BITKOM Research

Künstliche Intelligenz treibt Nachfrage bei IT-Projektdienstleistern

  • Vier von zehn Großunternehmen beauftragen IT-Projektdienstleister für ihre KI-Projekte oder ziehen dies in Betracht
  • Fast alle Großunternehmen erwarten eine steigende Nachfrage nach IT-Projektdienstleistern durch KI-Projekte
  • Jede dritte Arbeitsstunde in IT-Projekten erbringen externe Projektdienstleister

Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) setzt die Wirtschaft oft auf externe Spezialisten. Vier von zehn Großunternehmen (44 Prozent), die bereits an KI-Projekten arbeiten, beauftragen dafür IT-Projektdienstleister oder diskutieren zumindest darüber. Die große Mehrheit erwartet, dass sich dieser Trend weiter verstärkt. 95 Prozent der Großunternehmen sagen, dass im Zusammenhang mit KI-Anwendungen die Nachfrage nach IT-Dienstleistungsunternehmen und IT-Freelancern in den kommenden ein bis zwei Jahren steigen wird. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von mehr als 300 Unternehmen ab 500 Mitarbeitern, die von Bitkom Research im Auftrag des Personaldienstleisters Etengo durchgeführt wurde. Auf Basis der Ergebnisse wurde erstmals der Etengo-Projektmarkt-Index (EPX) erstellt.

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Gute Job-Aussichten für Daten-Spezialisten

  • Dr. Axel Pols

    Bereits 14 Prozent der Unternehmen haben eine Stelle für Data Scientists geschaffen – mehr als dreimal so viele wie vor einem Jahr 

  • Mehrheit steigert auch Investitionen in Datenanalyse-Software  
  • Bitkom Research und Tata Consultancy Services stellen Trendstudie zur Digitalisierung vor 

Deutsche Unternehmen nutzen im Zuge ihrer Digitalisierungsstrategie verstärkt Daten. Dazu werden massiv neue Stellen im Bereich Datenanalyse geschaffen und auch die Investitionen in entsprechende Softwarelösungen erhöht. Aktuell haben bereits 14 Prozent der Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern Stellen für Data Scientists geschaffen. Gegenüber dem Vorjahr ist das fast eine Vervierfachung, damals waren es nur 4 Prozent, die im eigenen Haus solche Datenspezialisten beschäftigt hatten. Zugleich gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, die Investitionen in Datenanalyse-Software in diesem Jahr zu erhöhen. Vor einem Jahr waren es erst 38 Prozent, 2016 sogar nur 28 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag von Tata Consultancy Services (TCS) unter 954 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland.

Kandidatensuche in sozialen Netzwerken ist noch die Ausnahme

  • Dr. Bernhard Rohleder

    Nur 3 von 10 Personalern gehen online aktiv auf Bewerbersuche

  • Vor allem kleine Unternehmen sind zurückhaltend

Immer häufiger bekommen Unternehmen auf ihre Stellenanzeigen keine geeigneten Bewerbungen, dennoch machen sich nur die wenigsten Personalabteilungen in sozialen Netzwerken aktiv auf die Suche nach geeigneten Kandidaten. Gerade einmal 3 von 10 Personalern (30 Prozent) aus mittelständischen und Großunternehmen geben an, in sozialen Netzwerken wie Xing, LinkedIn oder auch Facebook nach Mitgliedern zu suchen, deren Profil passend für zu besetzende Stellen sein könnte.

30.000 neue Arbeitsplätze im IT-Mittelstand

Dirk Röhrborn
  • Deutscher IT-Mittelstand beschäftigt 445.000 Menschen
  • Umsätze wachsen um 9 Prozent auf 68 Milliarden Euro
  • Fachkräftemangel und Unternehmensnachfolge sind große Herausforderungen

Der IT-Mittelstand wächst stabil und schafft neue Jobs. Die mittelständischen IT-Unternehmen in Deutschland konnten ihre Umsätze innerhalb eines Jahres um 9 Prozent auf 68 Milliarden Euro steigern und im gleichen Zeitraum mehr als 30.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in IT-Unternehmen mit 10 bis 499 Mitarbeitern stieg um 31.422 auf 445.155. Das geht aus dem neuen IT-Mittelstandsbericht hervor, den der Digitalverband Bitkom am Freitag vorgestellt hat.

Nur jeder zehnte Jugendliche kann programmieren

Christian Kulick
  • Bildungsinitiative erlebe IT fördert Digitalkompetenzen von Schülern
  • Workshop zur internationalen Code Week 2017

Programmierkenntnisse werden in der digitalen Welt immer wichtiger, aber nur wenige können schon im Jugendalter selbst coden: Gerade einmal jeder zehnte Jugendliche (11 Prozent) kann eigene Programme schreiben oder Webseiten erstellen, wie eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom unter 10- bis 18-Jährigen ergab. „Smartphones und Tablets gehören für viele Kinder und Jugendliche wie selbstverständlich zum Alltag. Aber nur die wenigsten wissen, wie die Geräte eigentlich funktionieren“, sagt Bitkom-Geschäftsleiter Christian Kulick.

Fachkräftemangel: IT-Freelancer für Unternehmen unentbehrlich

Dr. Axel Pols
Dr. Axel Pols
  • In sieben von zehn Unternehmen sind Freiberufler von sehr großer Bedeutung
  • Die Hälfte der Unternehmen sieht steigende Bedeutung im zweiten Halbjahr
  • Herausforderungen bei der Beauftragung: Budget, Compliance und Verfügbarkeit

In Zeiten des Fachkräftemangels bieten sie Kompetenz, Erfahrung und sind eine echte Unterstützung: Sieben von zehn Unternehmen (70 Prozent) sagen, dass IT-Freiberufler für sie von großer Bedeutung sind. Jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) schätzt gar, dass die Bedeutung der Freelancer für die eigene Firma sehr groß ist. Besonders wichtig sind die Freiberufler derzeit für Unternehmen mit 1.000 bis 1.999 Mitarbeitern. Hier sagen 29 Prozent, dass sie stark auf Freelancer bauen.

Arbeitsmarkt IT-Sicherheit: Nur vier von zehn Unternehmen sind auf Cyberangriffe vorbereitet

  • Achim Berg, BITKOM
    Achim Berg, BITKOM

    Vor allem kleinere Unternehmen haben nicht mal einen Notfallplan für Sicherheitsvorfälle

  • Auch Betreiber kritischer Infrastrukturen sind kaum besser gerüstet

Digitale Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl kann jedes Unternehmen treffen – doch die wenigsten sind für diesen Fall vorbereitet. Wenn die Sicherheitssysteme einen Hackerangriff melden oder die IT-Systeme von außen lahmgelegt werden, gibt es gerade einmal in 4 von 10 Unternehmen (43 Prozent) ein Notfallmanagement das festlegt, was zu tun ist. Dabei sind selbst die Betreiber sogenannter kritischer Infrastrukturen (KRITIS) wie etwa Energieversorger oder Finanzdienstleister kaum besser vorbereitet als die übrigen Branchen.

Bundesbürger geben sich schlechte Noten in digitaler Kompetenz

Thorsten Dirks
Thorsten Dirks

■   6 von 10 Deutschen sehen Digitalisierung als Chance
■   Alltag der Älteren ist aber noch überwiegend analog
■   Bitkom zieht Bilanz der Digitalen Agenda und fordert Maßnahmen für mehr digitale Teilhabe und digitale Souveränität von Wirtschaft und Gesellschaft

Die Deutschen sehen in der Digitalisierung grundsätzlich eher eine Chance, halten ihre eigene Digitalkompetenz aber gerade mal für „ausreichend“. Das zeigt eine neue Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Demnach geben 6 von 10 Befragten (60 Prozent) ab 14 Jahren an, dass sie die Digitalisierung als Chance sehen. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

IT-Freelancer: Frauen verdienen häufig weniger

  • Dr. Axel Pols
    Dr. Axel Pols

    Jedes zweite Unternehmen bezahlt weibliche Freelancer schlechter

  • Als Hauptgründe werden nachgiebige Verhandlungen und geringere Honorarforderungen genannt
  • In acht von zehn Firmen spielen IT-Freiberufler aktuell eine große Rolle

Jedes zweite größere Unternehmen in Deutschland (50 Prozent) gibt an, dass weibliche IT-Freelancer einen niedrigeren Stundensatz erhalten als ihre männlichen Kollegen. Dabei sagen 38 Prozent, Männer würden „etwas mehr“ erhalten, in 12 Prozent der Unternehmen ist es „deutlich mehr“. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von Unternehmen ab 500 Mitarbeitern von Bitkom Research im Auftrag der Etengo (Deutschland) AG. Als Gründe für diese Unterschiede bei der Bezahlung externer IT-Experten geben die Unternehmen an, dass Frauen in Verhandlungen über die Stundensätze eher nachgeben als Männer (37 Prozent) oder von vornherein weniger fordern (33 Prozent).

Viele Jobs bei Start-ups werden über persönliche Kontakte vergeben

  • Niklas Veltkamp
    Niklas Veltkamp

    Drei Viertel der Gründer setzen auf Mund-zu-Mund-Propaganda bei der Mitarbeitersuche

  • Knapp zwei Drittel der Start-ups haben aktuell freie Stellen

Wer einen Job in einem Start-up sucht, hat mehr Erfolg, wenn er auf Vitamin B setzt. Persönliche Kontakte sind bei vielen Start-ups das Mittel der Wahl, wenn sie neue Mitarbeiter suchen. Das zeigt eine Bitkom-Umfrage, bei der etwa 150 Gründer in Deutschland befragt wurden. Demnach nutzen drei Viertel der Gründer (76 Prozent) Mund-zu-Mund-Propaganda, um passende Kandidaten zu finden. Ähnlich wichtig sind die Online-Kanäle: Sieben von zehn Start-ups nutzen die eigene Website (73 Prozent), Business-Netzwerke oder Soziale Netzwerke (jeweils 71 Prozent), um auf freie Stellen im Unternehmen aufmerksam zu machen. Etwa die Hälfte (46 Prozent) setzt auf Online-Stellenbörsen.