StepStone

Werben um Fachkräfte: Deutsche Unternehmen haben Nachholbedarf

Dr. Anastasia Hermann

Was zeichnet unser Unternehmen als Arbeitgeber aus? Warum sollten die besten Spezialisten ausgerechnet bei uns arbeiten? Immer mehr Manager beschäftigen sich mit solchen Fragen. Denn in Zeiten von demografischem Wandel und Fachkräfteknappheit müssen Unternehmen nicht mehr nur für ihre Produkte werben, sondern auch für sich als Arbeitgeber. Eine internationale Umfrage zum Thema Arbeitgebermarkenbildung, auch Employer Branding genannt, zeigt jetzt: Deutsche Unternehmen hinken im weltweiten Vergleich hinterher, wenn es darum geht, sich als Arbeitgeber in Szene zu setzen.

Arbeitsmarkt & Jobsuche: Die sieben Trends des Jahres 2019

2019 hat gezeigt: Es sind gute Zeiten für qualifizierte Fachkräfte und für die Unternehmen in Deutschland wird erfolgreiches Recruiting als Wettbewerbsfaktor noch bedeutender. Sechs von zehn Unternehmen in Deutschland spüren schon jetzt einen Produktivitätsverlust durch unbesetzte Stellen – zeigt eine aktuelle StepStone Untersuchung. Fachkräfte sind sich ihrer guten Position bewusst, scheuen sich nicht zu wechseln und suchen auch die Gehaltsverhandlung aktiv.

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Stellenanzeigen: Selten befristete Neueinstellungen bei qualifizierten Fachkräften

In Deutschland soll die Zahl befristeter Arbeitsverträge künftig stark verringert werden – so plant es zumindest die Bundesregierung. Erst vor wenigen Tagen hat die große Koalition angekündigt, im kommenden Jahr per Gesetz insbesondere sachgrundlos befristete Arbeitsverträge einzuschränken. Eine Auswertung von mehr als 80.000 Stellenanzeigen auf der Online-Jobplattform StepStone.de zeigt: Qualifizierte Fachkräfte sind von befristeten Verträgen eher selten betroffen. So sind aktuell nur rund 3,5 Prozent der Stellen für Fachkräfte befristet ausgeschrieben – die meisten davon für Auszubildende und Trainees. „Der Anteil der befristeten Arbeitsverträge für qualifizierte Fachkräfte ist in der Privatwirtschaft sehr gering. Unternehmen sind heute mehr denn je daran interessiert, gute Mitarbeiter langfristig zu binden“, sagt Dr. Anastasia Hermann, Head of Research bei StepStone.

Dr. Anastasia Hermann

Karriere: Arbeitnehmer beklagen mangelnde Unterstützung von den Unternehmen

Sieben von zehn Fachkräften (72%) fühlen sich von ihrem Arbeitgeber bei der Karriereplanung nicht hinreichend unterstützt. Laut einer neuen Studie wünschen sich Arbeitnehmer Fördermaßnahmen wie regelmäßige außerbetriebliche und interne Weiterbildungen, Personalgespräche sowie die Möglichkeit, Erfahrung und Wissen mit den Kollegen zu teilen. Aber auch die Chance, an Fachkonferenzen und -seminaren teilzunehmen und ein regelmäßiges Mentoring bzw. Coaching finden viele Fachkräfte wichtig, um sich und ihre Karriere aktiv weiterzuentwickeln. Für die Studie hat die Online-Jobplattform StepStone rund 19.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland zum Thema Arbeitgeberattraktivität befragt. Nur 17 Prozent der Befragten sind demnach der Meinung, dass ihr Arbeitgeber ihnen gute Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet. Jeder Vierte (25 Prozent) hat die letzte Stelle unter anderem wegen mangelnder Weiterbildungsmöglichkeiten gekündigt.

Bis zur Rente bleiben? Für die meisten unvorstellbar 

Zwei Drittel der befragten Fachkräfte (66 Prozent) können sich nicht vorstellen, bis zur Rente bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber zu bleiben – bei kleineren Unternehmen sind es noch mehr. 64 Prozent glauben, ihre Karriereziele bei ihrem aktuellen Arbeitgeber nicht erreichen zu können. „Schon jetzt ist der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern die größte Herausforderung für den Erfolg vieler Unternehmen in Deutschland. Dabei erreichen die demografischen Herausforderungen den Arbeitsmarkt gerade erst“, sagt Dr. Anastasia Hermann, Head of Research bei StepStone. „Fachpersonal bildet die Basis für den Unternehmenserfolg. Um diesen zu sichern, müssen Unternehmen nicht nur eine passende Recruiting-Strategie aufsetzen. Genauso wichtig ist es, gute Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln und somit langfristig zu halten.“

Dr. Anastasia Hermann

Sebastian Dettmers ab Januar 2020 neuer StepStone CEO, Ralf Baumann übernimmt CEO Position der AVIV Group

Sebastian Dettmers und Ralf Baumann beschleunigen den angekündigten Übergabeprozess auf der CEO-Position der Online-Jobplattform StepStone. Mit Wirkung zum 1. Januar 2020 übernimmt Sebastian Dettmers, Managing Director bei StepStone, die Position als neuer StepStone CEO. Ralf Baumann, derzeit CEO von StepStone, übernimmt zeitgleich die Position des CEO der AVIV Group von Andreas Wiele, der diese Aufgabe bislang zusätzlich zu seiner Funktion als Vorstand Classifieds Media bei Axel Springer ausgeübt hat.

Ralf Baumann

Wohin führt die Revolution der Stellenanzeigen? Innovationen von Google, Glassdoor und Indeed

Google for Jobs, Indeed und Glassdoor implementieren den neuen digitalen Rahmen für Stellenanzeigen

Gerhard Kenk

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide

13. Mai 2018

Die Anzeichen mehren sich, dass die klassischen Stellenanzeigen einem drastischen Umbruch unterworfen werden. Dabei geht es nicht um den eigentlichen Kern des Stellenanzeigen-Textes oder der Anreicherung mit Video-Material, sondern um die Schaffung und Ausgestaltung eines digitalen Rahmens, in welchem Kontext die Stellenanzeige dargestellt wird. Konkret geht es um um die Expansion der Stellenanzeigen zu einem Bewerber-Informations-Hub sowie den von #Google4jobs („Google for Jobs“) kreierten Link Tipp Container.

Karriere 45+: Ohne Führungsverantwortung stagniert das Gehalt  

Um durchschnittlich 50 Prozent können Fach- und Führungskräfte in Deutschland ihr Gehalt im Laufe ihrer Karriere steigern. Die mit Abstand größten Gehaltssprünge finden dabei in der ersten Hälfte des Berufslebens statt: Während 18- bis 30-jährige Fachkräfte im Schnitt 43.400 Euro verdienen, bekommen 31- bis 40-Jährige bereits ein Gehalt von 56.400 Euro – ein Unterschied von rund 30 Prozent. Im Alter von 41 bis 50 Jahren ist die Gehaltssteigerung dann nur noch halb so hoch (15,6 Prozent). Danach steigt das Gehalt nur noch minimal. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse des StepStone Gehaltsplaners, dem 200.000 Datensätze zu Grunde liegen.

André Schaefer

Mittelstand vs. Konzern: Was Mitarbeiter an kleinen und großen Unternehmen attraktiv finden

Die steile Karriere im international renommierten Großkonzern oder doch lieber ein Job bei einem eher unbekannten Arbeitgeber aus dem Mittelstand? Sowohl kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) mit maximal 500 Mitarbeitern als auch Konzerne mit deutlich größerer Belegschaft haben ihre Vorzüge. Doch was schätzen Fachkräfte an den jeweiligen Unternehmen? StepStone hat insgesamt 19.000 Fach- und Führungskräften diese Frage gestellt und analysiert, welche Vorteile mittelständische Arbeitgeber aus Sicht ihrer Mitarbeiter bieten – und warum sich Fachkräfte auf der anderen Seite bewusst für eine Karriere in einem Großunternehmen entscheiden.

André Schaefer

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Deutschlands Spitzenverdienerinnen: So erreichen Frauen ein sechsstelliges Gehalt

Sie ziehen sich für die Familie öfter als Männer aus dem Berufsleben zurück, arbeiten häufiger in Teilzeit und erreichen seltener Führungspositionen: Verglichen mit ihren männlichen Kollegen erreichen weibliche Fachkräfte noch immer deutlich seltener Spitzengehälter. Nur 15 Prozent aller Fachkräfte, die ein Jahresgehalt von mehr als 100.000 Euro erzielen, sind Frauen. Sie verdienen im Schnitt 130.200 Euro. Das zeigt eine Analyse des StepStone Gehaltsplaners, der auf rund 200.000 Datensätzen basiert. Die Auswertung zeigt, unter welchen Voraussetzungen Frauen heute gute Aussichten auf ein sechsstelliges Gehalt haben.

Das richtige Gehalt finden (Grafik: jova-nova.com)
Das richtige Gehalt finden (Grafik: jova-nova.com)

Karriere: Automobilbranche bei Studenten beliebt wie nie

Dr. Anastasia Hermann

Ob Carsharing, Elektromobilität oder autonomes Fahren – die Autoindustrie befindet sich im Umbruch. Beim akademischen Nachwuchs hat sie jedoch nichts an Beliebtheit eingebüßt. Im Gegenteil: Wie eine neue Befragung unter mehr als 46.000 Studenten ergab, ist die Automotive-Branche als Arbeitgeber derzeit attraktiv wie nie. Für die Studie hat Universum, ein weltweit führendes Unternehmen für Employer Branding und Tochter der Online-Jobplattform StepStone, insbesondere Studenten der Fachrichtungen IT, Ingenieurwesen, Wirtschafts- und Naturwissenschaften zu ihren Vorstellungen vom Berufseinstieg befragt.

Bei den angehenden Ingenieuren liegt die Automobilindustrie demnach mit großem Abstand auf Platz 1 der beliebtesten Branchen. Rund die Hälfte von ihnen möchte in diesem Bereich arbeiten – das sind rund 7 Prozentpunkte mehr als noch 2017.

Jeder dritte Informatik- und Wirtschaftsstudent möchte in die Automobilindustrie