Migration

Europa wird den globalen Kampf ums technische Wissen verlieren

Prof. Dr. Gunnar Heinsohn

Gunnar Heinsohn, emeritierter Professor für Sozialpädagogik an der Universität Bremen, adressiert in einem Gastbeitrag für die NZZ die Problematik der Bildungssystem im Wettbewerb.

Mit der Globalisierung sind nicht nur Wirtschaftsräume, sondern auch Bildungssysteme in Konkurrenz getreten. Nicht alle Länder nutzen Migration als Mittel, sich besser für die Zukunft zu rüsten. Am besten steht Ostasien da.

Zwischen 2014 und 2015 hat Japan die Aufnahme von Asylbewerbern um 145 Prozent gesteigert. Und doch sitzt das Land – zusammen mit Südkorea – wegen «Null-Akzeptanz» von Flüchtlingen auf der Sünderbank von Amnesty International. Die Anklage ist ein wenig übertrieben, in der Sache aber nachvollziehbar, denn Tokio hat die Zahl der Aufgenommenen lediglich von 11 auf 27 Personen angehoben.
Deutschland steht 40 000 Mal grossmütiger da. Das färbt auf die ehrgeizigen und auch nachahmungswilligen Ostasiaten jedoch in keiner Weise ab. Selbst im grossen China lebten 2015 unter 1,388 Milliarden Einwohnern – das entspricht rund 17 Deutschlands oder 3 EU ohne die Briten – nur 583 anerkannte Flüchtlinge.

Zuwanderung nach Deutschland weiter auf Rekordkurs – Deutliche Fortschritte in der Arbeitsmarktintegration

Andrea Nahles (Foto: Bea Marquardt / SPD)
Andrea Nahles (Foto: Bea Marquardt / SPD)

Paris/Berlin – Die dauerhafte Zuwanderung nach Deutschland ist im vergangenen Jahr so stark angestiegen wie in keinem anderen OECD-Land. Nach vorläufigen Zahlen kamen 2013 etwa 465.000 Menschen dauerhaft in das Land – mehr als doppelt so viele wie 2007. Wie der jüngste “Internationale Migrationsausblick” der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zeigt, ist Deutschland in der OECD 2013 erneut das zweitbeliebteste Zielland hinter den USA (989.900). Vorläufige Zahlen für 2014 deuten auf einen weiteren Anstieg.

Migration und Integration zahlen sich für Einwanderer aus

Ehsan Vallizadeh
Ehsan Vallizadeh

Migration und Integration zahlen sich für Einwanderer in Deutschland aus: Das durchschnittliche nominale Nettoeinkommen der Migranten ist hier mehr als doppelt so hoch wie im Auswanderungsland. Einwanderer mit sehr guten Sprachkenntnissen erzielen rund 20 Prozent mehr Lohn als diejenigen, die die deutsche Sprache nicht gut beherrschen. Mehr als die Hälfte der Einwanderer findet den ersten Job über Familienangehörige, Freunde und Bekannte. Migranten, die soziale Kontakte zu Menschen ohne Migrationshintergrund pflegen, sind deutlich zufriedener.

 

Migration als Chance verstehen

Heinrich Alt, Bundesagentur für Arbeit

Nürnberg. Jugendliche mit Migrationshintergrund haben schwierigere Startbedingungen // Bilkay Öney, Integrationsministerin von Baden-Württemberg, und Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), für mehr Chancen für Jugendliche aus Zuwandererfamilien Edonit Mahmuti hat es geschafft – er hat eine Ausbildung als Maler und Lackierer begonnen. Der Weg dorthin war steinig. Jugendliche mit Migrationshintergrund haben auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt im Vergleich zu deutschen Jugendlichen immer noch die schwierigeren Startbedingungen.

Ausländer tragen die Kosten der Migration

Dr. Elke Jahn

Nürnberg. Auf längere Sicht gewinnen die einheimischen Arbeitskräfte durch Zuwanderung, geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die Verlierer seien dagegen die bereits im Land lebenden Ausländer: Ihre Löhne sinken und die Arbeitslosigkeitsrisiken nehmen für sie zu.

Auswandern trotz Krise: Kampf um die weltweit besten Köpfe

Internationale Studie des Karrieredienstes Experteer zeigt: 17 Prozent der Spitzenkräfte haben im letzten Jahr den Schritt ins Ausland gewagt

Dr. Christian Göttsch, experteer
Dr. Christian Göttsch, experteer

München. Der „War for Talent“ ist international: im Schnitt wanderte rund ein Fünftel der Führungskräfte aus – trotz erhöhten Risikos durch die Finanzkrise. Vor allem das mittlere Management nimmt Angebote im Ausland wahr: Europaweit sind gut 40 Prozent der Auswanderer Fachkräfte oder Projektleiter. Je nach Land sind unterschiedliche Branchen gefragt. Dies sind die Ergebnisse einer internationalen Studie des Karrieredienstes Experteer ( www.experteer.de ) mit dem Marktforschungsinstitut OMIS Research, bei der das Migrationsverhalten von mehr als 20.800 Spitzenkräften während eines Jahres anonym ausgewertet wurde*.