CDO

Unternehmen setzen verstärkt auf Digitalisierungs-Teams

  • Achim Berg, BITKOM

    Allerdings verzichten weiterhin zwei Drittel auf eine organisatorische Einheit

  • Nur in jedem zehnten Unternehmen gibt es einen Leiter Digitalisierung oder CDO
  • Vor allem kleinere Betriebe sind zurückhaltend

Unternehmen schaffen verstärkt eigene Abteilungen oder Teams, die sich ausschließlich mit der Digitalisierung beschäftigen. Allerdings sagen in Deutschland immer noch rund zwei Drittel (69 Prozent) der Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern, dass sie keine solche organisatorische Einheit geschaffen haben. Im vergangenen Jahr lag der Anteil mit drei Viertel (77 Prozent) noch höher. So gibt jedes vierte Unternehmen (26 Prozent, 2017: 20 Prozent) an, eine Digitalisierungseinheit innerhalb der IT-Abteilung geschaffen zu haben. Lediglich weitere 4 Prozent (2017: 2 Prozent) haben eine eigenständige Einheit außerhalb der IT-Abteilung aufgebaut.

Digitale Transformation in Deutschland: Jede zweite Stelle rund um Digitalisierungsprozesse entsteht in Großkonzernen

Joblift untersucht den Personalbedarf für die digitale Transformation
Deutsche Unternehmen suchen zunehmend nach Expertise für Digitalisierungsprozesse. Das fand die Jobbörse Joblift in einer Analyse aller 15 Millionen Stellenanzeigen der letzten 24 Monate heraus. Dabei hat sich die Anzahl der neuen Stellen für Digitalisierungsfachkräfte im letzten Jahr beinahe verdoppelt, wobei fast 60 % der Jobs in Großkonzernen entstanden sind. Trotz einer hohen Nachfrage nach Consultants scheinen Digitalisierungsthemen für Unternehmen auch intern an Bedeutung zu gewinnen: Das größte Stellenwachstum verzeichneten IT-Fachleute mit entsprechendem Hintergrund, gleichzeitig stieg der Bedarf an digitalisierungserfahrenen Führungskräften, zum Beispiel Chief Digital Officern (CDOs), im letzten Jahr stark an.

Das Berufsfeld „Chief Digital Officer“ wächst immer noch rasant: weltweit sind über 2.500 CDOs im Einsatz

Deshalb ist die zweite Auflage der frei verfügbaren Studie zu diesem Berufsfeld der Quadriga Hochschule Berlin in Kooperation mit dem Beratungshaus TMG Consultants auch so wichtig: Die Schwerpunkte lagen 2018 auf der Umsetzung von Digitalstrategien und ihrer Steuerung. Zu diesen Themen wurden über 370 hochrangige Führungskräfte befragt, konkret u.a. zur Planung und Umsetzung von Digital-Projekten, zu KPIs, Geschäftsmodellen, Kosten und Strategien.

Kienbaum-Studie: Chief Digital Officer – Wer besonders gut ist, macht sich überflüssig

Yvonne Balzer, Kienbaum

Kienbaum veröffentlicht Studie zu Profil, Rolle und Kernkompetenzen des Chief Digital Officers (CDO)

  • Mehrheit der CDOs sieht ihre Rolle nur als Job auf Zeit.
  • CDOs wollen die Welt verändern.
  • Digitalchefs definieren ihre Rolle selbst.

Verkehrte Welt: Während Führungskräfte, die ihren Job besonders gut machen, normalerweise mit mehr Budget und Mitarbeitern oder zusätzlicher Entscheidungsgewalt belohnt werden, macht sich eine andere Berufsgruppe überflüssig, wenn sie erfolgreich arbeitet – die Chief Digital Officer. Davon sind die Interviewpartner für eine aktuelle Studie der Personal- und Managementberatung Kienbaum überzeugt.

80 größte gelistete Unternehmen Deutschlands (DAX/MDAX): Mehr als die Hälfte hat IT- und Digitalverantwortung im Vorstand formell verankert

Alexander Wink
Alexander Wink

In mehr als der Hälfte (43) der 80 DAX- und MDAX-Unternehmen existiert mindestens ein Vorstandsmitglied, das formell und öffentlich ersichtlich für IT und/oder Digitalisierung verantwortlich ist. Darunter befinden sich auch neun Vorstandsvorsitzende (CEO), acht Finanzchefs (CFO), sechs Chief Operating Officers (COO) und zwei Chief Technology Officers (CTO). Einen Chief Information Officer (CIO) oder Chief Digital Officer (CDO) mit dieser Betitelung und diesem ausschließlichen Aufgabengebiet findet sich dagegen in keinem einzigen Vorstand. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung* der Personal- und Organisationsberatung Korn Ferry.

ESMT Berlin vergibt Stipendien für Frauen in IT-Führungspositionen

In allen Branchen sind Frauen im IT-Bereich, insbesondere in Führungspositionen, unterrepräsentiert. Um diesem Defizit entgegenzuwirken, vergibt die ESMT Berlin zwei Teilstipendien, jeweils im Wert von 4.450 EUR, für das IT Leadership Program (ITL). Eines der Stipendien ist gemeinsam mit dem 30% Club ausgeschrieben, einer weltweiten Initiative für Geschlechtergleichheit, die u.a. darauf abzielt, die Anzahl von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Die Bewerbungsfrist ist der 30. September 2017.

Joe Peppard
Joe Peppard