Mozart

Candidate Experience – noch nicht zu Ende gedacht?

Gerhard Kenk
Gerhard Kenk

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide

Das Thema „Candidate Experience“ ist für HR-Blogger und andere Medien so etwas wie eine Rückversicherung. Es sichert Aufmerksamkeit, Dialoge in den sozialen Medien, Spotlights bei Vorträgen – und kann ständig wiederholt werden wie wir es einst schon bei Leporello in Mozarts Oper Don Giovanni  gehört haben. Nun fasst Gery Crispin und sein Team von TalentBoard, einer internationalen Non-Profit-Organisation der HR-Branche, den Status Quo der Candidate Experience in Nord-Amerika zusammen. Können diese Erkentnisse auch auf den Recruiting-Markt in Deutschland übertragen werden?

Wirtschaftswoche Ranking der beliebtesten Netzmarken: Karrierenetzwerk StepStone unter den Top 5

Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide
Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide.

Ranglisten bringen Struktur in das Chaos des Alltags. Davon konnte schon Leporello in der Mozart-Oper „Don Giovanni“ ein Lied singen, als er eine Liste mit Don Giovannis Liebschaften entrollt und diese in der Arie „Madamina, il cataloge è questo“ musikalisch in Szene setzte.

Und Umberto Eco ist es zu verdanken, dass die Liste als rhetorisches Stilmittel Einzug in die Literatur gefunden hat. Aufzählen, klassieren, abhaken: So titelt Felix Philipp Ingold in seinen Poetelogischen  Erwägungen am Leitfaden der Unendlichen Liste von Umberto Eco dieses Literatur-Genre (Die Recherche, Zeitschrift für Wissenschaft).

Meine Zeugnisse – mein Lebenslauf – mein Facebook-Passwort

Wenn die Neugier der Recuriter über die Bewerber-Privatsphäre nicht gestoppt werden kann

Robert Collins

[ghk] Bewerberberater zählen sie auf wie einst Leporello in Mozart Oper Don Giovanni seine berühmte Registerarie gesungen hat. Don Giovannis Liebschaften sind so sattsam bekannt wie die Fragen der Recruiter im Jobinterview: Weshalb haben Sie sich bei uns beworben? Wo möchten Sie in fünf Jahren sein? Was sind Ihre größten Schwächen?

Arbeitsrechtler und der AAG-Gesetzgeber haben ihren Teil beigetragen, um die Grenze zu den No-Go-Fragen im Einstellungsinterview deutlich zu machen. Jedoch bieten die Social Medien um Facebook & Co eine verführerische Datensammlung, gegen die selbst Mozarts Leporello mit seinem Büchlein der Liebschaften von Don Giovanni nicht ankommen könnte. („Kennt ja selbst ihn ganz genau„).

 

Nun ist in den USA ein Fall publik gemacht worden, als ein Recruiter ganz skrupellos den Bewerber nach seinem Facebook Profil und den Zugangsdaten gefragt hat. Diese Episode schildert Manuel Valdes (AP) so: