Bessere Bildung bedeutet höheres Einkommen – ifo-Bildungsökonom Wößmann zur neuen PIAAC-Studie

Prof. Dr. Ludger Wössmann
Prof. Dr. Ludger Wößmann

München – Soeben hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Ergebnisse der PIAAC-Studie – „Programme for the International Assessment of Adult Competencies“ – veröffentlicht, die Grundkompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich testet. Wie schon die Schülerinnen und Schüler bei PISA schneiden auch die deutschen Erwachsenen im internationalen Vergleich nur mittelmäßig ab.

Dazu betont ifo-Bildungsökonom Ludger Wößmann, der das Kapitel zum Thema Arbeitsmarkt des deutschen PIAAC-Berichts mit verfasst hat: „Das mittelmäßige Abschneiden darf uns nicht kalt lassen. Denn die neuen Ergebnisse belegen, wie zentral sowohl grundlegende Kompetenzen als auch Bildungsabschlüsse für den Erfolg am Arbeitsmarkt sind. Wer im PIAAC-Test um eine von fünf Kompetenzstufen besser abschneidet, verdient 10% mehr – das sind über 250 Euro pro Monat.“ Einkommensunterschiede aufgrund von Bildungsdauer, Erwerbserfahrung und Geschlecht sind hier bereits herausgerechnet. Außerdem geht jedes zusätzliche Bildungsjahr mit 8-10% höherem Einkommen einher.

Auch für die Chance, überhaupt eine Beschäftigung zu finden, sind Kompetenzen von entscheidender Bedeutung. So sind die Grundkompetenzen von Erwerbslosen im Durchschnitt um eine halbe Kompetenzstufe niedriger als die von Erwerbstätigen.

ifo-Forscher Simon Wiederhold ergänzt: „Egal, ob man Grundkompetenzen in Mathematik oder im Lesen nimmt: Die Erträge auf höhere Kompetenzen sind hierzulande wesentlich größer als im OECD-Durchschnitt. Gerade in Deutschland werden bessere Bildungsleistungen am Arbeitsmarkt entlohnt.“

„Für die Zukunft versprechen die neuen PIAAC-Daten großes Potenzial für neue Forschungsergebnisse, die unser Verständnis der Bedeutung von Bildung am Arbeitsmarkt erweitern“, schließt Wößmann.

Pressekontakt:
Annette Marquardt
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