Google for Jobs und Indeed.com: Chuzpe, Hype und Kaffeesatzleserei
Medien überschlagen sich derzeit mit einem Hype über eine Neuerung, die es derzeit noch gar nicht gibt. Die Rede ist von Google Jobs. Als im Rahmen der jüngst veranstalteten Google I/O Keynote dies angekündigt wurde, war Google Jobs noch nicht viel mehr als ein unbeschriebenes Blatt. Allein das reichte aus, um alle Marktexperten zu Vorhersagen zu verleiten – und diese Meinungen beeinflussten sogar die Börsen-Teilnehmer. Am Freitag, dem Tag der Ankündigung, verlor der Aktienkurs der Indeed-Muttergesellschaft Recruit Holding Ltd. an der Börse in Tokyo gleich mehr als 6%. Mittlerweile hat sich der Kurs wieder stabilisiert.
Joel Cheesman
Chris Hyams
We are happy to see that 13 years after Indeed launched, Google has woken up to the fact that searching for jobs is one of the most important searches in anyone’s life. Indeed is the global leader in job search, and our 5,000 employees wake up every morning and go to bed every night focused solely on helping people get jobs.
We look forward to relentlessly innovating to help hundreds of millions of people find the right job, including millions of jobs that are only on Indeed.”
Viele Marktbeobachter gehen davon aus, dass die neue Google Jobs Initiative einen starken Einfluss auf Indeed.com, CareerBuilder.com & Co ausüben könnte. Oft ist die Rede von Occupation Ontology oder von One-Click-Apply-Button.
So wirft Stefan Mair in der Handelszeitung Schweiz die Frage auf, woher die Kandidaten-Profildaten beim One-Click-Apply-Butten à la Google kommen sollen:
Stefan Mair
Vor allem ein Punkt in der Google-Präsentation lässt darauf schliessen: Künftig sollen sich Mitarbeiter mit nur einem Klick auf eine von Google vorgeschlagene Stelle bewerben können. Woher Google die Lebenslaufdaten hat, die es für die «One Click»-Bewerbung braucht?
Entweder die Karriereportale überlassen Google die Daten oder Google bittet seine Nutzer irgendwann, eigene Karriereprofile zu erstellen, die dann an Arbeitgeber weitergeleitet werden. Beides unterminiert das Geschäftsmodell der bisherigen Player.
Joel Cheesman hat sich in einem Blogbeitrag auf ERE (https://www.eremedia.com/ere/indeed-google-counteroffensive/) mit dem One-Click-Apply-Button auseinandergesetzt und will dabei gleichzeitig erkennen, dass Indeed.com schon an einer Abwehrstrategie arbeitet.
Indeed.com Gives Glimpse of Counterattack Strategy Against Google with Latest Partnership
If I told you Google’s foray into job postings had very little to do with job postings, would you believe me? Well, that’s my story, and I’m sticking to it. Indeed’s latest partnership even helps support my thinking.
Announced earlier this week, Indeed is partnering with Ceridian to provide Indeed Apply to all its job postings. This one-click ability to apply to a job opening is similar to Facebook Connect or LinkedIn’s apply button. The benefit to job seekers is that it makes applying much easier, taking your resume data plugging into an employer’s application process. This proves much easier and convenient than filling out an application from scratch.
“Ceridian’s integration with Indeed helps organizations to achieve their hiring goals in a way that saves time and money, and creates productivity,” says Eric Schuster, VP product management, Ceridian. “Connecting Dayforce Recruiting with Indeed maintains the advantage of our single HCM solution — including the elimination of redundant effort, inflexible workflows and error-prone manual steps — while providing users access to a much broader applicant pool.”
OK, that’s what Ceridian gets. But what about Indeed? It gets — wait for it — people. Human beings with profiles. And therein lies the counteroffensive. Indeed knows Google getting into the jobs category has everything to do with people, way more than it does job postings.In a recent post, I made my opinion known that Indeed needs to have its apply button everywhere, because Google’s apply button was soon going to be commonplace throughout the job search landscape. Doing so means lots of professional profiles flooding Google’s database to eventually monetize.
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