Schutzschild oder Dinosaurier: Wie passen neue Arbeitswelten zur aktuellen Gesetzgebung?

„arbeiten 4.0“ & Recht

  • Starre Gesetze versus New Work: Forderung nach stärkerer Deregulierung in der Diskussion
  • Einstündige Sessions in der Experts’ Corner HR & Law drehen sich um aktuelle Entwicklungen in Arbeitsrecht und Gesetzgebung

Work-Life-Balance und flexible Arbeitszeiten erwarten immer mehr Beschäftigte von ihrem Arbeitgeber. Doch wie passen geltende Arbeitszeitgesetze, die mit einer elfstündigen Ruhezeit und Sonntagsarbeitsverbot die Beschäftigten schützen sollen, in die neue Arbeitswelt? Auf der Messe Zukunft Personal debattieren Experten für Arbeitsrecht und Unternehmensvertreter über nötige Anpassungen – etwa in der erstmals in Köln präsentierten Experts‘ Corner „HR & Law“.

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Alexander R. Zumkeller
Alexander R. Zumkeller

Das Arbeitsrecht müsse über Deregulierung angepasst werden, fordert der Bundesverband der Arbeitsrechtler in Unternehmen (BVAU). Der Grund: Immer mehr Arbeitnehmer, insbesondere aus der jungen Generation, möchten selbst bestimmen, wann und wo sie arbeiten. Starre Arbeitszeitgesetze passen dazu nicht mehr. „Sich selbstbestimmt einen Tag oder eine Woche einzurichten, den Ablauf von Wetter, Freunden, Kindern abhängig zu gestalten – das kollidiert mit einer elfstündigen Ruhezeit oder einem Sonntagsarbeitsverbot“, sagte BVAU-Präsident Alexander R. Zumkeller auf Haufe online.

Der Leiter Arbeitsrecht, Tarif- u. Sozialpolitik der ABB AG ist einer der Diskutanten bei einer Podiumsdiskussion auf der Messe Zukunft Personal. Die Teilnehmer sprechen über die geänderten Rahmenbedingungen bei Arbeitszeit und -ort, neue Arbeitsstrukturen und die Herausforderungen, die die Industrie 4.0 mit sich bringt. Unter der Moderation von Volker Hassel, Chefredakteur der Zeitschrift „Arbeit und Arbeitsrecht“ kommen dabei auch Tobias Neufeld, LL.M., Partner der Allen & Overy LLP, Dr. Klaus Linde, Leiter Labour Relationship Services der Deutsche Telekom AG, und Dirk Pollert, stv. Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektro Arbeitgeberverbände bayme und vbm sowie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), zu Wort.

New Work vs. Old Law – Neue Arbeitswelt mit alten Regeln

Aziza Yakloufi
Aziza Yakloufi

Wie das alte Arbeitsrecht zu den neuen Arbeitsbedingungen passt, beschäftigt auch Dr. Frank Walk, Rechtsanwalt bei Emplawers, in der neu eingerichteten Experts‘ Corner HR & Law. In einstündigen Sessions können sich dort die Messebesucher über arbeitsrechtliche Aspekte informieren und Fragen aus der Praxis diskutieren. „Digitalisierung im Arbeitsrecht – neue Herausforderungen und alte Bekannte“ ist dort auch das Thema der Fachanwälte Aziza Yakhloufi und Alexander von Chrzanowski von Rödl & Partner.

Neue Regulierungen für die Zeitarbeit zulässig?

Auch in Sachen Zeitarbeit könnte sich in der Gesetzgebung bald einiges ändern. Denn die große Koalition hat die „Weiterentwicklung“ der Zeitarbeit im Koalitionsvertrag vereinbart. Zu den Vorhaben gehören unter anderem die Einführung gleicher Bezahlung von Zeitarbeitnehmern und Stammmitarbeitern nach neun Monaten (Equal Pay) und eine Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten für Zeitarbeitskräfte im selben Kundenbetrieb. Aber sind die geplanten Neuregelungen aus verfassungs- und europarechtlicher Sicht zulässig? Dieser Frage geht Dr. Anja Mengel, LL.M., Partnerin der Kanzlei Altenburg Fachanwälte für Arbeitsrecht, nach.

Rechtliche Anforderungen für Social Media

Ein weiterer Aspekt der Digitalisierung von Unternehmen: Immer mehr Arbeitnehmer sind beruflich in sozialen Netzwerken unterwegs. Das wirft eine Fülle rechtlicher Fragen auf, für die Unternehmer wie Mitarbeiter Sensibilität entwickeln müssen. In einem Vortrag gibt Prof. Dr. Rolf Schwartmann, Vorsitzender der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit (GDD), einen Überblick über die rechtlichen Anforderungen: Neben Fragen in Bezug auf Datenschutz- und Arbeitsrecht geht es auch um Aspekte im Zusammenhang mit dem Urheber-, Werbe-, Äußerungs-, Jugendschutz- und Strafrecht.

Das komplette Programm zum Thema Arbeitsrecht: www.zukunft-personal.de

Über die Messe Zukunft Personal
Die Zukunft Personal in Köln ist Europas größte Messe für Personalmanagement. Das Themenspektrum reicht von Recruiting und Personaldienstleistungen über betriebliche Weiterbildung, Leadership und Arbeitsrecht bis hin zu Personal-Software und der Zukunft der Arbeitswelt. Die Leitmesse für das Human Resource Management bietet ein umfassendes Begleitprogramm aus Vorträgen, Diskussionen und interaktiven Formaten wie dem FutureLAB HR, dem HR Solution Check oder dem MeetingPoint. Geschäftsführer, Personalverantwortliche und Führungskräfte verschaffen sich auf der Zukunft Personal einen Überblick über den Markt an Produkten und Dienstleistungen und tauschen sich mit Gleichgesinnten über die Trends in der Personalarbeit aus.

Nächster Termin: 15. bis 17. September 2015

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Registrierung erhalten Besucher unter www.zukunft-personal.de

Über spring Messe Management GmbH
spring Messe Management veranstaltet Fachmessen für Personalmanagement, Professional Learning, Corporate Health, job and career und den Public Sector. Langjährige Messe-Erfahrung, thematische Expertise und nachhaltige Kundenorientierung machen die spring-Veranstaltungen zu etablierten Branchenplattformen. Die Fachmessen aus dem Hause spring sind Seismographen für neue Produkte, Ideen und Managemententwicklungen. Das Tochterunternehmen der Deutschen Messe AG ist in fünf Ländern vertreten: Deutschland, Österreich, Russland, Türkei und Ungarn.

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