Jobanbieter

Wo sehen Sie sich selbst in fünf Jahren?

Von Gerhard Winkler, Bewerberberater, jova-nova.com

Sehen wir doch gleich einmal nach, was uns die Berater als musterhaft verkaufen:

“Ich habe mir jetzt zum Ziel gesetzt, bei einer Organisation einzusteigen, in der ich wachsen und mich in immer neuen Herausforderungen bewähren kann. Das soll mich nach einiger Zeit dazu führen, dass ich zunehmend mehr Managementverantwortung übernehme und auch zur strategischen Zielfindung beitrage. Alles in allem sehe ich mich in fünf Jahren dort verankert, wo man mich ermutigt, mein persönliches Weiterkommen mit dem Erfolg des Unternehmens zu verknüpfen.”

Das wirkt flüssig, hinterlässt aber einen schalen Nachgeschmack. Kein vernünftiger Jobanbieter erwartet von Ihnen, dass Sie Ihren geheimen Karriereplan offenlegen oder souverän auf der Klaviatur der beruflichen Ziele improvisieren oder auf High Potential machen oder abgeschliffene Sätze zum Thema Selbstfindung & Entwicklung formulieren.

Jobanbieter erkundigen sich im Jobinterview nach Ihren Zukunftsplänen, weil sie in Erfahrung bringen wollen, ob und wie sie mit Ihnen rechnen können.

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Absolventen-Test für Stellenanbieter

Von Gerhard Winkler

Ja, ich kann es bestätigen. Sehr viele, zu viele junge Bewerber bringen aus der Schule superaktuelle Kompetenzen mit, nur keine flüssige, korrekte, situationsgerechte Ausdrucksweise. Was immer die Berufseinsteiger sich dann im Studium angeeignet haben werden, ihren schriftlichen und mündlichen Ausdruck im Deutschen haben sie am Ende nicht weiter verbessert.
Verstärkt hat sich aber die Tendenz des So-tun-als-ob: Als ob man es drauf hätte. Als ob man wüsste, worum es bei der Jobfindung geht. Als ob man der Traumkandidat wäre. 

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Gasthörerin

Gerhard Winkler
Gerhard Winkler

„Ist es zulässig und vielleicht sogar ratsam, im Lebenslauf anzugeben, dass man als Gasthörer irgendwelche Vorlesungen an einer Universität besucht hat?“

Von Gerhard Winkler, Bewerberberater jova-nova.com

– Von einer Person mit erhöhtem Nachrichtenwert existiert eine Online-Vita, die auch eine Gasthörerschaft verzeichnet. Ein Erregungskurvenmaler im schwarzen WamS kam bei seiner Suche nach der nächsten, Sales-fähigen Empörungsspitze unlängst auf die Idee, bei der in der Vita genannten Universität fix anzufragen, ob dieser Eintrag denn auch rechtens sei. Es folgte das übliche Konzert der Meinungszikaden.

Falls auch Sie nicht hören wollen, nicht sehen können und für mieses Schreiben schlecht bezahlt werden, falls Sie also beruflich irgendwas in den Medien pfuschen, dann passen Sie jetzt auf: Gasthörer sind Menschen, die sich im Gegensatz zu Ihnen Zeit genommen haben.

Candidate Experience: Aus der Praxis des Bewerberhelfers Gerhard Winkler

Chat-Mitschnitt 4. August 2015

Gerhard Winkler, www.jova-nova.com
Gerhard Winkler, www.jova-nova.com

Gerhard Winkler: Hallo, ich freue mich, dass Sie heute trotz > 30 Grad mit mir über Bewerbung, Job, Karriere chatten!

Sabine: Hallo Herr Winkler, vielen Dank im Voraus für die Beantwortung meiner Frage. Bisher habe ich nur Absagen auf meine Bewerbungen bekommen, noch nicht einmal für eine Einladung zu einem Jobinterview hat es gereicht. Die Selbstzweifel sind da nicht weit … Wie sinnvoll halten Sie die Möglichkeit, von den Jobanbietern ein Feedback über die erfolglose Bewerbung zu erbitten und bringt einen das im Bewerbungsprozess weiter? Meine bisherige Erfahrung zeigt, dass man den standardisierten Absagetext wiederholt oder angibt aus rechtlichen Gründen keine Aussage über die Ablehnung der Bewerbung geben zu können. Vielleicht habe ich nicht die richtige Fragetechnik, aber für mich wäre eine Rückmeldung des Jobanbieters wichtig, um zu wissen, ob die Absagegründe in der Form meiner Bewerbung oder in meiner fachlichen Qualifikation zu suchen sind.

Gerhard Winkler: Liebe Sabine, manchmal ahnt man es im Nachhinein, weshalb man nicht in Frage kam, manchmal wusste man es sogar schon im Voraus.