OECD

OECD-Studie: Alle Menschen sollten vom digitalen Wandel profitieren

Digitale Technologien können unser Leben verbessern, sie können aber auch soziale Ungleichheit verstärken und Chancen für Menschen verbauen, die nicht sicher in der Online-Welt navigieren. Zu diesem Schluss kommt eine neue OECD-Studie, die heute veröffentlicht wurde. Eine Mischung aus technischen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten sind Voraussetzung dafür, dass die Menschen ihr digitales und reales Leben ausgewogen miteinander verbinden.

Angel Gurria, Secretary-General, Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD)

OECD-Studie zu Weiterbildung: Erwachsenenbildung braucht nachhaltigere Strukturen

Viele OECD-Länder müssen ihre Systeme zur Erwachsenenbildung dringend verbessern, um den Menschen bei der Anpassung an die zukünftige Arbeitswelt zu helfen. Zu diesem Schluss kommt eine OECD-Studie, die heute veröffentlicht wurde.

Neue Technologien, Globalisierung und eine alternde Bevölkerung werden Arbeitsplätze und die erforderlichen Qualifikationen verändern. Deshalb sind bessere Qualifizierungs- und Umschulungsmöglichkeiten für die betroffenen ArbeitnehmerInnen unerlässlich. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Arbeitswelt der Zukunft für alle funktioniert, so die Studie Getting Skills Right: Future-Ready Adult Learning Systems.

Überdurchschnittliche Sozialausgaben in Deutschland

Die OECD hat heute aktuelle Daten zu Sozialausgaben vorgelegt. In Deutschland und Österreich lag der Anteil öffentlicher Sozialausgaben am BIP mit 25,1 Prozent bzw. 26,6 Prozent deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 20,1 Prozent. In beiden Ländern ist seit 1990 die Sozialausgabenquote ungefähr so schnell gestiegen wie im OECD-Durchschnitt. Im internationalen Vergleich sind die öffentlichen Sozialausgaben (dazu zählen u.a. Ausgaben für Alterssicherung, Gesundheitsversorgung und Arbeitslosenunterstützung) in Frankreich (31,2 Prozent) und Belgien (28,9 Prozent) am höchsten und in Mexiko (7,5 Prozent) sowie Chile (10,9 Prozent) am niedrigsten.

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OECD: Welche Fähigkeiten werden benötigt, um 2030 auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein?

4 Fragen an OECD-Expertin Tracey Burns

In „Trends Shaping Education“ nennen Sie fünf potenzielle Megatrends, die Einfluss auf die Bildung der Zukunft haben: Globalisierung, politische Beteiligung, Sicherheit, Bevölkerungsalterung und moderne Lebensformen. Welcher wird uns Ihrer Meinung nach am stärksten beeinflussen?

Insgesamt befassen wir uns in dem Bericht mit 50 Trends! Daher ist es ziemlich schwierig, nur einen auszuwählen. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann für den Trend, der mit allen anderen zusammenhängt, und das ist die zunehmende Ungleichheit.

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Tracey Burns, OECD

OECD: Förderung oder Flexibilisierung der Arbeitsplätze

In einer sich wandelnden Arbeitswelt muss auch die Arbeitsmarktpolitik neu gedacht werden. Dazu hat die OECD ihre Job Strategy überarbeitet und heute in Paris vorgelegt. Die Analyse zeigt unter anderem, dass Länder, die Quantität, Qualität und Integration von Arbeitsplätzen fördern – wie Dänemark, Island, Norwegen und Schweden – besser abschneiden als Länder, die sich überwiegend auf Flexibilisierung der Arbeitsmärkte konzentrieren. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind zwar unerlässlich, um die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze in einem immer dynamischeren Umfeld zu fördern, doch müssen die Gewinne und Kosten fair zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern verteilt werden.

Mehr Anstrengungen nötig, um Chancengleichheit in der Bildung zu erhöhen

Der berufliche und soziale Status der Eltern bleibt der wichtigste Faktor, der die Teilnahme an Bildung sowie wirtschaftlichen und sozialen Erfolg beeinflusst. Dies geht aus der aktuellen Ausgabe des OECD-Berichts „Bildung auf einen Blick“ hervor, der heute veröffentlicht wurde.

So nehmen Kinder, deren Mütter über keinen höheren Bildungsabschluss verfügen, seltener an frühkindlicher Bildung und Betreuung teil als die Kinder von Hochschulabsolventinnen oder Frauen mit vergleichbarem Abschluss. Und obwohl viele Untersuchungen zeigen, dass die kognitive Entwicklung eines Kindes bereits lange vor dem Eintritt in das Schulalter beginnt, geben die Regierungen noch immer einen geringeren Anteil öffentlicher Gelder für frühkindliche Bildung und Betreuung aus als für höhere Bildung.

Investitionen: Mit 2,12% des Bruttoinlandsprodukts die Zukunft sichern?

Entwicklung des Bundeshaushalts – Deutschland investiert seit Jahren zu wenig in seine Zukunft

 

Bei den Investitionen im Allgemeinen und Bildungsausgaben im Speziellen liegt Deutschland deutlich hinter anderen führenden Wirtschaftsnationen. Der Anteil der sozialen Sicherung am Staatsbudget ist in der Bundesrepublik hingegen substantiell höher als im internationalen Vergleich. Europas größte Volkswirtschaft hat dabei sogar die traditionell sehr sozialstaatlich orientierten skandinavischen Länder überholt.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des ifo Instituts im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Der Anteil der investiven Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt gegenwärtig nur noch 2,12 Prozent. Im OECD-Schnitt sind es über 3 Prozent.

OECD: Deutschland sollte mit umfassenden Reformen inklusiveres und nachhaltiges Wachstum sicherstellen

Angel Gurria
Angel Gurría, OECD

Die deutsche Wirtschaft ist weiter auf Expansionskurs mit sehr geringer Arbeitslosigkeit und hohen Reallohngewinnen, die die Binnennachfrage stützen. Gleichzeitig treiben starke Exporte die Unternehmensinvestitionen. Die stabile Haushaltslage schafft den Raum zur Finanzierung von Strukturreformen und öffentlichen Investitionen, um so zukünftige Herausforderungen zu bewältigen. Dies geht aus dem aktuellen OECD-Wirtschaftsbericht für Deutschland hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde.

Bitkom warnt vor Sondersteuer für digitale Geschäftsmodelle

Thomas Kriesel, Bereichsleiter Steuern & Finanzpolitik, Vertragswesen, BITKOM e.V.
  • EU-Pläne könnten internationale Handelskonflikte provozieren
  • Steuerexperte plädiert für tragfähige Lösung auf OECD-Ebene 

Angesichts der Pläne der EU-Kommission zur Einführung einer neuen Steuer für Digitalunternehmen hat der Digitalverband Bitkom vor einem Schnellschuss gewarnt. Neben einer langfristigen Anpassung der internationalen Besteuerungsregelungen auf OECD-Ebene diskutiert die EU-Kommission die kurzfristige Einführung einer Sondersteuer für bestimmte digitale Geschäftsmodelle. „Es besteht die Gefahr, dass dieser europäische Alleingang eine langfristige und international harmonisierte Lösung blockiert“, sagt Bitkom-Steuerexperte Thomas Kriesel. „Wir appellieren an die Politik vor allem in Deutschland und Frankreich, den Zeitdruck auf die EU-Kommission zu senken. Eine unüberlegte Hauruck-Aktion wird neue internationale Tendenzen zur Doppelbesteuerung auslösen.“

PISA-Sonderauswertung zum Schulerfolg sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler

Andreas Schleicher, OECD
Andreas Schleicher, OECD

Durch ein geordnetes Lernumfeld können die sozial schwächsten Schülerinnen und Schüler zu den leistungsstärksten gehören

Schülerinnen und Schüler aus eher bildungsfernen Elternhäusern erbringen vor allem dann gute schulische Leistungen, wenn sie an Schulen mit hoher sozialer Mischung unterrichtet werden und der Unterricht in einem geordneten Rahmen stattfindet. Faktoren wie die Klassengröße oder die Ausstattung der Schule spielen dagegen eine eher untergeordnete Rolle. Dies geht aus einer PISA-Sonderauswertung hervor, die die OECD mit Förderung der Vodafone Stiftung Deutschland erstellt hat und die heute veröffentlicht wurde.

Die Studie „Erfolgsfaktor Resilienz“ ging der Frage nach, welche schulischen Faktoren die Resilienz von Schülerinnen und Schülern befördern. Als resilient gelten Schüler, wenn sie trotz eines eher bildungsfernen Elternhauses gute schulische Leistungen erbringen.