Mindestlohn

Mindestlöhne bereits längst Fakt bei studentischer Zeitarbeit

Der Markt reguliert die Mindestlöhne im Geschäft mit den Nachwuchskräften

Andreas Wels

Köln – Mit der Entscheidung für einen Mindestlohn in der Zeitarbeit hat die Bundesregierung einen alten Hut beschlossen – zumindest für den Bereich der studentischen Zeitarbeit. Das meldet die Studitemps GmbH (www.studitemps.de), bundesweit agierende Zeitarbeitsagentur für studentische Arbeitskräfte. Die Nachwuchskräfte sind begehrt und bieten den Arbeitgebern neben Einsatzbereitschaft oft bereits spezialisierte Kenntnisse in Fremdsprachen, besonderen Fachgebieten wie Betriebswirtschaftslehre oder technischen Fächern. Die von der Regierung beschlossenen Löhne liegen dabei weitab der studentischen Realität.

Mindestlohn in der Zeitarbeit: Größte deutsche Stellenbörse der Branche begrüßt die Entscheidung von Regierung und Opposition

Sven Konzack
Sven Konzack

Berlin – Die Würfel sind gefallen: Regierung und Opposition haben sich auf die Einführung eines Mindestlohnes in der Zeitarbeitsbranche geeinigt. Noch bevor am 01. Mai die Einschränkung der Arbeitnehmerfreizügigkeit fällt und sich damit der deutsche Arbeitsmarkt vollständig für die acht osteuropäischen Staaten, die 2004 der EU beitraten, öffnet, sollen die Lohnuntergrenzen für die Zeitarbeit in Kraft treten.„Auf diese Weise wird es Zeitarbeitsfirmen aus dem Ausland nicht möglich sein, Arbeitskräfte zu Dumpinglöhnen anzubieten“, ist Sven Konzack, Geschäftsführer der JobTime24 GbR und Betreiber von Timeworkers.de, der größten deutschen Stellenbörse für die Zeitarbeitsbranche, erleichtert.

IAB-Direktor Möller für Mindestlohn vor Mai 2011

Dr. Joachim Möller, IAB

Nürnberg. Der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Joachim Möller befürchtet ab Mai 2011 eine Lohn-Abwärtsspirale. Diese drohe insbesondere in den Teilen des Dienstleistungssektors, in denen bereits jetzt niedrige Löhne gezahlt werden. Zum 1. Mai 2011 enden die Übergangsfristen für die 2004 zur EU hinzugekommenen Länder, darunter Polen und die baltischen Staaten.

Mindestlohn in der Zeitarbeit: Größte deutsche Stellenbörse der Branche spricht sich für die Einführung aus

Sven Konzack
Sven Konzack

Berlin. Wenn am 1. Mai 2011 die Einschränkung der Arbeitnehmerfreizügigkeit fällt, öffnet sich der deutsche Arbeitsmarkt vollständig für die acht osteuropäischen Staaten, die 2004 der EU beigetreten sind. Dann können auch dort ansässige Zeitarbeitsfirmen, etwa aus Ungarn oder Polen, ihre Zeitarbeitnehmer für Aufträge nach Deutschland schicken. „Während zu Beginn die Einführung des Mindestlohns in der Zeitarbeitsbranche von Politik, Wirtschaft und der Branche selbst noch kontrovers diskutiert wurde, sind sich die meisten Beteiligten jetzt einig: Mit dem Fall der Einschränkung der Arbeitnehmerfreizügigkeit braucht es auch in der Zeitarbeit einen gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohn“, so Sven Konzack, Geschäftsführer der JobTime24 GbR und Betreiber von Timeworkers.de (www.timeworkers.de), der größten deutschen Stellenbörse für die Zeitarbeitsbranche, und bekräftigt: „Auch aus meiner Sicht ist es von großer Wichtigkeit, den Mindestlohn beziehungsweise dessen Aufnahme in das Entsendegesetz noch vor Mai 2011 umzusetzen.“