Die Bewertungssoftware Zonar – Risiken und Chancen digitaler Feedback Tools

 

Eine offene Feedback-Kultur, möglichst flache Hierarchien und die sogenannte Open Door Politik noch oben drauf. Die Arbeitswelt glänzt voller neuer Möglichkeiten und Arbeitsformen, Unternehmen werben mit attraktiven Anstellungsbedingungen wie Homeoffice, Gleitzeit und Co. Doch was passiert mit dem Arbeitnehmer, wenn die vermeintlich grenzenlose Freiheit von internen Kontrollsystemen, sogenannten Mitarbeiter-Ratings, überschattet wird? In unserem Blogbeitrag durchleuchten wir das Scoring-System und decken die Gefahren für Mitarbeiter und Betriebsklima auf. Mit dabei: Lösungen für ein gesundes Talentmanagement mit realistischen Zielvereinbarungen. 

Was ist Zonar eigentlich? 

Die Personalsoftware Zonar von Zalando, die das Arbeitsverhalten ihrer Beschäftigten bewerten soll, schlägt aktuell hohe Wellen der Kritik. Zahlreiche wirtschaftliche Studien bemängeln Datenschutz-Defizite an der Mitarbeiter-Bewertungssoftware; von permanenter Kontrolle, Leistungsdruck und Stress ist die Rede. Alles vermeintliche Auslöser des Scoring-Tools. Begrifflichkeiten wie “Stasi-Methoden” und “360-Grad-Überwachung” schwirren durch die Sozialen Medien und lösen einen regelrechten Shitstorm der Empörung aus. Dabei soll die Zalando-Software doch eigentlich positiv zur Personalentwicklung beitragen. Denn Zonar dient als wichtiger Bestandteil des Zalando-Talentmanagements; gibt Mitarbeitern und Führungskräften gleichermaßen die Möglichkeit, sich durch gegenseitiges Bewerten bzw. Benoten ein “Rundum”- Feedback einzuholen und zu vergeben, neue Perspektiven zu entwickeln und letztendlich gemeinsam an einem Strang zu ziehen. So ist das Ziel der Bewertungssoftware, die individuelle Entwicklung von Mitarbeitern zu unterstützen, Stärken zu identifizieren und zu verstehen, um diese wiederum bestmöglich einsetzen und optimal fördern zu können. Stichwort 360-Grad-Feedback. Dabei spielt auch die Selbsteinschätzung eine bedeutsame Rolle.

Zonar – ein einfaches Konzept mit wertvollem Output? Denn die Gesamtevaluation der Umfragen dient dann dem Vorgesetzten als Hilfestellung: Beförderung oder / und Gehaltserhöhung? Zonar hat die Antwort. Aber noch einmal ganz von vorne:

 

Wie funktioniert Zonar genau? Der Ablauf

Die Feedback-Software Zonar sammelt seit rund drei Jahren Bewertungen von Beschäftigten durch Kollegen und Vorgesetzte, um das Arbeitsverhalten digital zu vermessen. Aktuell nehmen rund 5.000 der insgesamt 14.000 Zalando-Mitarbeiter am Worker-Coworker-Rating teil. Die Arbeitskollegen dürfen dafür zweimal jährlich bis zu acht Angestellte vorschlagen, die sie beurteilen möchten.

1. Die “Feedbackrunde”

Zunächst sammelt jeder “Zonar-berechtigte” Mitarbeiter über einen bestimmten Zeitraum qualitatives Feedback von seinen Arbeitskollegen und / oder Vorgesetzten. Die Kollegen dürfen ganz individuell die Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Projekt, auffällige Verhaltensmuster der befragten Person, das soziale Verhalten oder die Gesamtentwicklung im vergangenen Jahr kommentieren und nach eigenem Notenschema beurteilen. Dadurch können ganz unabhängige Meinungsbilder, in ganz unterschiedlichen Alltagssituationen, gefasst werden.

2. Die Auswertung

Die eingeholten Feedbacks werden demnach von der zuständigen Führungskraft ausgewertet und durch die eigene Einschätzung der individuellen Beförderungs- und Weiterentwicklungseignung ergänzt. Um eine möglichst faire Personalentscheidung gewährleisten zu können, werden unabhängige Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen ausgewählt, die das sogenannte “Entscheidungs-Komitee” bilden. Dieses diskutiert dann final über alle personal- und entwicklungsrelevanten Entscheidungen. Als Grundlage dient das zuvor abgegebene Leistungs- und Entwicklungsstatement der Führungskraft sowie alle gesammelte Rückmeldungen der Kollegen und natürlich die Selbsteinschätzung. Der Entscheidungsprozess wird also nicht von einem Algorithmus abhängig gemacht, sondern findet ganz allein durch mehrere, unabhängige Personen statt.

3. Top oder Flop?

Laut der Studie “Ratings als Arbeitspolitisches Konfliktfeld – Das Beispiel Zalando”  werden Beschäftigte anschliessend nach (Karriere-) Potenzial gefiltert. Zalando nimmt Einstufungen vor –  vom Low-, zum Good- oder Top-Performer. Anhand dieser Gruppen, werden dann betriebliche Aufstiegsmöglichkeiten verteilt, Lohnsteigerungen genehmigt oder eben abgelehnt. Zalando widerspricht allerdings dieser Kritik.

Weiterlesen: https://blog.jacando.com/die-bewertungssoftware-zonar-risiken-und-chancen/

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