PISA: Chancen für sozial schwächere Schüler

Prof. Dr. Eckhard Klieme vom Deutschen Institut für Pädagogische Forschung leitet das wissenschaftliche Konsortium Pisa 2009 und wirkte außer an den bisherigen Pisa-Studien auch an einigen weiteren internationalen Schulvergleichen mit.

Berlin. Schüler aus armen Familien haben in Deutschland und Österreich weniger Chancen, zu den Besten ihrer Altersgruppe zu gehören, als in den meisten anderen OECD-Ländern. Wie aus der neuesten Ausgabe von „PISA im Fokus“ hervorgeht, schafft es in Österreich nur jeder fünfte Schüler aus sozial schwachen Verhältnissen ins obere Leistungsviertel. In Deutschland sind die Werte nur geringfügig besser, während im OECD-Schnitt ein Drittel aller Schüler aus prekären Verhältnissen ein sehr gutes Leistungsniveau aufweisen.

Die Analyse geht der Frage nach, welche Faktoren dazu führen, dass einige sozial benachteiligte Schüler es schaffen, Kinder mit dem gleichen sozio-ökonomischen Hintergrund von den Schulleistungen her weit hinter sich zu lassen. Sie wertet dazu die Ergebnisse der PISA Tests aus dem Jahr 2006 und 2009 aus und kommt zu zwei Ergebnissen:

  1. Schüler, die von ihren Leistungen überzeugt sind, schneiden in Prüfungen besser ab als jene, die weniger Selbstvertrauen haben.  Persönliche Motivation ist dabei  in manchen Ländern wichtiger als Argumente von außen – wie zum Beispiel die Aussicht auf einen Arbeitsplatz.
  2. Je mehr Zeit Kinder in der Schule verbringen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund gute Leistungen erbringen. Längeres Lernen in der Schule hilft dabei vor allem sozial schwachen Schülern, besser abzuschneiden, als andere Kinder mit gleichem Hintergrund.

Wie stark sich ärmere Schüler in ihren Leistungen von Kindern der gleichen sozialen Gruppe unterscheiden, ist von Land zu Land verschieden: Korea, Finland, Japan und die Türkei schneiden nach Erkenntnissen der Studie von allen OECD-Mitgliedern am besten ab. Österreich, Luxemburg und die Slowakei hingegen haben im Vergleich am wenigsten Schüler, bei denen der familiäre Hintergrund sich nicht negativ auf die Schulleistungen auswirkt.

Die Analyse finden Sie hier. Die zugrunde liegenden Daten können Sie hier einsehen.

Weiter Fragen beantwortet Pablo Zoido vom OECD-Bildungsdirektorat (Tel. + 33 1 45 24 96 07).

Antonie Kerwien
Pressesprecherin
OECD Berlin Centre
Tel: +49 (0)30  28 88 35 41
antonie.kerwien@oecd.org

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