. Dies spricht gegen das Abrutschen in eine gesamtwirtschaftliche Rezession. Die Investitions- und Beschäftigungsperspektiven bleiben aber deutlich verhalten und signalisieren allenfalls eine Stabilisierung auf dem Vorjahresniveau.

Schlechte Lage zum Jahreswechsel

Die deutsche Volkswirtschaft tritt seit dem Frühjahr 2019 auf der Stelle. Bislang konnten die boomende Bauwirtschaft und der in Teilen expansive Dienstleistungssektor einen ernsthaften gesamtwirtschaftlichen Rückgang verhindern. Die Industrie befindet sich dagegen seit Mitte des letzten Jahres in einer breit angelegten Rezession. Auch die unternehmensnahen Dienstleister erlitten im zweiten und dritten Quartal 2019 Geschäftseinbußen.

Konjunktur bremst Frühjahrsbelebung

„Auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich erste Auswirkungen der zuletzt etwas schwächeren konjunkturellen Entwicklung: Die Arbeitslosigkeit ist deswegen – aber auch infolge von Sonderfaktoren – im Mai gestiegen, die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern schwächt sich auf hohem Niveau merklich ab, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bleibt aber auf Wachstumskurs.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Detlef Scheele

Deutschland für Digitalexperten zweitbeliebtester Arbeitsmarkt der Welt  

  • Lediglich USA sind bei digitalen Fachkräften als Zielland noch beliebter
  • Berlin liegt nach London und New York auf dem dritten Platz der attraktivsten Städte
  • Deutschland auch bei internationalen Experten für Künstliche Intelligenz sehr beliebt  

Deutschland liegt auf dem zweiten Platz der weltweit beliebtesten Zielländer für hochqualifizierte Digitalfachkräfte und ist damit der attraktivste nicht-englischsprachige Jobstandort der Welt. Das zeigt die internationale Arbeitsmarktstudie Decoding Digital Talent, für die die Online-Jobplattform StepStone, die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) und das globale Jobbörsen-Netzwerk The Network 27.000 Digitaltalente aus 180 Nationen befragt haben. Als Digitalexperten definiert die Studie Arbeitnehmer mit Expertise in Bereichen wie Künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning, Datamining, Entwicklung mobiler Apps, Programmieren oder digitales Marketing.

Rainer Strack

Indeed-Arbeitsmarktkommentar März 2019: Arbeitslosenquote hat Schwachstellen

Dr. Annina Hering, Indeed Economist

Das Jahr 2018 war ein erfolgreiches Jahr für den deutschen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Erwerbstätigen ist erstmals seit der Wiedervereinigung auf über 45 Millionen gestiegen. Das zeigt sich auch im internationalen Vergleich: Deutschland weist mit 79 % (2017) die EU-weit zweithöchste Erwerbstätigenquote nach Schweden auf. Die Zahl offener Stellen steigt weiter an – das zeigen sowohl die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Arbeitsstellen als auch die in der IAB-Stellenerhebung ermittelten offenen Stellen. Gleichzeitig hat die Arbeitslosenquote 2018 mit 5,2 % im Jahresdurchschnitt ihren niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung erreicht.

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Dr. Annina Hering

Arbeitsmarkt: Einsetzende Frühjahrsbelebung verringert Arbeitslosigkeit

„Mit der einsetzenden Frühjahrsbelebung sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im März weiter zurückgegangen. Obwohl der konjunkturelle Rückenwind nachgelassen hat, entwickelt sich der Arbeitsmarkt alles in allem weiter günstig.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

  • Arbeitslosenzahl im März: -72.000 auf 2.301.000
  • Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -157.000
  • Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent

Arbeitsmarkt im Februar 2019: Positive Entwicklung trotz konjunktureller Abschwächung

„Die Arbeitslosigkeit ist zurückgegangen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bleibt auf Wachstumskurs, und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern auf einem sehr hohen Niveau. Der Arbeitsmarkt bleibt damit robust gegenüber der konjunkturellen Abschwächung.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

  • Arbeitslosenzahl im Februar: -33.000 auf 2.373.000
  • Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -173.000
  • Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: unverändert bei 5,3 Prozent
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Detlef Scheele

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Richtlinie ohne Wirkung

Dr. Oliver Stettes, Leiter des Kompetenzfelds Arbeitsmarkt und Arbeitswelt, IW Köln

Eine neue EU-Richtlinie soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Allerdings löst sie nicht das Hauptproblem, das viele Familien hierzulande haben: Es fehlen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und pflegebedürftige Angehörige.

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Foto: iStock

OECD: Welche Fähigkeiten werden benötigt, um 2030 auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein?

4 Fragen an OECD-Expertin Tracey Burns

In „Trends Shaping Education“ nennen Sie fünf potenzielle Megatrends, die Einfluss auf die Bildung der Zukunft haben: Globalisierung, politische Beteiligung, Sicherheit, Bevölkerungsalterung und moderne Lebensformen. Welcher wird uns Ihrer Meinung nach am stärksten beeinflussen?

Insgesamt befassen wir uns in dem Bericht mit 50 Trends! Daher ist es ziemlich schwierig, nur einen auszuwählen. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann für den Trend, der mit allen anderen zusammenhängt, und das ist die zunehmende Ungleichheit.

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Tracey Burns, OECD

Der Arbeitsmarkt im Dezember 2018: Positive Entwicklung auch am Jahresende

Detlef Scheele

„Der Arbeitsmarkt hat sich weiter sehr gut entwickelt, obwohl der wirtschaftliche Aufwärtstrend etwas an Schwung verloren hat. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist weiterhin rückläufig, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung setzt ihren Wachstumskurs fort, und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern liegt unverändert auf einem sehr hohen Niveau.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

  • Arbeitslosenzahl im Dezember: +23.000 auf 2.210.000
  • Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -175.000
  • Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: +0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent