Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice: Jobsuchende in Europa müssen lange danach suchen

  • Annina Hering

    Europaweit ein ähnliches Bild: Jobinteressenten müssen bei der Jobsuche lange nach Stellenausschreibungen suchen, in denen Work-Life-Balance, flexible Arbeitsmodelle oder Homeoffice hervorgehoben werden.

  • Deutschland: Wenn Unternehmen flexible Arbeitsmodelle in ihren Stellenanzeigen kommunizieren, dann am häufigsten flexible Arbeitszeiten (66,5 %) gefolgt von Work-Life-Balance (29,3 %). Homeoffice wird am seltensten angeboten (17,5 %).

  • Länderspezifische Unterschiede: Flexible Arbeitsbedingungen in Stellenanzeigen finden sich am häufigsten in Österreich (9,9 %), gefolgt von Deutschland (8,3 %). Die Schlusslichter des Rankings bilden Frankreich (0,7 %) und Italien (0,4 %).

Arbeiten, wann und wo man möchte – für die wenigsten Arbeitnehmer in Europa sieht so der Arbeitsalltag aus. Dennoch hat mit der Digitalisierung auch ein Wandel der Arbeitswelt eingesetzt. Dass für Arbeitnehmer in den letzten Jahren eine gute Work-Life-Balance wichtiger geworden ist, zeigen vor allem die Diskussionen um die Generation Y oder auch die Millennials: Karriere, aber nicht um jeden Preis. Gerade für Eltern ist ein hohes Maß an Flexibilität wichtig, um Familie und Beruf vereinbaren zu können.

 

Welche Möglichkeiten bietet der Arbeitsmarkt für eine bessere Work-Life-Balance und flexible Arbeitsmodelle? Um diese Frage zu beantworten, hat Indeed Stellenausschreibungen aus elf europäischen Ländern miteinander verglichen und untersucht welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten sich für Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice in den verschiedenen Ländern finden lassen.

 

Flexible Arbeitsmodelle als Benefit in Stellenanzeigen

Die Analyse der Stellenausschreibungen auf Indeed in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Irland, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Spanien und der Schweiz verdeutlichen: Jobinteressierte in Europa finden nur schwer Arbeitgeber, die in ihren Stellenausschreibungen eine Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, von zuhause zu arbeiten, anbieten. Während Arbeitnehmer zunehmend die Bedeutung flexibler Arbeitsmodelle betonen, bewerben in allen betrachteten Ländern weniger als 10 % aller Stellenausschreibungen flexible Arbeitsbedingungen. Österreich hat mit 9,9 % den höchsten Anteil, gefolgt von Deutschland mit 8,3 % der Stellenausschreibungen. Arbeitgeber in Frankreich (0,7 %) und Italien (0,4 %) verweisen am seltensten auf Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice in ihren Stellenausschreibungen. Ein genauerer Blick auf Indeed-Stellenausschreibungen in Deutschland verdeutlicht, dass Arbeitgeber am häufigsten flexible Arbeitszeiten (66,5 %) anbieten, gefolgt von Work-Life-Balance (29,3 %). Eine immer noch weit verbreitete Präsenzkultur in deutschen Büros dürfte dafür verantwortlich sein, dass Homeoffice (17,5 %) im Vergleich am seltensten genannt wird.

“Die  Analyse von Indeed zeigt, dass das europaweit niedrige Niveau an Stellenausschreibungen kein Indikator dafür sein muss, wie flexibel Arbeitnehmer tatsächlich ihren Arbeitsalltag gestalten können”,  sagt Annina Hering, Economist bei Indeed. “Im Gegensatz zu Frankreich hadert Deutschland in vielen Bereichen mit einem Arbeitskräftemangel und Unternehmen bewerben ihre flexiblen Arbeitsmodelle, um attraktiver für Jobinteressenten zu werden.”

 

Teilzeitbeschäftigung für mehr Flexibilität

Indeed hat sich in den Analysen auf Stellenausschreibungen im Allgemeinen konzentriert. Darüber hinaus bietet die Anpassung der wöchentlichen Arbeitsstunden eine weitere Möglichkeit, um eine gute Work-Life-Balance und Flexibilität im Arbeitsleben zu schaffen, was insbesondere von Müttern genutzt wird. Eine frühere Indeed-Analyse hat gezeigt, dass in Deutschland dennoch nur sehr wenige Stellen in Teilzeit ausgeschrieben werden. Jobsharing – zwei oder mehr Teilzeitstellen, die sich eine Vollzeitstelle teilen – zeigt sich in Stellenausschreibungen auf Indeed bisher kaum.