OECD

Aktuelle OECD-Kurzstudien zur Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie zwingt zu schmerzhaften Anpassungen, aber a­­uch zu kreativen Antworten in nahezu allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft. Welche teils beispielhaften Antworten OECD-Länder bisher auf die Krise gefunden haben und welche Handlungsstrategien darüber hinaus sinnvoll sind, haben wir in einer Reihe von Policy Briefs zusammengetragen. Diese finden Sie alle auf unserer Corona-Sonderseite www.oecd.org/coronavirus, die kontinuierlich ergänzt und aktualisiert wird.

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Die folgenden Kurzanalyen sind bereits verfügbar:

Das Leben in den OECD-Ländern hat sich in vielen Bereichen verbessert aber große Ungleichheiten bleiben

Insgesamt hat sich in den OECD-Ländern das Leben in den letzten zehn Jahren für viele Menschen verbessert. Jedoch bleiben viele Ungleichheiten bestehen. Unsicherheit, Verzweiflung und mangelndes Zugehörigkeitsgefühl betreffen einen bedeutenden Teil der Bevölkerung, so eine neue OECD-Studie.

Laut How’s Life? ist das verfügbare Haushaltseinkommen pro Kopf seit 2010 in mehr als der Hälfte der OECD-Länder gestiegen. Auch die Beschäftigungsquoten der 25- bis 64-Jährigen sind gestiegen – um durchschnittlich fast 5 Prozentpunkte (knapp acht von zehn Erwachsenen sind heute erwerbstätig). Weniger Menschen haben sehr lange Arbeitstage.

Deutschland für ausländische Akademiker nur mäßig attraktiv

Deutschland ist für zugewanderte Akademiker bislang mäßig attraktiv. Im OECD-weiten Vergleich schneidet die Bundesrepublik lediglich auf Platz zwölf ab. Spitzenreiter bei den Akademikern sind Australien, Schweden und die Schweiz. Gut hingegen schneidet die Bundesrepublik insbesondere bei der Gruppe der internationalen Studierenden ab – Platz drei im OECD-Vergleich – und bei jenen Zuwanderern, die ein Unternehmen gründen wollen. Hier belegt Deutschland den sechsten Platz. Zu diesem Ergebnis kommen die „OECD Indicators of Talent Attractiveness“, die in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung entwickelt wurden. In einem gemeinsamen Policy Brief finden sich Vorschläge, wie Deutschland für hochqualifizierte Migranten attraktiver werden kann.

Thomas Liebig, OECD

BILDUNG: Gezielte Investitionen nötig

Axel Plünnecke
Prof. Dr. Axel Plünnecke

Von Axel Plünnecke

Im internationalen Vergleich muss Deutschland bei der Bildung zulegen, zeigt der neue OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick“. Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, sind gezielte Investitionen in Bildung und Forschung nötig. Die Ausgaben dafür sollten von rund neun auf zehn Prozent des BIP erhöht werden.

Der Anteil der jungen Erwachsenen mit einem Hochschulabschluss ist in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen, der Fortschritt stagniert aber in jüngster Vergangenheit, zeigt ein neuer OECD-Bericht. Insgesamt gelingt es Deutschland zu wenig, den Zusammenhang von Bildungsergebnissen und sozialer Herkunft zu lockern. Unterm Strich reichen die bisherigen Investitionen der Bildungspolitik nicht aus, um die Teilhabechancen junger Menschen ausreichend zu sichern. Dabei gibt es schon heute einen steigenden Bedarf an Fachkräften – insbesondere in den MINT-Berufen. Nach IW-Berechnungen fehlen aktuell rund 59.000 IT-Experten.

Höhere Bildung lohnt sich – kann aber noch zukunftsgerechter gestaltet werden

Bildung zahlt sich aus – je höher der Abschluss, desto besser im Schnitt die Berufs- und Verdienstaussichten. Das gilt für Deutschland und OECD-weit, so die aktuelle Ausgabe der OECD-Studie Bildung auf einen Blick, deren Ergebnisse für Deutschland heute in Berlin vorgestellt wurden. Die wachsende Nachfrage nach höherer Bildung ist demnach eine positive Entwicklung, die allerdings durch kluge Maßnahmen für die Zukunftsfähigkeit der verschiedenen Bildungsangebote begleitet werden sollte.

Die Studie Bildung auf einen Blick 2019 ist Teil der OECD-Kampagne „I am the Future of Work“ zur Zukunft der Arbeit. Sie vergleicht Bildungssysteme und Bildungsausgaben der 36 OECD-Länder und zehn weiterer Länder.

Ludger Schuknecht

Migration in OECD-Ländern verändert sich: mehr Arbeits- und Familienmigration, weniger Flüchtlinge

In 2018 zogen rund 5,3 Millionen dauerhafte Einwanderer in die OECD-Länder – zwei Prozent mehr als in 2017. Die Zahl der Asylanträge ging stark zurück, es stieg aber die Zahl der Arbeitsmigranten. Auch zogen mehr Angehörige zu. Dies ist das Ergebnis einer neuen OECD-Studie.

Den Daten des International Migration Outlook 2019 zufolge gab es 2018 mit 1,07 Millionen Asylanträgen in den OECD-Ländern rund 35 Prozent weniger Anträge als in den Rekordjahren 2015 und 2016 (je 1,65 Millionen). Die größte Gruppe unter den Asylbewerbern bildeten die Afghanen, gefolgt von Syrern, Irakern und Venezolanern. Mit den Asylanträgen ging auch die Zahl der registrierten Flüchtlinge zurück – um insgesamt 28 Prozent. Auch in Deutschland wurden 2018 deutlich weniger Erstanträge auf Asyl gestellt, insgesamt 162.000, was gegenüber 2017 einem Rückgang von 18,3 Prozent entspricht.

Angel Gurria, Copyright by World Economic Forum swiss-image.ch/Photo by Sebastian Derungs

Governments must take further action to boost job opportunities at an older age, says OECD

In the face of rapid population ageing, governments must promote more and better job opportunities at an older age to protect living standards and the sustainability of public finances, according to a new OECD report.

 

Stefano Scarpetta

Working Better with Age projects that, based on current retirement patterns, the number of older people (50+) out of the labour force because of inactivity or retirement who will need to be supported by each worker could rise by around 40% from 42 per 100 workers in 2008 to 58 per 100 workers in 2050 on average in the OECD area. In some countries such as Italy, Greece and Poland, there could be nearly as many or more older people out of the labour force as workers by 2050.

Weniger Rente, länger Rentner sein: Wie sich die Rentenbedingungen OECD-weit verändern

Die Bedingungen für jetzige und künftige Rentnergenerationen in OECD-Ländern haben sich unter dem Einfluss von demographischem Wandel und politischen Reformen stark verändert. Trotz unterschiedlicher Rentenpolitik in den 36 OECD-Mitgliedsländern lassen sich klare Trends abzeichnen. Das zeigt das neue OECD Policy Brief „Will future pensioners work for longer and retire on less?. Darin werden erstmals Rentenbedingungen für die Alterskohorten 1940, 1956 und 1996 für alle OECD-Länder verglichen – also für jene Menschen, die vor etwa 15 Jahren in Rente gingen, für jene, die jetzt ins Rentenalter kommen und jene, die erst vor Kurzem in den Arbeitsmarkt eintreten sind.

Senior citizen in Greece

Countries must make teaching profession more financially and intellectually attractive, says OECD

Countries need to make the teaching profession more financially and intellectually attractive to meet a growing demand across the world for high-quality teachers, according to a new OECD report.

 

Based on the OECD’s Teaching and Learning International Survey (TALIS), the report, Teachers and School Leaders as Lifelong Learners, says that attracting the best and brightest to the profession will be essential to ensure that young people are given the skills they will need to thrive in tomorrow’s world of work.

Andreas Schleicher

Deutschland ist für ausländische Fachkräfte nur mäßig attraktiv

Deutschland ist für ausländische Studierende und Unternehmerinnen und Unternehmer ein vergleichsweise attraktives Ziel. Für hochqualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bieten andere OECD-Länder deutlich bessere Bedingungen. Dies geht aus einer neuen OECD-Studie hervor, die heute veröffentlicht wurde. Erstellt wurde die Studie mit Unterstützung der Bertelsmann Stiftung.

Die „OECD Indicators of Talent Attractiveness“ analysieren anhand eines Sets von Indikatoren die Rahmenbedingungen für hochqualifizierte Migrantinnen und Migranten. Untersucht werden insgesamt sieben Dimensionen: Qualität der beruflichen Chancen, Einkommen und Steuern, Zukunftsaussichten, Möglichkeiten für Familienmitglieder, Kompetenzumfeld, Diversität und Lebensqualität. Auch die Einreise- und Aufenthaltsbedingungen für Hochqualifizierte werden berücksichtigt.

Stefano Scarpetta