IW Köln

Mehr Einsen im Abi, weniger Qualität

Immer mehr Schüler erreichen eine sehr gute Abiturnote, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Das liegt allerdings nicht daran, dass es immer mehr sehr gute Schüler gibt, sondern an einfacheren Abiturprüfungen. Das Abitur wird damit entwertet.

An deutschen Schulen gibt es immer mehr Einser-Abiturienten. 2017 erreichten bundesweit fast 28.000 Abiturienten eine Abinote von mindestens 1,4 – im Jahr 2006 waren es gerade einmal 15.000 Abiturienten. Über die Bestnote von 1,0 freuten sich zuletzt doppelt so viele Schüler wie 2006. Im Verhältnis zur Bevölkerung stellten Brandenburg und Thüringen die meisten Einser-Abiturzeugnisse aus, Niedersachsen die wenigsten.

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Wido Geis-Thöne

Befristete Beschäftigung als Sprungbrett in den Arbeitsmarkt

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Holger Schäfer

Befristete Arbeitsverträge stehen in der Kritik, weil sie den Beschäftigten angeblich keine Sicherheit bieten. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt aber, dass Befristungen jungen Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Über die Hälfte der befristet Beschäftigten wechselt innerhalb von drei Jahren sogar auf eine unbefristete Stelle. Viele Beschäftigte mit einem befristeten Arbeitsvertrag befürchten, über sogenannte Kettenverträge in einer unsicheren sozialen Lage zu verharren oder nach Vertragsablauf arbeitslos zu werden. Die neue IW-Studie belegt jedoch, dass 56 Prozent aller Befristeten nach Ablauf von drei Jahren in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Besonders jungen Menschen bis 30 Jahren gelang nach Schule, Berufsausbildung oder Studium dank Befristung der Start in die Arbeitswelt, aber auch Arbeitslose schafften so den Wiedereinstieg.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Richtlinie ohne Wirkung

Dr. Oliver Stettes, Leiter des Kompetenzfelds Arbeitsmarkt und Arbeitswelt, IW Köln

Eine neue EU-Richtlinie soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Allerdings löst sie nicht das Hauptproblem, das viele Familien hierzulande haben: Es fehlen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und pflegebedürftige Angehörige.

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Foto: iStock

Respekt-Rente: 3,2 Millionen Rentner und Rentnerinnen gehen leer aus

Rund 2,8 Millionen Menschen würden von der SPD-Respekt-Rente profitieren. Allerdings würden 3,2 Millionen Menschen keine Aufstockung erhalten, auch wenn sie zeitlebens unterdurchschnittlich verdient haben – denn sie kommen nicht auf die erforderlichen 35 Beitragsjahre. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Besonders in Westdeutschland würden viele Rentner leer ausgehen.

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Dr. Jochen Pimpertz, Leiter des Kompetenzfelds Öffentliche Finanzen, Soziale Sicherung, Verteilung

Künstliche Intelligenz: Weiter Weg an die Spitze

Deutschland soll bei Künstlicher Intelligenz (KI) zu einem weltweit führenden Standort werden. So will es die Bundesregierung, die in dieser Woche ihre KI-Strategie vorstellt. Doch wenn Deutschland bei Forschung, Entwicklung und Anwendung rund um KI vorne mitspielen will, müssen Bund und Länder mehr Geld in die Hand nehmen und sich vor allem besser koordinieren.

Bildungschancen: Es fehlen zwölf Milliarden Euro

Axel Plünnecke, Leiter des Kompetenzfelds Bildung, Zuwanderung und Innovation

Das Statistische Bundesamt hat einen neuen Datenreport vorgelegt. Demnach beeinflusst vor allem die soziale Herkunft die Lebenssituation von Kindern. Zwar hat sich in den vergangenen Jahren viel verbessert – trotzdem muss der Staat dringend mehr für Bildung ausgeben. Eine wirksame Bildungsoffensive würde rund zwölf Milliarden Euro jährlich kosten.Wenn Eltern Abitur oder Hochschulabschluss haben, gehen ihre Kinder mit hoher Wahrscheinlichkeit auf ein Gymnasium. Kinder, deren Eltern einen Hauptschul- oder allgemeinbildenden Abschluss haben, besuchen dagegen überwiegend die Hauptschule. Das ist das Kernergebnis des neuen Datenreports vom Statistischen Bundesamt.

Fachkräftemangel: Der Kampf der Kleinen

Insbesondere dem Mittelstand fällt es immer schwerer, Fachkräfte zu finden, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Situation verschärft sich deutschlandweit – vor allem Fachkräfte mit Berufsausbildung sind Mangelware. Die Unternehmen reagieren darauf, indem sie beispielsweise mehr Ausbildungsplätze in Engpassberufen anbieten. Im vergangenen Jahr waren rund 72 Prozent aller offenen Stellen in Engpassberufen ausgeschrieben, das sind Berufe, für die es mehr freie Stellen als verfügbare Fachkräfte gibt. Vor fünf Jahren traf das erst auf 47 Prozent der Stellen zu.

Paula Risius

Digitalisierung als Treiber und Innovator betrieblicher Weiterbildung

Der. Susanne Seyda

Ein Artikel von Sussanne Seyda, David B. Meinhard und Beate Placke (IW Köln)

Mit zunehmender Nutzung digitaler Technologien im Unternehmen werden zudem häufiger IT-Kompetenzen vermittelt. Gleichzeitig bleiben nichtdigitale Kompetenzbereiche wie das berufliche Fachwissen sowie soziale und kommunikative Kompetenzen relevant. Die Digitalisierung stellt nicht nur neue Anforderungen an Weiterbildungsinhalte. Sie bietet auch neue Lernmöglichkeiten, die 84 Prozent der weiterbildungsaktiven Unternehmen bereits realisieren.

Einkommensmobilität: Söhne verdienen mehr

Dr. Maximilian Stockhausen

Oft heißt es, in Deutschland sei es vor allem eine Frage des Elternhauses, wie weit es Kinder im Leben bringen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat diese These in einer neuen Studie überprüft – und widerlegt.

Rund 63 Prozent der Söhne in Deutschland haben ein höheres Arbeitseinkommen als ihre Väter. So lautet ein zentrales Ergebnis der IW-Studie. Sie stellt die sogenannte intergenerationale Einkommensmobilität in den Fokus. Diese gibt Aufschluss darüber, wie sehr sich das Einkommen der Kinder von dem der Eltern unterscheidet. Bei der absoluten Einkommensmobilität steht die Frage im Mittelpunkt, welche realen Einkommensunterschiede es zwischen Eltern und ihren Kindern in vergleichbaren Lebensabschnitten gibt. Besonders deutlich fallen die Ergebnisse am unteren Ende der Einkommensskala aus: Rund 90 Prozent der Söhne von Vätern aus dem niedrigsten Einkommensviertel erreichen ein höheres Einkommen als ihre Väter.

 

Arbeitsmarkt: Es gibt keine Krise bei Facharbeitern

Holger Schäfer
Holger Schäfer

Holger Schäfer, IW Institut Köln

Einer neuen OECD-Studie zufolge ist der Anteil von Arbeitsplätzen mit mittlerer Qualifikation auch in Deutschland stark gesunken. Grund ist die Digitalisierung – dafür steigt die Beschäftigung der Hoch- und Niedrigqualifizierten. Allerdings gibt es für diese These zumindest hierzulande keine Belege.