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Online-Bewerbungsservices (Ghostwriter) – Fluch oder Segen für Personaler?

Ein Gastbeitrag von Björn Rostek

Von den bekannten Fehltritten deutscher Politiker lässt sich häufig eine lehrreiche Moral ableiten. Wie ging diese eine noch mal? Ach ja. Tricksen bei der Verfassung wichtiger Dokumente zahlt sich immer aus. Nein, das war anders. Das tut es nicht! Aus diversen angelehnten Skandalen rundum Plagiat behaftete Doktorate, geriet auch das Ghostwriting ins Visier des gesellschaftlich, erhobenen Zeigefingers. Lange im Rahmen wissenschaftlicher Arbeiten gehalten, breitete sich der Tumult um die Auftragsschreiberei schnell auf ein neues Themenfeld aus, welches sich der Erlangung eines akademischen Grades nahezu anschließt: Die Bewerbung.

Online-Bewerbungsservices werben offen mit professionellem Ghostwriting und haben sich der Erstellung sowie Optimierung von Bewerbungsunterlagen verschrieben – ihr größter Kritiker: Der gemeine Personaler. Besteht die gesunde Portion Misstrauen jedoch zurecht oder ist eine friedliche Symbiose von beiden Parteien sogar sinnvoll?

Personaler auf Geisterjagd

Die verbreitetste Haltung von Personalverantwortlichen gegenüber käuflich erworbenen Bewerbungen ist negativ. Das liegt nicht nur daran, dass geschundene Seelen schlechte Autoren abgeben, sondern an der vermeintlich mangelnden Authentizität des Endproduktes. Denn wo Personaler noch über den qualitativen Aspekt streiten, sind sie sich in einem Punkt einig: Vor allem inhaltlich sind die (außer)hausgemachten Bewerbungen stark verfälscht.

Der Markt für die berufseinstiegsorientierten Betriebe ist noch jung und trifft auf viele fragende Gesichter. Personaler sehen ihre Aspiranten an diesem Punkt gefährdet und das liegt an der Problemstellung der großen Drei.

Problemstellung: Die großen Drei

Wo es Online-Bewerbungsservices gibt, da sind auch Kunden – Kunden auf Jobsuche. Sie begeben sich mit der Beauftragung der neuartigen Dienstleister oft auf unerforschtes Terrain und treffen ihre Wahl aufgrund von gezielten Internetrecherchen oder dem ungezwungenen Googeln. Drei Faktoren beeinflussen sie dabei grundlegend und können in den Augen von Personalern für ein nicht zufriedenstellendes Resultat sorgen:

Die Ungewissheit

Woher soll ein Bewerber schon wissen, an welchen Service er sich wenden kann, wenn die Erfahrungen von Mitstreitern noch mau sind? Die Ungewissheit betrifft direkt die Wahl des Dienstleisters und kann leichtgläubige Kunden, schnell in die Arme von unprofessionellen Schreibzünften treiben. Das in Aussicht stehende Endprodukt ist hier keiner Rede wert.

Die Angst

Die Abgabe einer von Geisterhand verfassten Bewerbung ist für viele, wie das Spicken in einer Klassenarbeit in alten Zeiten. Es bietet nicht nur denselben Nervenkitzel, sondern auch die Angst erwischt zu werden. Manch ein Bewerber bekommt vor dem Einreichen seiner Unterlagen glatt das große Flattern und versucht einen natürlichen Eindruck durch kurzfristiges Einschreiten, also eigene Formulierungen, zu vollbringen. Dieser Fehler hat schon viele Geisterschreiber enttarnt, wie der nächste Faktor verrät.

Die Durchschaubarkeit

Erkennt ein Personaler die Arbeit eines Ghostwriters in den Dokumenten eines Bewerbers, liegt das häufig an einem Zusammenspiel aus Ungewissheit und Angst. Die Durchschaubarkeit einer Bewerbung kann entstehen, wenn ein unerfahrener Bewerbungsservice beauftragt wurde. Greifen Ghostwriter und Kunde gegenseitige Formulierungen auf und verändern bzw. ergänzen diese, werden in der Bewerbung zwei verschiedene Schreibstile ersichtlich. Einem fachkundigen Personaler bleibt dies nicht verborgen.

Die Problemstellung der großen Drei hält die Euphorie für den neuartigen Ghostwriter-Abkömmling Online-Bewerbungsservice bisher zurück. Wer jedoch einen genauen Blick auf die derzeitigen Umstände wirft, wird auf eine positive, zukünftige Entwicklung von Dienstleistern als Bewerbungshelfer stoßen.

Vom Poltergeist zum unsichtbaren Helfer

Noch genießen Online-Bewerbungsservices einen umstrittenen Ruf. Doch, dass sich dies in den folgenden Jahren ändern wird, steht schon jetzt fest. Gegensätzlich dem Glauben, dass die unsichtbaren Bewerbungsschreiber Personalverantwortliche austricksen, arbeiten sie ihnen sogar zu. Viele Bewerber haben Schwierigkeiten bei der Verfassung ihrer Bewerbung, sich selbst gut in ihr zu verkaufen oder kommen in ihrem stressigen Berufsalltag nicht zu der Erarbeitung von angemessenen Unterlagen.

Online-Bewerbungsservices nehmen ihren Schützlingen jedoch nicht nur die Arbeit ab, sondern unterstützen sie dabei, ihre Qualifikation und ihre Kompetenzen effizient zu kommunizieren. Somit stehen sie als Vermittler zwischen beiden Parteien und verhelfen Personalern zu aussagekräftigen Bewerbungen von vielversprechenden Aspiranten, welche sie ohne effektives Ghostwriting wohlmöglich abgelehnt hätten. Die Zusammenführung von Bewerbungsservice und Personalmanagement steht bevor und wird den Bewerbungsprozess sowohl für Bewerber als auch Personaler optimieren.

Dieser Gastbeitrag wurde von Björn Rostek geschrieben. Er arbeitet für die Bewerbungsschreiber, einen Online-Bewerbungsservice, der für die professionelle und individuelle Erstellung von Bewerbungsunterlagen steht.

 

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