Geisteswissenschaften – und dann?

Denkmal von Goethe und Schiller in Weimar
Foto: Meramo Studios / Bundesagentur für Arbeit

 

Alles andere als Deutschunterricht

 

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Kilian Thomas | Foto: privat

Der Student genießt besonders, dass das Studium nichts mit dem Deutschunterricht aus der Schule zu tun hat, als es darum ging, ein Gedicht oder einen Roman im Sinne der Lehrkraft auf die eine richtige Art und Weise zu verstehen. „Die absolute Interpretation gibt es ja nicht. Stattdessen lernt man Dinge zu hinterfragen, sich seine eigenen Gedanken zu machen und diese in Worte zu fassen. Man eignet sich also ein begriffliches Vokabular an, das hilft die eigenen Thesen plausibel zu formulieren, um auch mal gegen die Meinung des Professors oder der Professorin zu argumentieren. Das ist gewollt und gefordert“, beschreibt er.

Genau das ist es, was spätere Arbeitgeber sehr schätzen, betont Sabine Najib, Studien- und Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Osnabrück: „Wer kritisch an die Themen rangeht, der ist in der Lage, wirklich Neues zu schaffen – nicht nur in den klassischen Branchen wie Verlagswesen, Journalismus, Erwachsenenbildung, Kultur oder Werbung. Große geistige Flexibilität und Problemlösungskompetenz sind auch in der Wirtschaft gefragt.“

Leidenschaft als Muss

Kilian Thomas lernt dies vor allem im Selbststudium. Er sitzt viel in der Bibliothek und liest Primärliteratur, saugt die Thesen der großen Denker, wie die des Psychoanalytikers Carl Gustav Jung, von Philosophen wie Søren Kirkegaard oder Friedrich Nietzsche auf und hinterfragt sie. „Das hat dann nichts damit zu tun, dass man sich auf eine Klausur vorbereitet, sondern das ist einfach das Interesse, die Begeisterung“, erklärt er und weist darauf hin, dass es ohne diese Leidenschaft schwierig ist, durchs Studium zu kommen.

Sabine Najib kann dies nur unterstreichen: „Das ist der einzig sinnvolle Ansatz. Wer eine Geisteswissenschaft studiert, weil er oder sie ohne Mathe leicht durchs Studium kommen will, der irrt gewaltig. Das Studium verlangt viel Eigenständigkeit und Selbstdisziplin. Wer für die Sache nicht brennt, der wird sich auch später auf dem Arbeitsmarkt schwer tun. Denn Arbeitgeber springen besonders auf Leute an, die schon gezeigt haben, dass sie sich für etwas motivieren und faszinieren können.“

Insgesamt gute Jobaussichten

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Sabine Najib | Foto: privat

Studierenden wie Kilian Thomas prognostiziert die Beraterin gute Jobaussichten, auch wenn die Statistik für den Berufseinstieg Hürden aufzeigt. „Der Berufseinstieg ist oft alles andere als einfach, da es nur wenige Stellenangebote gibt, die sich explizit an die Vielzahl der Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge richten“, erläutert Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Arbeitsmarktberichterstattung der BA listete für 2018 knapp 2.200 studierte Germanisten ohne Arbeit, bei im Jahresdurchschnitt gerade einmal 20 gemeldeten Stellen.

Sabine Najib empfiehlt deshalb allen Geisteswissenschaftlern auf Jobsuche, den Newsletter WILA-Arbeitsmarkt des Wissenschaftsladen Bonn e.V. zu abonnieren. Der Infodienst sichtet hunderte Stellenanzeigen in Zeitungen, Fachzeitschriften und Online-Portalen und filtert Relevante heraus. „Außerdem lege ich jedem praktische Erfahrung ans Herz“, sagt sie (mehr dazu im Interview).

Praxis als Türöffner

Germanistik-Student Kilian Thomas hat bereits Praxiserfahrung gesammelt. „Ich habe ein Semester komplett für Praktika genutzt. In einem Leipziger Verlag habe ich ins Lektorat hineingeschnuppert und ich war im Deutschen Literaturarchiv in Marbach in der Handschriftenabteilung“, erzählt er. Sabine Najib ergänzt: „Praktika, ein Ehrenamt, politisches, bürgerschaftliches Engagement, aber auch ein Auslandsaufenthalt, all das ist wichtig.“

Gerade bewirbt sich Thomas Kilian für einen Nebenjob als Lektor für wissenschaftliche Abschlussarbeiten. „Ich habe große Lust genau so etwas später zu machen. Buchverlag wäre superschön, ich weiß aber auch, dass das nicht so einfach wird. Deshalb bin ich offen für alles Mögliche: Journalismus, Redaktion, Lehre an der Uni“, sagt er.

Fachfremde, verantwortungsvolle Tätigkeiten

Viele Geisteswissenschaftler/-innen finden auch Jobs in fachfremden Tätigkeiten, was aber nicht heißt, dass sie gar nichts mit dem Studium zu tun hätten. „Immer mehr Industriekonzerne erkennen, dass sie auch von Geisteswissenschaftlern profitieren können, weil sie mit der rein betriebswirtschaftlichen und technischen Denke nicht weiterkommen und dass sie nur durch eine Vielfalt der Sichtweisen neue Erkenntnisse gewinnen“, erklärt Sabine Nadjib. „Das Stichwort ‚Diversity‘ bedeutet eben genau das, was Geisteswissenschaftler in ihrem Studium lernen: Nicht fachbezogen an einem Thema sich klein, klein aufreiben, sondern miteinander in Beziehung setzen, vergleichen, verschiedene Aspekte einer Sache durchleuchten, einen gangbaren Kompromiss finden, eine Synergie zu entwickeln, das sind die Punkte, die Unternehmen zukunftsfähig machen.“

Deswegen haben auch Geisteswissenschaftler/-innen in fachfremden Branchen durchaus verantwortungsvolle Aufgaben. „In Befragungen geben zwei von drei Absolventen an, einer Tätigkeit nachzugehen, deren Inhalte, Anforderungen und Position ihrem Studium entsprechen. Jeder Vierte beschreibt seine Arbeit zwar als fachfremd, die berufliche Position aber als durchaus einem Hochschulabschluss angemessen“, gibt Arbeitsmarktexpertin Claudia Suttner an.

Interview: Ohne Praxis kaum Chancen

„Und was hab ich jetzt von meinem geisteswissenschaftlichen Studium?“ Diese Frage hört Elisabeth Bernsdorf regelmäßig. Sie ist Beraterin im Career Service der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

studienwahl.de: Frau Bernsdorf, was antworten Sie auf diese Frage?

Foto von Elisabeth Bernsdorf
Elisabeth Bernsdorf | Foto: privat

Elisabeth Bernsdorf: Dann sage ich: eine ganze Menge! Als Geisteswissenschaftler/-in mit Abschluss hat man gelernt, selbständig und diszipliniert zu arbeiten, sich zu organisieren, zu recherchieren, Themen von unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten, seinen Standpunkt zu vertreten und Ergebnisse zu präsentieren. Nebenbei hat man also auch seine rhetorischen Fähigkeiten geschult.

studienwahl.de: Reicht all das aus, um auf dem Arbeitsmarkt schnell Fuß zu fassen?

Elisabeth Bernsdorf: Nein, es gibt weitere ganz wichtige Schlüsselqualifikationen, die Studierende nicht so nebenbei im Studium erlernen, zum Beispiel bestimmte Computerprogramme, betriebswirtschaftliches Grundwissen, Projektmanagement, Konfliktmanagement, interkulturelle Kommunikation, weitere Sprachen. An den meisten Unis werden Kurse angeboten, die genau diese Kompetenzen vermitteln und die ich jedem ans Herz lege. An der FAU ist die Belegung eines Moduls in diesem Bereich für Studierende einer Geisteswissenschaft sogar Pflicht.

studienwahl.de: Wie wählt man aus dem großen Angebot unterschiedlicher Kompetenzkurse den Richtigen für sich aus?

Elisabeth Bernsdorf: Man sollte sich schnell darüber klar werden, wo die Reise beruflich hingeht und seine Qualifikationen dahingehend ausschärfen. Möglichkeiten gibt es viele: Journalismus, Beratung, Recruiting, Marktforschung, Projektorganisation, Pressearbeit, Werbung, Kulturarbeit – überall wo konzeptionelles, übergreifendes Denken gefragt ist, etwa im Social Media-Bereich. Aber Achtung: Was wirklich zu einem passt, lässt sich nur in einem Praktikum herausfinden. Dabei empfehle ich, nicht gleich beim ersten Versuch eine Entscheidung zu treffen. Ich selbst, ich bin promovierte Kulturwissenschaftlerin, habe während meines Studiums sieben absolviert.

studienwahl.de: Sieben Praktika? Parallel zum Studium? Wie geht denn das?

Elisabeth Bernsdorf: Ja, das fragen mich viele. Vier- bis sechswöchige Praktika schafft man in den Semesterferien. Nur Mut! Das reicht, um zu sehen, ob die Richtung stimmt. Wem das zu viel ist, der sollte unbedingt über ein Urlaubssemester nachdenken. Ohne Praxiserfahrung wird der Einstieg ins Berufsleben kaum gelingen – außer man hat fest vor, in der Wissenschaft zu bleiben. Dafür braucht man allerdings einen besonders langen Atem.

studienwahl.de: Also sind Praktika ein Muss … ?

Elisabeth Bernsdorf: Unbedingt. Hat man ein Ziel vor Augen, dann empfehle ich, bei einer Werkstudententätigkeit oder bei einer freien Mitarbeit dranzubleiben. Auch bietet es sich an, zwischen Bachelor und Master bei einem mehrmonatigen Praktikum tiefergehende Praxiserfahrung zu sammeln. Das hilft nicht nur, das fachliche Know-how und die notwendigen Soft Skills zu schulen, sondern auch um wertvolle Kontakte zu knüpfen. Oft öffnet ein gutes Netzwerk die Tür zu einem Volontariat oder einer Traineestelle. Darüber steigen die meisten Geisteswissenschaftler/-innen ins Berufsleben ein.

Berufsreportage: Faszinierende Puzzleteilchen der Vergangenheit

Johannes Waldschütz (36) brennt für Geschichte – schon immer. Als Leiter des Stadtmuseums und des Archivs der Stadt Stockach kann er seine Leidenschaft voll ausleben.

Foto von Johannes Waldschütz
Johannes Waldschütz | Foto: privat

Gestern landeten Bilder eines Kinderwagens aus dem 19. Jahrhunderts auf seinem Schreibtisch, ein Holzstuhl, schlicht, bespannt mit Leder. Heute beugt er sich über die Fotos einer jungen Frau, im 2. Weltkrieg an den Pranger gestellt. Immer wieder stehen Stockacher mit Dachbodenfunden in Johannes Waldschützs Büro. „Zeitungsartikel, Fotos, gefunden bei Wohnungsauflösungen, Grenzsteine auf dem Acker – wenn die Leute etwas Altes finden, dann kommen sie zu mir“, schmunzelt er.

Als Leiter des Stadtmuseums und des Archivs in Stockach ist es seine Aufgabe, die Objekte und Schriftstücke zu bewerten, zu sammeln, zu bewahren, ihre Bedeutung zu vermitteln und sie auszustellen, so die Definition des Deutschen Museumsbunds. Der 36-Jährige drückt es lieber so aus: „Ich bin die eierlegende Wollmilchsau. Ich forsche, ich schreibe, ich kuratiere Ausstellungen, ich organisiere Veranstaltungen, halte Vorträge, gebe Interviews, mache Führungen, speziell auch für Schulklassen – und baue Ausstellungen selber auf und ab. Im Archiv bewerte ich Behördendokumente, erhalte jahrhundertealte Bücher und bewahre digitale Daten für die Nachwelt auf.“

Traumjob über Umwege

All das genießt Johannes Waldschütz sehr. Geradlinigkeit und Eindimensionalität sind gar nicht sein Ding. „Ich bin über viele Umwege hier in meiner wunderbaren Stelle gelandet“, sagt er und erzählt von seinem Studium der Mittelalterlichen Geschichte, Neueren und Neuesten Geschichte und der Politikwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der University of Iowa. Die Faszination für Überreste der Vergangenheit, die Puzzleteile der Geschichte, Stück für Stück zu einem Gesamtbild wieder zusammensetzen, das hat ihn ins Studium – und schließlich auch durchs Studium geführt.

„Die ersten zwei, drei Jahre habe ich sehr zielstrebig studiert. Ich habe es genossen unter Leuten zu sein, die genauso ticken wie ich. Rechts und links davon gab es aber noch so viel mehr Spannendes zu entdecken“, erinnert er sich. Er engagiert sich in der Studierendenvertretung, arbeitet im Büro einer Bundestagsabgeordneten, geht für die PISA-Studie als Testleiter an Schulen, wird Tutor am Lehrstuhl, Hilfskraft bei einem Forschungsprojekt und managt ehrenamtlich eine Schülerakademie. „Fast hätte ich mich verzettelt und wäre so geendet wie einige meiner Kommilitonen, als Langzeitstudent ohne Abschluss“, schildert er.

Vom Studium in die Promotion

2013 fasst er schließlich den Entschluss: Ich bring es jetzt zu Ende! Innerhalb von sechs Wochen schreibt er drei fehlende Hausarbeiten, meldet sich für die Magisterarbeit an, schließt das Studium schließlich mit einer glatten Eins ab und ergattert sich eine Doktoranden-Stelle an seiner Uni. „Damals habe ich sehr mit mir gehadert. Wie konnte ich nur so vom Kurs abkommen? Heute weiß ich, dass meine Ausflüge in andere Jobs nicht umsonst waren“, betont er.

Neben den fachnahen Inhalten, die er im Studium und als Doktorand erworben hat, wie etwa recherchieren, Inhalte quer lesen, sich in Themen einarbeiten, Handschriften entziffern, schreiben und referieren, profitiert er nun auch von seinen praktischen Erfahrungen mit der Organisation, Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Networking, der Lehre, mit Didaktik, und auch Budgetplanung und -verwaltung. All das braucht Johannes Waldschütz jetzt als „eierlegende Wollmilchsau“.

Sonderausstellungen und Kleinstadtwünsche

Seit genau 2017 hat er die Stelle inne. Nach drei Jahren Lehre und Promotion lief sein Vertrag an der Uni aus. „Ich habe ein gutes Dutzend Bewerbungen geschrieben. Für Referendariate in Bibliotheken und Archiven, Volontariate in Museen, für Pressearbeit bei Bildungsträgern. Ich bin sehr froh, dass es mit dieser Stelle geklappt hat“, sagt er. Aktuell plant er eine Chagall-Sonderausstellung. Ein mittlerweile verstorbener Stockacher Bauunternehmer hatte seine private Kunstsammlung dem Museum als Dauerleihgabe überlassen.

„Ich bin kein Kunsthistoriker, aber als Geisteswissenschaftler habe ich gelernt, mich in ganz unterschiedliche Themen einzuarbeiten und ich kann mich für Vieles begeistern. Die Sammlungsbestände in unserer Stadt würdigen, Stadtgeschichte neu erzählen und herausfinden, was Leute in einer Kleinstadt interessiert, das ist sehr spannend“, sagt er.

Konkrete Zukunftspläne hat er keine, auch wenn ihm klar ist, dass er immer mal wieder frischen Wind braucht. „Ich träume gerne, ich lass mich gerne anstecken, bin flexibel und neugierig. Wenn das mal aufhört, dann ist es sicherlich Zeit, über etwas Neues nachzudenken. Aber jetzt habe ich erstmal richtig viel Lust, das Museum und das Archiv hier weiterzuentwickeln.“

Berufsreportage: Fantastischen Spielwelten Logik einhauchen

Johanna Eichfelder (32) hat Philosophie, Kommunikationswissenschaft und Germanistik studiert – und arbeitet jetzt als Gamedesignerin bei Upjers in Bamberg. Dort entwickelt sie browserbasierte Onlinespiele und Spiele-Apps.

Foto von Johanna Eichfelder
Johanna Eichfelder | Foto: privat

„Aktuell arbeite ich an einem Rollenspiel im Märchensetting“, erzählt Johanna Eichfelder. „Durch mein Studium fällt es mir leicht, solche Szenerien zu entwerfen, Logik in der wildesten Fantasie zu bewahren und dramaturgische Strukturen zu entwerfen.“

Die 32-Jährige ist eher durch Zufall in der Games-Branche gelandet. Ihr Magisterstudium der Philosophie, Kommunikationswissenschaft und Germanistik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg hat sie mit keiner klaren Berufsvorstellung begonnen.

„Ich wollte wissenschaftlich erschließen, was ‚Welt‘ eigentlich ist. Dafür wählte ich drei Fächer, die sich auf verschiedene Weise damit befassen“, erzählt sie. „Natürlich habe ich mich auch damit auseinandergesetzt, was ich mit dem Wissen später beruflich anfangen kann. Ich konnte mir damals eine wissenschaftliche Laufbahn und einen Einstieg in das Verlagswesen gut vorstellen.“

Praktikum und freie Mitarbeit

In den Semesterferien machte sie deshalb ein Verlagspraktikum und verdiente sich im Anschluss als freiberufliche Lektorin und Texterin etwas dazu. Nach neun Semestern hatte sie aber weiterhin Lust am wissenschaftlichen Arbeiten. „Ich wollte promovieren, aber die Finanzierung war ein Problem“, sagt sie heute. Deshalb schrieb sie mit dem Magister in der Tasche sowohl Bewerbungen für ein Promotionsstipendium, als auch für Verlagsvolontariate.

„Zur Überbrückung habe ich mich dann bei Upjers für einen Job zum Geldverdienen beworben, den ich auf der Uni-Jobseite entdeckt hatte. Als Leveldesignerin sollte ich festlegen, wie viele Punkte der Spieler in einem Level sammeln muss, um das nächste zu erreichen“, erinnert sie sich.

Schnell kamen neue Aufgaben dazu. Sie übernahm neue Projekte, lernte Praktikant(inn)en an und verantwortete bald ihr eigenes Spiel.

„So begann ich meine Fähigkeiten, anders als vielleicht zunächst geplant, zu nutzen“, sagt die junge Frau, die mit Spielen und Games aller Art aufgewachsen ist. „Als Gamedesignerin bin ich Drehbuchautorin, Regisseurin und Dramaturgin und noch einiges andere in einem“, schildert sie begeistert. Konkret schreibt sie Konzepte, plant und koordiniert die Umsetzung und überwacht, dass schließlich alles termingerecht online geht. Dabei arbeitet sie eng mit Programmierer(inne)n, Grafiker(inne)n, Support, Marketing, PR und auch mit der Rechtsabteilung zusammen. „Dafür ist ein hohes Maß an Kreativität aber auch Kommunikation, Organisationstalent und strukturiertem Arbeiten notwendig“, erklärt sie.

Allgemeinwissen kommt gut an

Bei Upjers ist sie nicht die einzige geisteswissenschaftliche Quer-Einsteigerin.

„Wir schätzen vor allem das Allgemeinwissen der Geisteswissenschaftler. Bei den vielen Alltagsthemen, die unsere Spiele abdecken, ist das sehr gefragt. Zudem bereichern sie die kreativen Phasen bei der Entwicklung neuer Spielideen“, sagt Geschäftsleiterin Marika Schmitt. „Für einige Bereiche der Spiele-Entwicklung gibt es (noch) keine passgenaue Ausbildung oder einen Studiengang. Wer bereit ist, sich in diese Fachgebiete einzuarbeiten, der hat in der Games-Branche gute Chancen.“

Und die hat Johanna Eichfelder bestens für sich genutzt. Mit dem wissenschaftlichen Arbeiten hat sie allerdings noch nicht komplett abgeschlossen, sondern sich für einen Teilzeit-Master in Kunstgeschichte an der Uni Bamberg eingeschrieben. „Die wissenschaftliche Erschließung von Computerspielen mit kunsthistorischer Relevanz steht noch ganz am Anfang“, begründet sie ihre Entscheidung. „Andere arbeiten mit Ölgemälden, ich mit Computerspielen.“

Weitere Informationen

Studienwahl

abi.de

Rubrik Studium
www.studium.abi.de

berufsfeld-info

Berufswelt Studium: Gesellschaft und Geschichte
http://berufsfeld-info.de/abi/gesellschaft-geschichte

WILA Arbeitsmarkt

Der Infodienst für Berufe in Bildung, Kultur und Sozialwesen, herausgegeben vom Wissenschaftsladen Bonn, enthält hunderte, spezielle Stellenangeboten für Geisteswissenschaftler/-innen. Der Infodienst ist im Abo als gedruckte Zeitschrift beziehungsweise als E-Paper erhältlich. Eine Auswahl an Stellenanzeigen gibt es im kostenlosen Newsletter und auf der Webseite.“

www.wila-arbeitsmarkt.de

Universität Leipzig

Historisches Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Geistes- und Kulturwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Stadtmuseum Stockach

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