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New Work ist in aller Munde – aber noch nicht in allen Köpfen

Der Status Quo als Anker im Ozean des New Work Hype

 

Frithjof Bergmann, Begründer der „New Work“-Bewegung, hat einen schillernden Lebenslauf vorzuweisen. Tellerwäscher, Fließbandarbeiter, Hafenarbeiter, Preisboxer und Professor für Philosophie an der Stanford-Universität – eine Silo-Karriere sieht anders aus. Mittlerweile steht das Thema auf unzähligen Konferenz-Tagungsordnungen, sogar ein Unternehmen der digitalen Kontakt-Netzwerke, XING, hat sich darüber so begeistern können und folgerichtig auch den Unternehmensnahmen darauf ausgerichtet.

Worum es geht?

Wirtschaftswoche Ranking der beliebtesten Netzmarken: Karrierenetzwerk StepStone unter den Top 5

Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide
Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide.

Ranglisten bringen Struktur in das Chaos des Alltags. Davon konnte schon Leporello in der Mozart-Oper „Don Giovanni“ ein Lied singen, als er eine Liste mit Don Giovannis Liebschaften entrollt und diese in der Arie „Madamina, il cataloge è questo“ musikalisch in Szene setzte.

Und Umberto Eco ist es zu verdanken, dass die Liste als rhetorisches Stilmittel Einzug in die Literatur gefunden hat. Aufzählen, klassieren, abhaken: So titelt Felix Philipp Ingold in seinen Poetelogischen  Erwägungen am Leitfaden der Unendlichen Liste von Umberto Eco dieses Literatur-Genre (Die Recherche, Zeitschrift für Wissenschaft).

Arbeitgeberbewertungen: Sprung auf einen fahrenden Zug

von Gerhard Kenk (Crosswater Job Guide)

Uli Baur, FOCUS

Eigentlich ist es eine tolle Sache: Ein bekanntes Wirtschaftsmagazin schließt sich mit einem bekannten Business-Netzwerk zusammen und beauftragt einen Umfrage-Dienstleister, eine repräsentative Umfrage zum Thema X oder Y oder Z zu machen. Effizient, repräsentativ, knackig formuliert und ganz im Zeitgeist des Web 2.0. Endlich wird der Intransparenz der Kampf angesagt, es geht um nicht weniger als den besten Arbeitgeber in Deutschland zu finden. Bewerber brauchen sich nicht mühsam vorab über ihren Wunscharbeitgeber informieren, Personaler können ihr Budget für das Employer Branding zusammenstreichen (wenn sie denn eines haben) – Aldous Huxley hätte es mit „Brave New World“ nicht knackiger betiteln können.

Odysseus 2.0 und Jobbörsen bei Wikipedia: Der Kampf um die Deutungshoheit

Odysseus

London (ghk). Hätte Odysseus, der listenreiche Held aus Homers Antik-Epos „Ilias“ im Wikipedia-Portal in dem Artikel über die Jobbörsen Monster und StepStone geschmökert, wäre seine Freude sicherlich groß gewesen. So ähnlich wie seine Kriegslist des „Trojanischen Pferds“ den jahrzehntelangen Kampf um das antike Troja beendete, so wenden Odysseus Nachfahren im Web 2.0 auch allerhand Listen und Finten an. Der Begriff „Trojaner“ umschreibt eine schadhafte Software, die dem nichtsahnenden Computer-Nutzer untergejubelt wird – um seinen PC besser und unbemerkter auszuspionieren. Im „Cyber War“ tummeln sich gar manche Hacker, im viralen Marketing werden alle erdenklichen Maßnahmen eingesetzt – Hauptsache sie bringen preiswerte Reichweite. Nun entpuppt sich ein Aushängeschild des Web 2.0, die Wissensenzyklopädie Wikipedia, als Kriegsschauplatz im Guerilla-Marketing.

Recruiting im Web: Ohne Wikipedia, Facebook und Twitter?

Gerhard Kenk betreibt das Portal Crosswater-Systems.com

London, 7.2.2010. Von Gerhard Kenk (ghk)

Es waren schon sonderbare Zeiten, als am 7. Februar 2000 das Crosswater-Systems-Portal im Web startete: Eine Limited als Geschäftsform war schnell gegründet, die URL www.crosswater-systems.com wurde beantragt und ein Internet-Service-Provider sorgte für die Basis-Dienstleistung, um das Jobbörsen-Portal im Web zu betreiben. Die Vision war einfach und entsprach dem damaligen Zeitgeist des Internets: Mehr Transparenz im e-Recruiting. Doch damals war das World Wide Web noch etwas, was viele Berwerber nur noch vom Hörensagen kennen. Die Dot-Com-Euphorie und die Chance auf das schnelle Geld schwirrte in vielen sonst eigentlich seriösen Köpfen. Jimmy Wales brauchte noch ein Jahr um Wikipedia zu konzipieren, MySpace, XING, YouTube oder Facebook warteten darauf, gegründet und vermarktet zu werden. Von Twitter, everybody’s Darling im aktuellen Social Media Hype, war noch lange nichts zu sehen.

Und Matt Mullenwegs geniale Entwicklung WordPress, einem mittlerweile über 200 Millionen mal installierten Blog-Software-System, kam erstmals im Mai 2003 auf den Markt. Die „Kalaschnikow der HR-Blogger“ erfreut sich auch heutzutage grosser Beliebtheit: Jochen Mai (Karrierebibel.de), Thorsten zur Jacobsmühlen (blogaboutjob.de), Marcus Tandler (Joblog.de), Simone Janson von Berufebilder, Eva Zils (Online-Recruiting.Net), Alexander Fedossov und Jan Kirchner von der Wollmilchsau oder Lutz Altmann vom Personalmarketingblog könnten ohne diesen Werkzeugkasten lange nicht so wirkungsvoll und meinungsbildend agieren.

Die steigende Verbreitung des Internets sorgte für die technische Basis, um mit Jobbörsen die Personalbeschaffung zu revolutionieren. Stellenanzeigen konnten für wenig Geld schnell bei zahlreichen Jobbörsen platziert werden, Bewerber konnten ihre Lebensläufe hinterlegen und leistungsfähige Datenbanken erlaubten einen Profil-Abgleich zwischen Anforderungen und Qualifikation. Vorbei waren die Zeiten, als Bewerber die Wochenendausgaben überregionaler Zeitungen am Bahnhofskiosk kaufen mussten – mit wenigen Mausklicks waren nun Stellenangebote 24 Stunden, 7 Tage und weltweit verfügbar.