Homeoffice

Mobiles Arbeiten: Führungskräfte sind gefragt

Arbeiten wird zeitlich und räumlich immer flexibler: Homeoffice und andere Formen helfen dabei, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass mobiles Arbeiten grundsätzlich gut ankommt. Voraussetzung dafür ist, dass Mitarbeiter und vor allem auch Führungskräfte für familienfreundliche Arbeitsbedingungen sorgen.

Führungskräfte sind gefragt
Foto: iStock

Homeoffice? Nein, danke: Angestellte arbeiten lieber im Büro als zu Hause

  • 62 Prozent der Beschäftigten mit Homeoffice-Erlaubnis ziehen das Büro als Arbeitsort vor
  • Mehrheit rechnet mit steigendem Homeoffice-Anteil – jeder Zweite fordert gesetzlichen Anspruch

Vier von zehn Festangestellten (41 Prozent) dürfen im Homeoffice arbeiten, aber die meisten lehnen dankend ab: Wenn Mitarbeiter selbst entscheiden dürfen, wo sie arbeiten, wählt eine deutliche Mehrheit das Büro. 62 Prozent der Festangestellten mit Homeoffice-Erlaubnis machen davon keinen Gebrauch, während 38 Prozent lieber in den eigenen vier Wänden oder mobil arbeiten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.002 Berufstätigen in Deutschland zwischen 16 und 65 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Viele Arbeitnehmer haben mittlerweile die Wahl, wo sie arbeiten. Anders als man vielleicht meinen könnte, ziehen die meisten Festangestellten das Büro dem eigenen Zuhause vor – aus ganz unterschiedlichen Gründen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Achim Berg

Homeoffice – eher eine Ausnahme?

Arbeiten von zu Hause aus: Fach- und Führungskräfte nutzen dieses Angebot ihres Arbeitgebers gern, um Berufs- und Privatleben besser miteinander zu verbinden. Doch wie häufig und in welchen Jobs wird Homeoffice von Unternehmen überhaupt angeboten?

Die Online-Jobplattform StepStone hat alle auf stepstone.de veröffentlichten Stellenanzeigen der vergangenen vier Jahre analysiert. Das Ergebnis: Zwar werben Unternehmen inzwischen doppelt so häufig mit einer Homeoffice-Möglichkeit als noch vor vier Jahren. Insgesamt bleibt allerdings das Arbeiten in den eigenen vier Wänden beim Großteil aller Jobs eine Ausnahme. Während 2015 in nur 2 Prozent aller bei StepStone veröffentlichten Stellenanzeigen Homeoffice angeboten wurde, waren es in diesem Jahr bislang mit 4 Prozent immer noch vergleichsweise wenige Homeoffice-Angebote.

Inga Rottländer

Arbeiten von zu Hause aus oder von unterwegs: Jeder vierte Betrieb ermöglicht mobiles Arbeiten

26 Prozent aller Betriebe bieten zumindest einem Teil ihrer Beschäftigten die Möglichkeit, mobil zu arbeiten, also von zu Hause aus oder von unterwegs. Zwölf Prozent der Beschäftigten nutzen dies. Detaillierte Aussagen können auf Grundlage der Betriebs- und Beschäftigtenbefragung „Linked Personnel Panel (LPP)“ für privatwirtschaftliche Betriebe mit mindestens 50 Mitarbeitern getroffen werden. Hier beträgt der Anteil der Betriebe, die Arbeiten von zu Hause aus möglich machen, 37 Prozent. Ein regelmäßiges Homeoffice von mindestens einem Tag in der Woche ermöglichen 16 Prozent der privatwirtschaftlichen Betriebe mit mindestens 50 Mitarbeitern. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des ZEW – Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung hervor.

In den meisten Jobs ist Homeoffice eine Ausnahme

Arbeiten von zu Hause aus: Fach- und Führungskräfte nutzen dieses Angebot ihres Arbeitgebers gern, um Berufs- und Privatleben besser miteinander zu verbinden. Doch wie häufig und in welchen Jobs wird Homeoffice von Unternehmen überhaupt angeboten? Die Online-Jobplattform StepStone hat alle auf stepstone.de veröffentlichten Stellenanzeigen der vergangenen vier Jahre analysiert. Das Ergebnis: Zwar werben Unternehmen inzwischen doppelt so häufig mit einer Homeoffice-Möglichkeit als noch vor vier Jahren. Insgesamt bleibt allerdings das Arbeiten in den eigenen vier Wänden beim Großteil aller Jobs eine Ausnahme. Während 2015 in nur 2 Prozent aller bei StepStone veröffentlichten Stellenanzeigen Homeoffice angeboten wurde, waren es in diesem Jahr bislang mit 4 Prozent immer noch vergleichsweise wenige Homeoffice-Angebote.

 

Inga Rottländer

Vier von zehn Unternehmen setzen auf Homeoffice

  • 39 Prozent lassen Mitarbeiter auch von zu Hause aus arbeiten
  • Knapp jedes zweite Unternehmen erwartet steigenden Homeoffice-Anteil
  • Bitkom: Heimarbeit erfordert klare Regeln

Auf dem Sofa, im Gartenstuhl oder in der Bahn: Homeoffice ist bei vielen Unternehmen Standard. Vier von zehn Arbeitgebern (39 Prozent) geben ihren Mitarbeiter die Freiheit, auch abseits der klassischen Büroräume arbeiten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 800 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen von Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Demnach setzt sich ortsunabhängiges Arbeiten in immer mehr Unternehmen durch.

Dr. Bernhard Rohleder

Generation Z als Herausforderung für Arbeitgeber

Die Generation Z will kein Homeoffice. Worauf die Fachkräfte von morgen tatsächlich Wert legen. Ratschläge für Arbeitgeber und Personalchefs.

 

Die Bezeichnung „Generation Z“ steht für die jungen Menschen, die aktuell von der Schulbank zum Arbeitsplatz wechseln. Für die Unternehmen ist diese Generation sehr wichtig. Entsprechend werden die Schulabgänger und Studenten fleißig umworben. Wie sich zeigt, prallen dabei zwei Welten aufeinander. Die Experten von morgen bringen nämlich ganz eigene Vorstellungen und Wünsche mit. Dabei steht die Welt der Arbeitgeber vor mehreren Herausforderungen, wenn sie die Generation Z für sich gewinnen möchte.

 

Zuhause arbeiten, nein danke! Die Generation Z hat andere Wünsche. Foto: Unsplash [CC0], via Wikimedia Commons

Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice: Jobsuchende in Europa müssen lange danach suchen

  • Annina Hering

    Europaweit ein ähnliches Bild: Jobinteressenten müssen bei der Jobsuche lange nach Stellenausschreibungen suchen, in denen Work-Life-Balance, flexible Arbeitsmodelle oder Homeoffice hervorgehoben werden.

  • Deutschland: Wenn Unternehmen flexible Arbeitsmodelle in ihren Stellenanzeigen kommunizieren, dann am häufigsten flexible Arbeitszeiten (66,5 %) gefolgt von Work-Life-Balance (29,3 %). Homeoffice wird am seltensten angeboten (17,5 %).

  • Länderspezifische Unterschiede: Flexible Arbeitsbedingungen in Stellenanzeigen finden sich am häufigsten in Österreich (9,9 %), gefolgt von Deutschland (8,3 %). Die Schlusslichter des Rankings bilden Frankreich (0,7 %) und Italien (0,4 %).

Arbeiten, wann und wo man möchte – für die wenigsten Arbeitnehmer in Europa sieht so der Arbeitsalltag aus. Dennoch hat mit der Digitalisierung auch ein Wandel der Arbeitswelt eingesetzt. Dass für Arbeitnehmer in den letzten Jahren eine gute Work-Life-Balance wichtiger geworden ist, zeigen vor allem die Diskussionen um die Generation Y oder auch die Millennials: Karriere, aber nicht um jeden Preis. Gerade für Eltern ist ein hohes Maß an Flexibilität wichtig, um Familie und Beruf vereinbaren zu können.

 

My Home is my Office: 85 Prozent der Arbeitnehmer wünschen sich mehr Flexibilität bei der Arbeitsgestaltung.

Karsten Borgmann
Karsten Borgmann

Büro mit Aussicht – Jobs.de hat Arbeitnehmer zum Thema Homeoffice befragt.

(Bildquelle: © Prathan Chorruangsak, Shutterstock.com)

  • 60 Prozent der Firmen ermöglichen das Arbeiten im Homeoffice.
  • 41,3 Prozent der Arbeitnehmer finden, dass sie so Familie und Beruf besser vereinbaren können.
  • 20 Prozent können sich dort sogar besser konzentrieren. 

Mit elf Prozent liegt Deutschland beim Anteil der Heimarbeiter noch immer deutlich unter dem EU-Durchschnitt von etwa 17 Prozent, so eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Das Homeoffice-Modell hat sich demnach im deutschen Arbeitsalltag immer noch nicht vollständig etabliert. Laut einer aktuellen CareerBuilder Umfrage würden 85,6 Prozent der Arbeitnehmer gerne regelmäßig im Homeoffice arbeiten. 60 Prozent der Firmen erlauben das auch, doch nur 44 Prozent der Befragten Büro-Arbeiter nutzen diese Möglichkeit tatsächlich.

Jedes dritte Unternehmen bietet Arbeit im Homeoffice an

Dr. Bernhard Rohleder
Dr. Bernhard Rohleder
  • 30 Prozent lassen Mitarbeiter von Zuhause aus arbeiten
  • Vier von zehn Unternehmen rechnen mit steigendem Homeoffice-Anteil
  • Geltende Gesetze erschweren flexible Arbeitsmodelle

 
Die Arbeit im Homeoffice wird zum Standard. In knapp jedem dritten deutschen Unternehmen (30 Prozent) können Mitarbeiter ganz oder teilweise von Zuhause aus arbeiten. Das entspricht einer Steigerung um 10 Prozentpunkte gegenüber 2014, als der Anteil noch bei 20 Prozent lag. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Demnach wird sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzen. Gut vier von zehn Unternehmen (43 Prozent) erwarten, dass der Anteil der Homeoffice-Mitarbeiter in den kommenden fünf bis zehn Jahren weiter steigen wird, während jedes zweite (50 Prozent) davon ausgeht, dass er konstant bleibt. „Viele Jobs können dank digitaler Technologien zu jeder Zeit und von jedem Ort aus erledigt werden“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Nach anfänglicher Zurückhaltung wird Homeoffice bei vielen deutschen Unternehmen zum Alltag. Aber die Erfahrungen zeigen auch, dass dieses Modell nicht in jedem Fall geeignet ist.“